Ausbildung bei PCK Schwedt: Welchen Tipp Prüfer Paul Scherf für Azubis hat

Paul Scherf ist Industriemeister der Chemie. In den Lehrhallen der PCK Raffinerie Schwedt vermittelt er Praxiswissen an künftige Chemikanten - und hat Tipps für erfolgreiche Prüfungen parat.
Annika Funk- Paul Scherf, Ausbilder bei PCK Schwedt, unterstützt Azubis als Prüfer der IHK Ostbrandenburg.
- Er vermittelt Chemikanten Praxiswissen und technische sowie naturwissenschaftliche Grundlagen.
- Scherf betont die Bedeutung von Einfühlungsvermögen und mentaler Unterstützung bei Prüfungen.
- Tipps für Azubis: Vor Prüfungen Pausen einlegen und auf Ausbildungserfahrungen vertrauen.
- PCK bildet jährlich 50 Azubis aus, Scherf betreut 30 Prüfungen pro Jahr.
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In den glänzenden Augen junger Facharbeiter, die eben ihr Zeugnis erhalten haben, spiegelt sich der unermüdliche Einsatz von Menschen wie Paul Scherf. Als Ausbilder in der PCK Erdölraffinerie GmbH in Schwedt ist er ein Bindeglied zwischen ambitionierten Lehrlingen und deren Berufseinstieg. Seine Mission – die Ausbildung von Chemikanten – erfüllt er mit Herz und technischem Sachverstand seit fünf Jahren.
„Es ist die Arbeit mit jungen Menschen, die viel Spaß macht“, erzählt der 31-Jährige stolz und betont, wie erfreulich es ist, „die jungen Leute hier am ersten Arbeitstag begrüßen zu können und als Facharbeiter nach drei bis dreieinhalb Jahren zu verabschieden“. Dass er gut mit der Jugend umgehen kann, muss seinen Kollegen schnell aufgefallen sein. Paul Scherf sagt: Nach seiner eigenen Ausbildung und Ausbilderlehre im PCK, eine der modernsten Erdölraffinerien Europas, sei es von Anfang an der Wunsch seiner heutigen Kollegen gewesen, ihn in das Prüfer-Dasein zu integrieren.
Paul Scherf schaut auf Wissen und technisches Verständnis
Es sind nicht nur die theoretischen und praktischen Kenntnisse, die Scherf den angehenden Chemikanten nahebringt. Er weckt in ihnen Neugierde, vermittelt spezifisches Verfahrenstechnikwissen und stärkt ihr technisches sowie naturwissenschaftliches Verständnis, das für die Lehrausbildung erforderlich ist. Denn im Beruf des Chemikanten in der PCK Raffinerie übernehmen bereits die Auszubildenden eine Rolle in der Steuerung und Überwachung komplexer Produktionsanlagen.
Bei auftretenden Störungen im Produktionsablauf ist der Chemikant gefragt, zügig korrigierende Maßnahmen einzuleiten. Darüber hinaus sind die Fachleute für die Bereitstellung von Produktproben zwecks Qualitätskontrolle verantwortlich und arbeiten im Schichtsystem eng mit anderen zusammen.
PCK-Azubis werden gleich anspruchsvolle Aufgaben übertragen
Den Auszubildenden gleich zu Beginn anspruchsvolle Aufgaben zu übertragen, mag zunächst wie eine große Hürde in einem so großen Industrieareal erscheinen. Doch Scherf, der ehrenamtliche Prüfer im Dienste der IHK Ostbrandenburg, unterstützt auch dabei.

Ausbilder Paul Scherf will den künftigen Chemikanten Malte Engelmann (links) und Ben Krüger auch technisches und naturwissenschaftliches Verständnis vermitteln.
Annika FunkBei ihm lernen angehende Chemikanten nicht nur wie Pumpen funktionieren, sondern auch, wie unterschiedlich chemische Reaktionen ausfallen können. Anlagenführungen und labortechnische Übungen für den Nachwuchs leitet er ebenfalls. Er weist die jungen Frauen und Männer auf Risiken hin und zeigt ihnen, wie sie minimieren können.
Er ist bei 30 Prüfungen im Jahr dabei
Mit 30 Prüfungen pro Jahr trägt der Schwedter maßgeblich zur Fachkraftausbildung in Ostbrandenburg bei. Er erinnert sich noch gut an seine eigene Aufregung vor Prüfungen: „Meine letzte Prüfung war im Januar 2013. Das war meine Facharbeiterprüfung und ich war sehr aufgeregt“, reflektiert Scherf. Eine Erfahrung, die ihn heute leitet: „Das eine ist, dass man auf den Prüfling gut eingehen kann, dass man versucht, die Aufregung zu nehmen“, sagt er. Neben Fachkompetenz als Prüfer brauche es Einfühlungsvermögen und die Gabe, Ruhe zu spenden.
