BVG-Streik in Berlin
: Bus, U-Bahn und Tram fahren zwei Tage lang nicht

Im Tarifstreit mit der BVG erhöht Verdi den Druck und plant nun einen zweitägigen Streik bei Bus und Bahn in Berlin. Das müssen Pendler wissen.
Von
Maria Neuendorff
Berlin
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Verdi-Warnstreik bei der BVG: 27.01.2025, Berlin: Leere Tramgleise sind am Morgen am Alexanderplatz zu sehen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Berliner Verkehrsgesellschaft und ihrer Tochtergesellschaft Berlin Transport aufgerufen, am 27. Januar bis 28. Januar bis 3 Uhr an einem eintägigen Warnstreik teilzunehmen. Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen. Foto: Fariha Farooqui/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Leere Tramgleise am Alexanderplatz in Berlin. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe BVG zu einem zweitägigen Warnstreik aufgerufen.

Fariha Farooqui/dpa

Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem 48-Stunden-Streik bei den Berliner Verkehrsbetrieben am 20. und 21. Februar aufgerufen. „Fahrgäste müssen während des Verdi-Streiks damit rechnen, dass in dieser Zeit alle U-Bahnen und Straßenbahnen sowie die meisten Buslinien ausfallen“, hieß es am Montagnachmittag von der BVG.

Am 11. Februar hatte die BVG ein neues Angebot vorgelegt. Mit dem Angebot ist der BVG-Vorstand der Verdi-Forderung vor allem in der Frage der Festgeldforderung und bei den Zulagen entgegengekommen. „Darüber hinaus wird das Angebot jedoch in der Höhe von den Beschäftigten und der Tarifkommission weiterhin als zu niedrig bewertet“, heißt es von der Gewerkschaft.

Streik in Berlin: Verdi will Druck auf BVG erhöhen

Auch die weiterhin von der BVG geforderte vierjährige Laufzeit sei nicht akzeptabel. Auch das jetzige Angebot bedeute immer noch einen Reallohnverlust, weil es die Kaufkraftverluste aus den Zeiten der Inflation nicht kompensiere, so Verdi in einer Mitteilung. „Die BVG hat immer noch nicht verstanden, dass die Beschäftigten keine Reallohnsenkung akzeptieren werden. Deshalb erhöhen wir jetzt weiter den Druck“, erklärt Jeremy Arndt, Verdi-Verhandlungsführer bei der BVG, am Montagnachmittag.

„Die BVG bietet in der aktuellen Tarifrunde im Schnitt 17,6 Prozent mehr Lohn an und ist der Gewerkschaft in der letzten Runde deutlich entgegengekommen“, hieß es in einer Reaktion von der BVG. „Gegen dieses Angebot zu streiken, zeigt, dass Verdi die Lage des Unternehmens nicht ernst nimmt und die Realitäten verkennt.“ Die BVG braucht gute Rahmenbedingungen und Stabilität. „Wir appellieren an die Gewerkschaft Verdi, den völlig überzogenen 48-Stunden-Streik zurückzunehmen und am Verhandlungstisch gemeinsam an einem guten Ergebnis zu arbeiten.“

Doch nach jetzigem Stand werden nach Betriebsschluss in der Nacht zu Donnerstag bis Sonnabendfrüh U-Bahnen und Busse stillstehen.

Einige Buslinien, die von anderen Unternehmen im Auftrag der BVG betrieben werden, würden trotz Streiks auf die Linien geschickt, hieß es von der BVG. Auch die Fährlinien, die Rufbusse des Service BVG Muva und die Sharing-Fahrzeuge des Jelbi-Verbundes stünden wie gewohnt zur Verfügung.

Vor Fahrtantritt sollten Fahrgäste ihre Verbindung in der FahrInfo-App oder auf BVG.de prüfen. Die BVG wird so schnell wie möglich die konkreten Auswirkungen auf die Fahrgäste kommunizieren. Aktuelle Infos bekommen Fahrgäste dann hier: Streik | BVG

Die S-Bahn und der Bahn-Regionalverkehr sind von der aktuellen Tarifrunde nicht betroffen.

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