Die Einsatzkräfte der Feuerwehr in Brandenburg kämpfen derzeit gegen mehrere Waldbrände – einige sind durch Brandstiftung entstanden. So sei das etwa bei einer Brandserie im Gebiet Oranienburg (Oberhavel), teilte die Polizei mit. Innerhalb von wenigen Tagen habe es zahlreiche kleine Feuer in unmittelbarer Nähe zueinander gegeben. Spuren seien gesichert worden, sagte Christin Knospe, Sprecherin der Polizeidirektion Nord der Deutschen Presse-Agentur am Montag. „Wir prüfen die Zusammenhänge.“

In Brandenburg gilt die höchste Waldbrandgefahrenstufe

Menschliches Handeln verursacht nach Angaben des Umweltministeriums mehr als 90 Prozent aller Waldbrände mit bis zu 99 Prozent der Waldbrandschadflächen. „Das macht uns massiv Probleme“, berichtete der stellvertretende Waldbrandschutzbeauftragte Philipp Haase am Montag.
Nahezu im gesamten Land galt am Montag laut Umweltministerium die höchste Waldbrandgefahrenstufe fünf. Nur in Potsdam-Mittelmark galt die zweithöchste Stufe vier. Brandenburg verfügt über eine Waldfläche von rund 1,1 Millionen Hektar.

Erneut Waldbrände in Gransee (Oberhavel) sowie anhaltende Löscharbeiten in der Lieberoser Heide

Am Montag brach südwestlich von Gransee (Oberhavel) ein Brand aus. Ob es sich um ein Feuer auf einer Ackerfläche oder in einem Waldstück handelt, konnte Haase zunächst noch nicht sagen. Die Waldbrandfrüherkennung habe eine große Rauchentwicklung registriert.
In der Lieberoser Heide sind die Einsatzkräfte nach dem großen Brand auf 90 Hektar Fläche vor drei Wochen noch immer mit Nachlöscharbeiten befasst. Bis zu 20 kleinere Brandstellen gebe es noch, sagte Haase.

Zahl der Waldbrände gestiegen

„Die Zahl der Brände lag bis zum heutigen Tag (25. Juli) mit 376 bereits um rund 100 höher als zur gleichen Zeit im Jahr 2018“, sagte der stellvertretende Waldbrandschutzbeauftragte, Philipp Haase, der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Mit Stand Montag sind rund 950 Hektar Brandfläche registriert worden. 2018 wurden 1650 Hektar Waldfläche Opfer der Flammen, wie das Umweltministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der AfD-Landtagsfraktion mitteilte. Laut Waldbrandzentrale war das der höchste Wert seit 1990.
Laut Umweltministerium sind in Brandenburg seit 2018 bis Anfang Juli dieses Jahres insgesamt rund 4082 Hektar Wald durch Brände vernichtet worden. Das entspricht rechnerisch einer Fläche von 2915 Fußballfeldern. Den Angaben zufolge hatten sich in dieser Zeit im Landkreis Teltow-Fläming mit 1580 Hektar die meisten Waldbrandschäden in Brandenburg ereignet. Vergleichsweise glimpflich schnitt dagegen der waldarme Kreis Prignitz mit 5,7 Hektar Baumschäden seit 2018 ab.

Waldbrandsaison geht noch bis Ende September

„Entscheidend ist, ob wir in den kommenden Tagen und Wochen weitere Großschadenslagen bekommen“, betonte Haase. „Problematisch“ sei nach wie vor die Lage auf den munitionsbelasteten Flächen, auf denen die Löschmannschaften aus Gründen der Sicherheit nur beschränkt zum Einsatz kommen könnten. Die Waldbrandsaison geht bis Ende September.