Brand bei Jüterbog: Feuer breitet sich aus – Baerbock vor Ort

Waldbrand bei Jüterbog: Die Löscharbeiten zum Feuer halten noch immer an. Mittlerweile sind 67 Hektar Wald betroffen. Welche weiteren Infos es zum Brand gibt.
Julian Stähle/dpaAuf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog in Brandenburg ist erneut ein Waldbrand ausgebrochen. Zuletzt waren nach Angaben der Feuerwehr rund 67 Hektar betroffen. Das sind umgerechnet rund 98 Fußballfelder. Der Einsatzleiter der Feuerwehr, Rico Walentin, war bereits davon ausgegangen, dass sich das Feuer zunächst ausbreiten würde.
Eine Drohne sollte das Gebiet weiter erkunden. Laut Kreisbrandmeister Silvio Kahle wurden für Freitag zwei Löschhubschrauber der Bundespolizei beantragt.
Feuer bei Jüterbog: Warn-App NINA
Die Warn-App NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) zeigt an, dass die Rauchentwicklung wieder deutlich zunehmen wird. Die Warnung vor Rauchentwicklung und Geruchsbelästigung gilt weiterhin und es wird empfohlen, sich aus dem Ausbreitungsgebiet fernzuhalten.
Momentan sind neben einem Löschhubschrauber auch zwei Löschfahrzeuge vor Ort. 32 Einsatzkräfte seien mit der Brandbekämpfung beschäftigt.
Das Feuer war aus noch ungeklärter Ursache gegen 11.40 Uhr am Donnerstag (29. August) ausgebrochen. Die Einsatzkräfte konnten von den Waldwegen aus das Feuer nicht erreichen. Wegen alter Munition im Boden waren die Löscharbeiten erschwert. Deshalb seien anfangs nur etwa 30 Kräfte im Einsatz gewesen, hieß es. Am Donnerstagnachmittag half ein Löschhubschrauber der Bundespolizei aus.
Waldbrandexperte zum Brand bei Jüterbog
Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel blickt relativ gelassen auf den sich zuletzt ausbreitenden Waldbrand bei Jüterbog. Das Feuer sei „bei weitem nicht besorgniserregend“, sagte Engel auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Es befänden sich keine Ortschaften und keine Infrastruktur in unmittelbarer Nähe. „Das Feuer kann sich noch bis zu den Haltelinien ausbreiten“, fügte Engel an. Haltelinien sind etwa größere Wege und Schneisen, die für die Feuerwehr betretbar seien und von denen die Bekämpfung des Feuers stattfinden könne.
Ein Überspringen des Feuers über diese Haltelinien hält Engel für unwahrscheinlich. Die Linien seien häufig sehr breite Schneisen. An den Stellen, an denen es nicht so breit ist, werde man ein Überspringen mit aller Kraft zu verhindern suchen. „Ich bin optimistisch“, so Engel.
Laut letztem Update von Kreisbrandmeister Silvio Kahle brannten noch gegen 11:30 Uhr ungefähr zehn Hektar. Wann genau das Feuer vollständig gelöscht sein wird, ist noch unklar. Kahle gibt an, dass es abhängig vom Wind und Wetter ist.
Baerbock sieht sich alte, vom Feuer abgebrannte Flächen in Jüterbog an
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) verbrachte nun einen länger geplanten Termin in unmittelbarer Nähe zu dem Brand. Sie ließ sich nahe gelegene Flächen zeigen, die im Jahr 2019 einem Waldbrand zum Opfer fielen und sich langsam erholen. Baerbock sagte mit Blick auf die Waldbrandfolgen und den aktuellen Brand, dass die Bedingungen für die Bekämpfung der Feuer auch eine Frage der nationalen Sicherheit seien.
„Es braucht mehr Gelder für alle Sicherheitsbereiche“, sagte Baerbock. Darunter falle auch die Bekämpfung von Waldbränden. Das Thema Waldbrandbekämpfung sei nur „ein Beispiel dafür, dass wir unsere eigene nationale Sicherheit neu definieren müssen“, ergänzte die Ministerin.
Baerbock in Jüterbog: es braucht mehr finanzielle Mittel
Die nationale Sicherheitsstrategie der Bundesregierung sehe unter anderem den „Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen“ vor. Durch Hochwasser-Extreme, Auswirkungen des Klimawandels und Waldbrände sei auch „unsere innere Sicherheit gefährdet“, führte Baerbock aus. Das heiße, dass dafür auch die entsprechenden Fähigkeiten und finanziellen Mittel zur Verfügung stehen sollten. Eine wesentliche Frage sei allerdings die Finanzierbarkeit in einer angespannten Haushaltslage.
Walentin zufolge ist ein Gebiet betroffen, auf dem es im vergangenen Jahr schon einmal auf einer Fläche von etwa 700 Hektar gebrannt hat. Die Feuerwehr war tagelang im Einsatz. Flugzeuge und Hubschrauber löschten aus der Luft. Auch Mitte August hatte es in dem Waldgebiet gebrannt.



