A100-Verlängerung in Berlin: Autobahn-Eröffnung – Angst vor Chaos um Elsenbrücke

Der noch im Bau befindliche 16. Bauabschnitt der Autobahn A100 ist ein 3,2 Kilometer langes Teilstück, das vom Autobahndreieck Neukölln bis zur Anschlussstelle am Treptower Park führt. Wird es freigegeben, drohen neue Probleme.
Autobahn GmbH des Bundes- Die A100-Verlängerung in Berlin wird bald eröffnet; Angst vor Verkehrschaos an der Elsenbrücke.
- Der Bauabschnitt ist 3,2 km lang, führt von Neukölln bis Treptower Park, Fertigstellung im Juni 2025.
- Bezirksstadträtinnen warnen vor Staus und Verkehrskollaps, fordern ein Verkehrskonzept.
- Senatsverwaltung sieht keine wesentliche Erhöhung der Verkehrsmenge.
- Buslinien leiden unter Verspätungen, hohe Kosten kritisiert.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Auf der Elsenbrücke zwischen Berlin Friedrichshain und Treptow stauen sich im Berufsverkehr die Autos. Wegen des Neubaus der maroden Brücke wird der Verkehr momentan nur einspurig über eine Behelfsbrücke in jede Richtung geführt.
Wenn im Sommer - nach der Eröffnung des neuen Teilabschnittes der A100 - die Berliner Autobahn am Treptower Park endet, könnte es zum Verkehrskollaps kommen, befürchten Anrainer und Pendler.
Autobahn A100 – Verkehrsbelastung für Quartiere in Berlin
„Nach der Eröffnung des 16. Bauabschnitts wird die Elsenbrücke einen erheblichen Teil des abfließenden Verkehrs in Richtung Friedrichshain-Kreuzberg über die Spree hinweg aufnehmen müssen“, warnt die Bezirksstadträtin für Verkehr, Annika Gerold (Grüne). Es sei daher äußerst wichtig, dass eine funktions- und leistungsfähige Verbindung über die Spree zum Zeitpunkt der Freigabe bereitstehe, betont Gerold.
Sei dies nicht der Fall, werde es zu weiteren Verkehrsbelastungen im umliegenden Straßennetz kommen, da alternative Querungen der Spree angefahren werden müssten, prophezeit sie.
Genauso wie ihre Amtskollegin Claudia Leistner (ebenfalls Grüne) aus dem Nachbarbezirk Treptow-Köpenick befürchtet sie massive Staus und hohe Belastungen für die Anwohnenden der umliegenden Quartiere, ähnlich wie sie im Westteil der Stadt durch den Brücken-Riss auf der A100 eingetreten sind.
Denn nach aktuellen Planungen wird die Elsenbrücke erst Ende des Jahres wieder mehrspurig in beide Richtungen befahrbar sein, während die Autobahn-Eröffnung Monate vorher anberaumt ist. „Nach gegenwärtigem Kenntnisstand kann von einer Fertigstellung des westlichen Brückenbauwerkes im Dezember 2025 ausgegangen werden“, bestätigt die Sprecherin der Senatsverkehrsverwaltung, Petra Nelken. Die Eröffnung des gesamten Brücken-Bauwerks ist für 2028 vorgesehen.
Autobahn eröffnet im Sommer 2025
Der im Bau befindliche Abschnitt der A100 ist ein 3,2 Kilometer langes Teilstück, das vom Autobahndreieck Neukölln bis zur Anschlussstelle am Treptower Park führt und über drei Anschlussstellen - Grenzallee, Sonnenallee und Am Treptower Park - verfügt.
Die Trasse verläuft auf 386 Metern im Tunnel (Grenzallee) und auf rund 2,3 Kilometern in einem bis zu sieben Meter tiefen Trog. Voraussichtliche Fertigstellung: Juni 2025.

