Corona: Berliner Senat diskutiert am Dienstag über die Öffnung von Kitas und Schulen

Der Berliner Senat berät in seiner Sitzung am Dienstag über die Rückkehr von Kitas und Schulen zum Normalbetrieb. (Symbolbild)
dpa/Rolf VennenberndSeit Montag sind neben den älteren Kindern auch die Vierjährigen bereits zurück in den Kitas. Nun fehlen die Jüngeren noch. In den Kitas soll auf möglichst stabile Gruppen geachtet werden, um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus zu verringern. Dafür ist die bisher geltende Begrenzung der Gruppengrößen aufgehoben worden. Auch Kitareisen sind wieder erlaubt. Nun geht es um das Konzept, wie künftig sämtliche Kinder wieder betreut werden können. Scheeres will ihre Vorstellungen am Dienstag im Senat präsentieren.
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Ebenfalls auf der Tagesordnung steht die Frage, wie es mit den Schulen weitergeht. Die Bildungssenatorin möchte nach den Sommerferien zum Regelbetrieb zurückkehren. Die Ferien starten in Berlin in diesem Jahr am 25. Juni und enden am 7. August. Die Schulen sind bereits seit 27. April wieder geöffnet, allerdings sind die Klassen in der Regel geteilt worden. Die Gruppen werden derzeit zeitlich versetzt oder in verschiedenen Räumen unterrichtet. Nur ein Teil des Unterrichts ist in der Schule möglich, daneben gibt es weiterhin Homeschooling.
Berliner Eltern mit Skepsis
Aufseiten der Berliner Eltern gibt es Skepsis, ob die Pläne des Senats zum Regelbetrieb an Schulen und Kitas umsetzbar sind. „Wir Eltern haben in den letzten drei Monaten alles gegeben, um neben Arbeit auch Homeschooling und die Betreuung unserer Kinder zu gewährleisten“, teilte die Initiative Kitakrise Berlin am Montag mit. „Diese Situation kann so nicht mehr weitergehen. Wir fordern tragfähige Lösungen.“ Eine Belastung wie in den vergangenen Wochen dürfe es für Familien nicht mehr geben.
Vor der Sitzung des Senats am Dienstag, bei der über die weitere Öffnung von Schulen und Kitas beraten werden soll, wollen Eltern vor dem Roten Rathaus für das „Recht auf Bildung und Betreuung“ demonstrieren. „Eine der größten Herausforderungen ist, dass nicht alle Lehrkräfte und Erzieherinnen zurück zum Dienst kommen“, sagte die Sprecherin der Elternorganisation Kitakrise Berlin, Katharina Mahrt. „Wir zweifeln daran, ob diese komplette Öffnung gelingen kann, ohne dass das Personal dafür da ist.“
Schon in den vergangenen Wochen habe sich gezeigt, dass es den Kitas an Personal oder Räumen fehle. „Das macht uns Kopfschmerzen“, sagte Mahrt. Für den Unterricht in den Schulen müsse überlegt werden, wie sich zusätzliches Personal gewinnen lassen. Die Elternorganisation schlägt vor, dafür vorübergehend Lehramts–Studierende einzubinden.
Mahrt forderte, die Senatsverwaltung für Bildung und Familie müsse schon jetzt weiter planen als bis zum Ende der Sommerferien: „Der Herbst und der Winter kommt, die nächsten Krankheitsfälle kommen. Und niemand kann wirklich einschätzen, wie Covid–19 sich dann verbreitet“, sagte Mahrt. „Wir wollen, dass es mit einem richtigen Plan in die zweite Jahreshälfte geht.“ Da gebe es noch viele Baustellen.
„Auch wenn es keine zweite Welle gibt, muss man davon ausgehen, dass Schulen und Kitas schließen müssen“, sagte Mahrt. „Auch für diese Fälle brauchen wir ein gutes Programm für digitalisierte Bildung.“
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