Ausbildung: Noch 6000 Lehrstellen in Brandenburg unbesetzt

Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres gibt es brandenburgweit 6000 offene Ausbildungsplätze. (Symbolbild)
dpa/Martin SchuttEr zeigte sich überrascht, aber erfreut, dass es trotz der Corona–Krise kaum Stornierungen von Ausbildungsplätzen gegeben habe: „Wir dachten, die Unternehmen sind zurückhaltender.“ In Berlin seien dagegen 30 Prozent der Angebote zurückgenommen worden.
Dass Jugendliche sich jetzt verstärkt um eine Ausbildung kümmern, bestätigt die Handwerkskammer Frankfurt (Oder). „Betriebe rufen an und signalisieren, dass sich Jugendliche bei ihnen melden“, sagt Michaela Schmidt, Abteilungsleiterin Berufsausbildung. Zum 31. Juli hatten 531 junge Menschen einen Lehrvertrag in einem Betrieb des Kammerbezirks abgeschlossen, was einem Minus von 10,5 Prozent zum Vorjahresmonat entspricht. 220 Lehrstellen waren unbesetzt.
Mehr Verträge in Baugewerken
„Sorgen bereitet uns, dass bisher im Friseurberuf nur halb so viele Verträge wie im Vorjahresmonat abgeschlossen wurden. Dafür steigen die Verträge in den Baugewerken“, nennt Schmidt Tendenzen bei Maurern (+7) und Zimmerern (+9). Die Abteilungsleiterin wirbt: „Handwerkerleistungen werden immer benötigt. Jugendliche haben gute Perspektiven, übernommen zu werden und können Karriere machen.“
Wie sie ist auch Michael Völker von der Industrie– und Handelskammer Ostbrandenburg optimistisch, dass sich unbesetzte Ausbildungsstellen bis zum Jahresende deutlich reduzieren. 758 abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 31. Juli bedeuten ein Minus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Bis zum März hatten wir keinen Einbruch. Wir hoffen, dass es sich nur um eine Corona–bedingte Verschiebung handelt“, erklärt der Leiter Aus- und Weiterbildung. Ausbildung in Ostbrandenburg sei aber auch sehr kleinteilig strukturiert, es gebe in den Unternehmen pro Lehrjahr oft nur einen Lehrling. „Manche setzen wegen der Corona–Krise vielleicht aus.“ Andererseits waren zu Monatsanfang 407 Ausbildungsplätze unbesetzt, darunter im kaufmännischen Bereich und Handel, in der Elektrotechnik und Metallverarbeitung. Mehr Verträge wurden im Bereich Chemie/Physik/Biologie, Nahrung und in der Holzverarbeitung abgeschlossen.