Der 16. Bauabschnitt der A100 in Berlin soll im Sommer eröffnet werden.
Tobias Trommer/Aktionsbündnis A100 stoppen„Nach Fertigstellung der A100 sind die östlichen Bezirke Berlins besser an den mittleren Straßenring und an die A113 angebunden“, heißt es von der Autobahn GmbH, die am Montagabend (28. April) in Treptow zu einer Bürgerinformationsveranstaltung geladen hat.
Besonders die Erreichbarkeit des Flughafens Berlin-Brandenburg, des Wissenschaftsstandorts Adlershof sowie die Verbindungen nach Dresden, Cottbus und Frankfurt/Oder würden dadurch verbessert, heißt es.
Autobahn A100 – neues Verkehrskonzept gefordert
Doch in Treptow-Köpenick macht man sich Sorgen. „Das zentrale Problem liegt darin, dass eine der wichtigsten Spreequerungen im Anschlussbereich der neuen Autobahnverbindung nicht vollständig zur Verfügung stehen wird“, sagt auch Claudia Leistner, Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung in Treptow-Köpenick.
Ohne diese Verbindung über die Spree drohten massive Rückstaus, die sich nicht nur auf das direkte Umfeld, sondern auch tief in die angrenzenden Kieze hinein auswirken könnten. „Ich befürchte, dass der zusätzliche Verkehr auf ohnehin schon belastete Straßen ausweichen wird und so die Lebensqualität in vielen Quartieren erheblich beeinträchtigt.“
Um dies zu verhindern, erwarten sie und ihre Kollegin aus Friedrichshain-Kreuzberg von der Senatsverwaltung ein tragfähiges Konzept, das klare Maßnahmen für die Übergangszeit zwischen Autobahn-Eröffnung und Fertigstellung des Brückenüberbaus enthält.
„Es muss transparent dargelegt werden, wie der abfließende Verkehr geleitet werden soll, welche verkehrslenkenden Maßnahmen vorgesehen sind und ob es aktuelle verkehrliche Gutachten gibt, die diese komplexe Übergangssituation realistisch abbilden“, so Leistner.
Bezirke wollen A100-Eröffnung verschieben
„Aus unserer Sicht kann eine Eröffnung des Bauabschnitts nur dann verantwortet werden, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind. Ansonsten fordern beide Politikerinnen, die Autobahn-Verlängerung erst zu eröffnen, wenn der westliche Überbau der Elsenbrücke fertiggestellt ist.
Die Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt teilt die Sorge vor einem „Verkehrskollaps“ nicht. „Im Vorfeld der Inbetriebnahme wurden Simulationsrechnungen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Verkehrsmenge im Bereich der Elsenbrücke gegenüber dem heute bestehenden Zustand nur geringfügig zunehmen wird“, erklärt Sprecherin Petra Nelken.

Auf dem Behelfsbauwerk der Elsenbrücke über die Spree in Berlin wird es schon jetzt sehr eng.
Tobias Trommer/Aktionsbündnis A100 stoppenDas sei plausibel, weil aufgrund der bestehenden Einschränkung auf eins plus eins Fahrstreifen auf der Elsenbrücke keine wesentliche Erhöhung der Verkehrsnachfrage nach Eröffnung des neuen Bauabschnitts zu erwarten sei. „Dagegen wird mit Inbetriebnahme des 16. Bauabschnittes bereits mit einer deutlichen Entlastung unter anderem des Dammweges und der B96a gerechnet“, so Nelken.
„Bei der Planung wurde für die Elsenbrücke eine Verkehrsbelastung von 74.300 Fahrzeugen pro Tag nach Fertigstellung des 16. Bauabschnitts prognostiziert, was eine Zunahme von 12.800 Fahrzeugen pro Tag bedeutet“, hält Tobias Trommer vom „Aktionsbündnis A 100 stoppen“ dagegen.
Busse stehen ebenfalls im Stau
Trotz jahrzehntelanger Planung seien bis heute keine Busspuren eingerichtet worden, so Trommer, der selbst Anwohner ist. Die Buslinien zwischen Treptower Park und Ostkreuz – etwa an Puschkinallee, Elsenstraße, Stralauer Allee, Markgrafendamm und Kynaststraße – litten bereits unter massiven Verspätungen. „Wenn ich meine Kinder morgens zur Schule bringe, brauche ich gar nicht erst den Bus zu nehmen, weil der im Stau steht“, berichtet der Familienvater.
„Die Eröffnung der A100 wird die Probleme weiter verschärfen“, glaubt auch er. Das Aktionsbündnis, das lange gegen den Ausbau von Neukölln nach Treptow gekämpft hat, will generell weitere Planungen verhindern und kritisiert die hohen Kosten. Der 16. Bauabschnitt der A100 sollte ursprünglich 312,6 Millionen Euro kosten und ist in den vergangenen zehn Jahren auf rund 720 Millionen Euro angestiegen.
Daneben kritisieren Trommer und seine Mitstreiter, dass die Einladung zur Bürgerinformationsveranstaltung am Montagabend im Kino CineStar am Treptower Park erst vier Tage vor dem Termin veröffentlicht wurde. „Eine breite Beteiligung und Vorbereitung kritischer Fragen wurde dadurch massiv erschwert.“ Zudem seien trotz langer Planung bisher keine wirksamen Maßnahmen wie Tempolimits, Verkehrsmanagement oder alternative Verkehrsführungen umgesetzt worden.
Laut Senatsverwaltung ist allerdings eine Maßnahme schon sicher. Die Ampelschaltungen an der Elsenstraße würden in der Zeit, in der die Elsenbrücke eingeschränkt befahrbar ist, so programmiert, dass nur so viel Verkehr von der A100 abfließen kann, dass das städtische Netz nicht überlastet wird, erläutert Sprecherin Nelken. Dafür werde ein gewisser Rückstau auf der A100 in Kauf genommen.



