Bargeldlos
: BVG will Münzautomaten in Berliner Straßenbahnen abschaffen

Die Berliner BVG testet in den kommenden 18 Monaten bargeldlose Ticketautomaten in ihren Straßenbahnen
Von
Maria Neuendorff
Berlin
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Wie auf dem Smartphone: Katrin Löwendorf vom BVG-Projektteam zeigt, wie die Bedienung der neuen Fahrkartenautomaten funktioniert. Ob die Anwendung verständlich genug ist und alle Bedürfnisse abdeckt, sollen die Fahrgäste nun testen und bewerten.

Maria Neuendorff

Um den Entwicklungen Rechnung zu tragen, testen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) in den kommenden 18 Monaten neue Auto–Modelle von zwei verschiedenen Anbietern in 36 ihrer Straßenbahnen. Das Besondere an beiden Varianten ist, dass das Angebot fast die gesamte Produktpalette abdeckt. Zwar kann man kein Ticket bis nach Frankfurt (Oder) lösen, aber auch die VBB–Monatskarte im ABC–Bereich gehört neben Anschlusstickets und Fahrradkarten mit zum Repertoire. Wie beim Online–Shoppen kommen die georderten Tickets in einen digitalen Warenkorb. Wer den grünen Button anklickt, kommt in den Bezahl–Modus. Über dem normalen Schlitz für Bankkarten gibt es auch ein Terminal, an dem man kontaktlos zahlen kann. Auch die Anwendungen für Apple–Pay und Google Pay sind integriert.

Für Fahrgäste, die anonym mit einer Karte bezahlen wollen oder über kein Konto verfügen, will die BVG  zudem eine aufladbare Geldkarte anbieten. Diese würden vorerst in den Kundenzentren, Kiosken und später auch online und bei Einzelhandelspartnern erhältlich sein, hieß es.

Sehschwache Fahrgäste bekommen über den „barrierefreien Modus“ die meistgekauften Tickets auch vergrößert angezeigt. Blinde können einen Sprachassistenten nutzen,   Touristen in den Englisch–Modus wechseln. „Wir können später auch noch andere Sprachen installieren, das ist ja das Schöne an der neuen Technologie“, sagt Katrin Löwendorf vom BVG–Projektteam.

Welche Funktionen die Nachfolger des aktuellen Münzautomaten mitbringen müssen, sollen nun die Fahrgäste in dem Test herausfinden. Sie sind aufgerufen, vor Ort oder per Online–Umfrage ihr Feedback zu geben und ihre Wünsche zu äußern.  Die Geräte werden in den kommenden vier Wochen nach und nach in die Fahrzeuge der Linie M5 eingebaut. Um weitere Fahrgäste zu erreichen, wird ab dem 1. Mai auf die Linie M10 gewechselt. In jeder Tram wird aber weiterhin auch ein alter Münzautomat mitfahren, für die Kunden, die weiterhin mit Bargeld bezahlen wollen. Über weitere Teststrecken können sich Interessierte auch auf der Projektwebsite www.bvg.de/neueAutomaten informieren oder zwei Automaten vor dem Kundenzentrum im U–Bahnhof Alexanderplatz ausprobieren.

Die Bewertungen sollen nach rund sechs Monaten in die Ausschreibung für insgesamt 500 neue Automaten einfließen. Theoretisch wäre es auch möglich, zusätzlich wieder eine Bargeld–Funktion in die neuen Modelle zu integrieren. Doch das würde auch eine Stange mehr Geld kosten, hieß es.