Bauern-Protest in Brandenburg: Gülle auf Straße B5 bei Elstal – Polizei übt scharfe Kritik

Auf der Bundesstraße B5 bei Elstal (Havelland) hat eine Protest-Aktion von Bauern zu Unfällen geführt. Mist und Gülle lagen auf der Straße. Traktoren mussten abgeschleppt werden.
Christian Pörschmann/dpaGülle und Mist auf der Bundesstraße 5 bei Elstal haben in der Nacht zu Montag (4. März) drei Verkehrsunfälle ausgelöst, bei denen fünf Personen verletzt wurden.
Protestierende Bauern hatten nach Angaben der Polizei von Montagmorgen Gülle und Mist über mehrere hundert Meter auf der Fahrbahn verteilt. Es kam zu Staus und Verkehrsverhinderungen, die sich auf der B5 viele Stunden von Sonntagabend bis Montagmorgen hinzogen.
Wie die Polizeidirektion West mitteilte, kamen nach den Unfällen auf der B5 fünf Verletzte ins Krankenhaus. Wie genau es dazu kam, müsse noch untersucht werden, sagte eine Sprecherin. Die Polizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und erteilte Platzverweise.
Fahrzeuge mussten von Abschleppwagen entfernt werden
Die B5 war auch am frühen Morgen noch gesperrt, da Bauern ihre Traktoren abgestellt hatten. Acht Fahrzeuge in Fahrtrichtung Nauen sowie die drei in Fahrrichtung Berlin mussten von Abschleppwagen entfernt werden, wie ein Polizeisprecher sagte.
Die Polizei in Brandenburg hat deutliche Kritik an der Protestaktion geübt. Es sei in Bezug auf eine zulässige Protestform eine Grenze überschritten worden, sagte Jan Müller, Vizepräsident der Brandenburger Polizei, am Mittwoch (6. März) im Innenausschuss des Brandenburger Landtages. Die Protestierenden hätten auf der B5 bei Elstal die Fahrbahn mit Gülle in eine „Rutschbahn“ verwandelt und Misthaufen als „Hindernisse draufgesetzt.
„Ihr bringt Menschenleben in Gefahr - vorsätzlich“, sagte Innenminister Michael Stübgen (CDU) in dem Ausschuss. Es sei eine Glückssache, dass nicht mehr passiert sei, ergänzte Müller.
Polizei hat mehrere Strafanzeigen gestellt
Müller berichtete von einer schwierigen Kommunikation mit den Demonstrierenden. Die Polizei habe mehrere Strafanzeigen wegen des Verdachtes des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr gefertigt, außerdem seien die Identitäten von 20 Menschen aufgenommen worden. Die Lage sei angespannt gewesen, zu körperlichen Auseinandersetzungen kam es aber nicht. Innenminister Stübgen sprach von „Kleinstgruppen“, die nicht im Bauernverband organisiert seien.
Eine weitere Protestaktion fand in Potsdam in der Nähe der Glienicker Brücke statt. Dabei seien „mehrere Traktoren und Autos auf der Straße“ gewesen, hieß es. Eine weitere Demonstration bei Groß Glienicke wurde ebenfalls geräumt. Die Versammlungen waren laut Polizei nicht angemeldet.
Blockiert ist seit Sonntagabend auch die B158 in Ahrensfelde. Die dortige Protestaktion soll noch bis zum späten Montagabend andauern.