Die PCK Raffinerie ist nicht nur einer der Hauptkraftstofflieferanten Deutschlands, sondern auch bedeutender Ausbilder und Arbeitgeber der Region. Neben 1100 Mitarbeitern legt das Unternehmen den Grundstein für zahlreiche Karrieren mit etwa 30 eigenen Azubis und 20 Kooperationsazubis jährlich.
Viele Fragen wiederholen sich in Prüfungen
Als ehrenamtlicher Prüfer hat Scherf Einblick in die Herausforderungen und Entwicklungen seines Fachs, was im Zusammenspiel mit regelmäßiger Fortbildung ein dynamisch bleibendes Situationsverständnis fördert. Eine wichtige Zutat dafür, Prüfungen auf den neuesten Stand und die Prüflinge bestmöglich unterstützt zu halten.
Dafür arbeite er engmaschig mit anderen Prüfern zusammen, mit denen er sich im Prüfungsausschuss, bestehend aus Arbeitgebervertretern, Berufsschullehrern und Arbeitnehmervertretern, vor den anstehenden Prüfungsperioden berät. „Einige Fragen wiederholen sich in abgewandelter Form in den Prüfungen, aber es gibt immer wieder Sachen, wo auch ich als Prüfer noch dazulerne“, beschreibt der 31-Jährige.
Paul Scherf erzählt von Prüfungen, in denen schüchterne Kandidaten aus sich herauskommen, und von Situationen, in denen er noch Minuten vor dem Start mentale Unterstützung bieten muss, „wenn auch mal die Tränen kommen“. Jede Prüfungssituation ist einzigartig, eine neue Möglichkeit zu wachsen – sowohl für den Azubi als auch für den Prüfer.
Wichtig in der Ausbildung: mitlernen und mitmachen
Ehrenamtliche Prüferarbeit kann zeitintensiv sein, sagt der gebürtige Schwedter, denn die praktischen Prüfungen und die Kontrolle der Theorie benötigen seine volle Aufmerksamkeit. Dennoch ist es die Liebe zur Ausbildung junger Talente und das Bestreben, sie gut auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten, die den Ausbilder anspornen: „Es lohnt sich trotz Zeitaufwand, als Prüfer tätig zu sein, weil es für die Azubis wichtig ist, dass sie eine gute Prüfung haben und, dass wir so auch gut unsere Nachwuchskräfte prüfen und ausbilden können.“
Paul Scherf rät Auszubildenden, am Tag vor einer Prüfung eine Pause einzulegen und sich von der intensiven Vorbereitung zu distanzieren, um den Kopf freizubekommen. Er selbst findet einen Ausgleich in seinen Hobbys – Motorradfahren, Radfahren und Gitarre spielen – und betont, wie wichtig es ist, auf das während der Ausbildung vermittelte Rüstzeug zu vertrauen. „Um in der Prüfung gut und gut gewappnet zu sein, hilft es, in der Ausbildung aufzupassen, die Themen mitzulernen, mitzumachen und dann in der Prüfung keine neuen Sachen zu erfinden.“
Ab in die Nachprüfung? Das ist für Scherf kein Beinbruch
Selbst auf den seltenen Fall, dass für einen angehenden Chemikanten eine Nachprüfung erforderlich wird, ist Paul Scherf vorbereitet. „Dann heißt es noch einmal vorbereiten, gut zureden, Hilfe anbieten und Themen besprechen.“ Mit dieser Einstellung untermauert Scherf die Bedeutung der Ausbilder als Mentoren. Damit legt er in Schwedts Produktionshallen den Grundstein für die Sicherheit und das Vertrauen, dass „die Leistung, die man erwartet, auch kommt“, wie er sagt.
IHK würdigt Prüfer
„Berufliche Aus- und Weiterbildung in Industrie, Handel oder Dienstleistung sind wichtig bei der Fachkräftesicherung. Diese Qualifizierungen brauchen gute Ausbilder, Lehrer und nicht zuletzt Prüfer. Sie sollen objektiv und unabhängig urteilen. Prüfer übernehmen gesellschaftliche Verantwortung und erweitern dabei auch ihr persönliches Blickfeld. In Zusammenarbeit mit der IHK Ostbrandenburg stellen wir Prüfer vor, die diese besondere Aufgabe ehrenamtlich erledigen.“


