Bahn und S-Bahn in Berlin
: Alexanderplatz wird Geisterbahnhof – das sind die Folgen

Der Bahnhof Alexanderplatz in Berlin wird mindestens vier Jahre lang saniert und muss dazu komplett leer gezogen werden.
Von
Maria Neuendorff
Berlin
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Der Bahnhof Berlin-Alexanderplatz wird in den kommenden Jahren großflächig saniert.

Der Bahnhof Berlin-Alexanderplatz wird in den kommenden Jahren zur Baustelle.

Fabian Sommer/dpa
  • Der Bahnhof Alexanderplatz in Berlin wird ab Ende 2025 für vier Jahre saniert.
  • Die Sanierung umfasst Brandschutz und Gebäudeleerzug, Arbeiten starten 2026.
  • Fahrkarten und Snacks gibt es während der Bauzeit am Fernsehturm.
  • Einschränkungen und Sperrungen für S-Bahn und Regionalbahnen erwartet.
  • Berliner Stadtbahn über Ostern 2026 zwischen Alexanderplatz und Ostbahnhof gesperrt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Bahnhof Alexanderplatz ist nicht nur einer der wichtigsten Umsteigebahnhöfe in Berlin, sondern blickt auch auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Um den Bahnhof fit für die Zukunft und die steigenden Fahrgastzahlen zu machen, soll die belebte Station des S-Bahn- und Regionalverkehrs in den kommenden Jahren großflächig umgebaut werden.

„Der Alexanderplatz wird komplett erneuert“, kündigte der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Berlin, Alexander Kaczmarek, am Mittwoch (26.2.) auf einer Pressekonferenz zur Modernisierungsmaßnahme in Berlin und Brandenburg an.

Alexanderplatz – Bahn-Schalter zieht an den Fernsehturm

Bei der Komplettsanierung am Bahnhof Alexanderplatz gehe es in erster Linie um die Brandschutz-Ertüchtigung, hieß es. Dafür wird er sozusagen zum Geisterbahnhof, denn er muss komplett leer gezogen werden. Ende 2025 wolle man beginnen, die Gebäude, in denen sich derzeit zahlreiche Bistros, ein Supermarkt, Geschäfte, eine Kneipe und andere Dienstleistungsangebote befinden, freizumachen. „Das wird drei bis vier Monate dauern“, erklärt Kaczmarek. Die tatsächliche Bautätigkeit werde dann 2026 beginnen und erst 2029 enden.

Damit Fahrgäste trotzdem noch Fahrkarten oder Brötchen kaufen können, werden am Fernsehturm ein Service Point der Deutschen Bahn sowie ein Bäcker eingerichtet, berichtete der Konzernbevollmächtigte.

Denn die Sanierung solle größtenteils bei laufendem Betrieb über die Bühne gehen. „Wir werden aber trotzdem nicht auf einzelne Einschränkungen und Sperrungen verzichten können“, so Kaczmarek

Doch welche Ausmaße diese haben werden und in welchen Bauphasen die S-Bahnen der Linie S3, S5, S7, S9 sowie die Regionalbahnen RE1, RE2, RE7, RE8, RB23 nicht mehr am Alex halten können, konnte ein Bahn-Sprecher auf Anfrage noch nicht sagen. Für konkrete Informationen dazu sei es zu früh, da gerade erst die Planungen für den Bahnhofsumbau liefen.

Auch Bahnhof Zoo in Berlin ist noch eine Baustelle

Jetzt schon sicher ist allerdings, dass die Berliner Stadtbahn über Ostern zwischen Alexanderplatz und Ostbahnhof gesperrt wird. Grund dafür sind Gleiserneuerungen am Ostbahnhof. In der Zeit der Streckensperrung von Freitag, 11. April (22 Uhr) bis Dienstag, 22. April (1.30 Uhr) werde laut Bahn ein Schienenersatzverkehr zwischen Alexanderplatz und Ostbahnhof eingerichtet.

Die genannten Maßnahmen gehören zu einem großen Programm, bei dem die Deutsche Bahn mehrere wichtige Bahnhöfe auf der Stadtbahn umbauen will, um sie zu optimieren. Auch am Bahnhof Zoo, wo schon einige Läden erneuert wurden, andere Geschäftsbereiche aber noch Baustelle sind, werde sich der Bahnhofsumbau eine Weile hinziehen, hieß es.

Dass die Baumaßnahmen mehrere Jahre in Anspruch nehmen, liegt auch daran, dass die historischen Bahnhöfe auf der ab 1875 erbauten Stadtbahn unter Denkmalschutz stehen. Die 1882 eröffnete viergleisige Station am Alexanderplatz wurden im Verlauf ihrer Geschichte mehrfach umgebaut und erweitert. Von 1962 bis 1964 wurde das Bahnhofsgebäude unter anderem dem zeitgleich vor der Tür entstehende sozialistischen Stadtbild angepasst. Dazu gehörten unter anderem schlichte, hohe Verglasungen sowie Granit.

Beim jüngsten Umbau von 1995 bis 1998 verschwanden die Merkmale der DDR-Architektur wieder und zahlreiche Geschäfte zogen in den „Einkaufsbahnhof Alexanderplatz“, den heute täglich rund 150.000 Reisende passieren. Auf einen schnellen Snack auf die Hand, einen Stopp an der Theaterkasse oder einen Kaffee to Go müssen Pendler nun wohl in den kommenden Jahren verzichten.

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