Autobahn-Verlängerung: Eröffnungstermin auf der A100 in Berlin verschoben

Die Erweiterung der Berliner Stadtautobahn ist zwar fertig, kann aber wegen Lieferengpässen nicht in Betrieb gehen.
Sören Stache/dpa- A100-Eröffnung in Berlin verschoben wegen Lieferengpässen bei Bauteilen.
- Neuer Abschnitt sollte ursprünglich Juni 2025 fertig sein.
- Bau läuft seit 2013, Kosten gestiegen von 450 auf 720 Mio. Euro.
- Kritik von Umweltschützern und Verkehrsstadträten wegen befürchtetem Verkehrskollaps.
- Einweihung soll verschoben werden bis Elsenbrücke mehrspurig befahrbar ist.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Autobahn-Verlängerung zum Treptower Park in Berlin wird Anfang September in Betrieb genommen. Ursprünglich hatte die Autobahn GmbH angegeben, den 3,2 Kilometer langen 16. Bauabschnitt vom Autobahndreieck Neukölln bis zur Anschlussstelle am Treptower Park im Juni 2025 zu eröffnen.
Grund für die aktuelle Verzögerung sind nun Lieferprobleme bei Bauteilen für die elektronischen Verkehrszeichenbrücken, erklärten Vertreter der Autobahn GmbH des Bundes auf einer Bürgerinformationsveranstaltung am Montagabend.
Autobahn-Teilstück sollte schon vor Jahren eröffnen
Der Bau des Teilstücks mit drei Anschlussstellen an der Grenzallee, Sonnenallee und Am Treptower Park läuft seit 2013 und hatte sich immer wieder verzögert. Ursprünglich sollte der Abschnitt schon 2021/2022 fertig werden. Mittlerweile sind die Kosten laut Autobahn GmbH des Bundes von ursprünglich 450 Millionen Euro auf rund 720 Millionen Euro gestiegen.
Umweltschützer protestieren seit Jahren gegen die Autobahn-Verlängerung, die sie als nicht mehr zeitgemäß erachten. Vor Kurzem wurden auch Kritik und Sorgen bezüglich der Verkehrssituation vor Ort nach der Autobahn-Eröffnung laut.
Unter anderem warnten die Verkehrsstadträte von Treptow-Köpenick und Friedrichshain-Kreuzberg vor einem Verkehrskollaps, da nach der Eröffnung des neuen Berliner Autobahn-Teilstücks täglich tausende Autos mehr auf die Elsenbrücke fahren würden. Diese wichtige Verbindung zwischen Friedrichshain-Kreuzberg und Treptow-Köpenick ist aber pro Richtung wegen ihres Neubaus noch bis Jahresende nur einspurig befahrbar. Schon jetzt staut sich dort täglich der Verkehr, und auch Busse stehen regelmäßig im Stau.
Politiker, Anwohner und Umweltschützer fordern deshalb, die Einweihung der Autobahn-Verlängerung zum Treptower Park so lange zu verschieben, bis die Elsenbrücke wieder mehrspurig befahrbar ist, und zudem Verkehrskonzepte vorzulegen, wie das Nadelöhr über die Spree, aber auch die angrenzenden Kieze vor dem Stau-Kollaps bewahrt werden können.
Rückstau auf A100 einkalkuliert
Nun können Anwohner durch den Lieferengpass zumindest ein paar Monate länger aufatmen. Was verkehrliche Maßnahmen angeht, so hatte die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt angekündigt, die Ampelschaltung an der Abfahrt am Treptower Park so zu programmieren, dass nur so viel Verkehr abfließen könne, dass das städtische Netz nicht überlastet wird.
„Dabei wird in Abstimmung mit der Autobahn GmbH des Bundes ein gewisser Rückstau auf der A100 in Kauf genommen“, erklärte Behördensprecherin Petra Nelken gegenüber diesem Medium auf Nachfrage.

Am Montagabend fand eine Bürgerinformationsveranstaltung zur geplanten Inbetriebnahme des 16. Bauabschnitts der A100 im Kino Cinestar Berlin am Treptower Park in Berlin statt.
Jörg Carstensen/dpaDer Protest vom „Aktionsbündnis A 100 stoppen“, deren Mitglieder am Montagabend vor der Bürgerinformationsveranstaltung im Cinestar-Kino Treptower Park, direkt gegenüber von der neuen Autobahnrampe, Flyer verteilten, richtet sich auch gegen einen möglichen 17. Bauabschnitt auf der A100.
Dieser soll nach Plänen des Bundesverkehrsministeriums in den kommenden Jahren vom Treptower Park über die Spree und durch Friedrichshain Richtung Lichtenberg weitergebaut werden. Ob diese Pläne umgesetzt werden, darüber muss der Bund noch entscheiden.

