In Brandenburg sind bis Anfang Juli bereits 750 Hektar Wald verbrannt. In Potsdam-Mittelmark fielen 410 Hektar den Flammen zum Opfer, in Elbe-Elster 250 Hektar. Seit 2018 hat es in Brandenburg auf rund 4000 Hektar Waldfläche gebrannt.
Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Lars Günther und Kathleen Muxel (beide AfD) hervor. Der Großbrand in der Lieberoser Heide zu Beginn dieses Monats mit 90 Hektar Fläche ist in der Statistik noch nicht mit eingerechnet.

Der Süden des Landes ist stärker betroffen

Besonders heftig waren die Jahre 2018 und 2019, als 1660 beziehungsweise 1350 Hektar Wald vernichtet wurden. Im vergangenen Jahr waren es dagegen nur rund 34 Hektar. Die größten Brände gab es im Landkreis Teltow-Fläming, wo 2018 insgesamt 600 Hektar Wald brannten und im Jahr darauf 925. In der Region um Jüterbog kommt es auf ehemaligen Militärflächen immer wieder zu Feuern, die wegen der Munitionsbelastung schwer zu löschen sind. Große Waldflächen gingen in den vergangenen Jahren auch in Potsdam-Mittelmark, Dahme-Spreewald, Elbe-Elster und Spree-Neiße verloren.

Eisenhüttenstadt/Neuzelle

Im Norden Brandenburgs gab es laut Landesregierung in den vergangenen fünf Jahren nur wenig Schäden durch Waldbrände. In der Prignitz waren rund 5 Hektar betroffen, in der Uckermark etwa 10. Auch Ostprignitz-Ruppin und der Barnim, obwohl durchaus waldreich, kamen nur mit kleineren Schadensereignissen davon.

Saatgut für Eichen ist kaum noch vorhanden

Die Landesregierung weist in ihrer Antwort darauf hin, dass Flächen ab einer Größe von 0,5 Hektar nach einem Brand innerhalb von 36 Monaten wieder aufgeforstet werden müssen. Die Frist kann auf Antrag bei der Unteren Forstbehörde verlängert werden. Auf munitionsbelasteten Flächen wird auf eine natürliche Wiederbewaldung gesetzt.
Das Landwirtschaftsministerium erklärte, dass laut einer Umfrage bei Baumschulen Saatgut für Rotbuchen, Roteichen, Esskastanien, Kiefern und Douglasien ausreichend vorhanden ist. Für Hainbuchen, die Ahornarten und Linden sei das Vermehrungsgut zumindest im begrenzten Umfang verfügbar. Anders sehe es bei den heimischen Eichenarten aus, wo seit 2019 nur wenig Eicheln geerntet werden konnten.
Der Landesforstbetrieb hat in den vergangenen Jahren eine 20 Hektar große Samenplantage angelegt. Dort soll Saatgut für Kiefern, Traubeneichen, Aspen, Spitzahorn, Esskastanien, Europäische Lärche und Douglasien gewonnen werden. Weitere Plantagen sind im Aufbau. Mit den ersten Ernten beim Spitzahorn wird in drei bis fünf Jahren gerechnet, bei Esskastanien und Eichen einige Jahre später.