Die Länder Berlin und Brandenburg haben den Zuschlag im Wettbewerbsverfahren Netz Berlin-Stettin an die DB Regio Nordost erteilt. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) fungiert als Vergabebüro und hat das Wettbewerbsverfahren Berlin-Stettin im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg durchgeführt.
Die Vergabe umfasst die neue um zirka 20 Minuten beschleunigte Regionalexpress-Linie RE9 (heute nur Einzelfahrten des RE66) Berlin Flughafen BER T1+2 – Berlin Hbf – Angermünde – Bundesgrenze – Stettin (Szczecin) sowie die bisherige Regionalbahn RE66 Angermünde – Bundesgrenze – Stettin (Szczecin). Darüber hinaus enthält das Fahrplankonzept saisonale Verlängerungen einiger Fahrten von Stettin nach Misdroy (Międzyzdroje) und Swinemünde (Świnoujście).
Dadurch können neue, attraktive Direktverbindungen zwischen Berlin und der polnischen Ostseeküste hergestellt werden. Mittelfristig ist vorgesehen an Wochenenden, neue Aktivitäten aus „Kultur im Regio“ analog dem bekannten Kulturzug Berlin – Breslau (Wrocław) anzubieten.
Im April dieses Jahres probierten Berlins Verkehrssenatorin Bettina Jarasch und Brandenburgs Infrastrukturminister Guido Beermann den batteriebetriebenen Stadler-Zug Flirt auf der Strecke zwischen Berlin-Gesundbrunnen und Hennigsdorf aus.
Im April dieses Jahres probierten Berlins Verkehrssenatorin Bettina Jarasch und Brandenburgs Infrastrukturminister Guido Beermann den batteriebetriebenen Stadler-Zug Flirt auf der Strecke zwischen Berlin-Gesundbrunnen und Hennigsdorf aus.
© Foto: Roland Becker

Aus dem RE66 wird der RE9 und der fährt bis zum BER

Mit der Elektrifizierung und dem zweigleisigen Ausbau zwischen Angermünde und Stettin wird das Angebot des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) zwischen Berlin und Stettin deutlich ausgeweitet, aufgewertet und erheblich beschleunigt. So wird es auf der Verbindung zwischen Berlin und Stettin erstmalig einen strukturierten umsteigefreien Zweistundentakt geben, der durch eine weitere zweistündliche Umsteigeverbindung zu einem stündlichen Angebot ergänzt wird. Diese Züge fahren dann neu unter der Linienbezeichnung RE9 statt der heutigen einzelnen Fahrten des RE66 und werden über den Berliner Hauptbahnhof und Südkreuz bis Flughafen BER verlängert. Die Kapazität je Zug des Typs Flirt XL wird dabei mit 510 Sitzplätzen nahezu verdoppelt.
In Kombination mit den übrigen Zugangeboten zwischen Berlin und Angermünde sowie ergänzenden Pendelzügen zwischen Angermünde und Stettin gibt es dann insgesamt ein stündliches, schnelles Angebot zwischen Berlin und Stettin, jeweils stündlich abwechselnd zwischen Direktzug und einer Umsteigeverbindung mit verbesserten Anschlüssen in Angermünde. Die Fahrzeit zwischen Berlin und Stettin verkürzt sich in beiden Fällen um rund 20 Minuten auf etwa 90 Minuten.

Drei Fahrten je Stunde zwischen Angermünde und Berlin

Zwischen Angermünde und Berlin trägt die Linie RE9 zudem zu einer Angebotsverdichtung bei. Sie fährt zusätzlich zu den bestehenden Zügen des RE3 (Stralsund/Schwedt (Oder) – Angermünde – Berlin) sowie den Fernverkehrszügen zwischen Berlin und Stralsund und ergänzt somit den Fahrtenumfang auf der Strecke zwischen Berlin, Eberswalde und Angermünde auf zwei Fahrten je Stunde und Richtung. Mit der bereits heute fahrenden RB24 werden zwischen Berlin und Eberswalde sogar ganztägig drei Fahrten je Stunde angeboten.
Mehr Inhalte zum Regionalverkehr der Deutschen Bahn, der ODEG und der NEB in Berlin und Brandenburg gibt es auf einer Themenseite.