Kino-, Theater- oder Restaurantbesuche nur noch genesen oder mit Impfpass? In Brandenburg sind am Montag, 15. November die verschärften Regeln in Kraft getreten.
  • In Sachsen gilt seit 8. November flächendeckend das 2G-Modell. Ungeimpfte sind von Innengastronomie und Veranstaltungen ausgeschlossen
  • In Berlin wird die 2G-Regel ausgeweitet.
  • In Brandenburg wurde am 11. November über die neuen Corona-Regeln entschieden
  • Die neue Verordnung tritt am Montag, 15. November in Kraft und gilt vorerst bis Sonntag, 5. Dezember

Corona-Inzidenz bei Kindern in Brandenburg auf Rekord-Hoch

Die Zahl neuer Corona-Infektionen hat sich innerhalb einer Woche bei Schülerinnen und Schülern unter 15 Jahren in Brandenburg fast verdoppelt. Mit einer Marke von über 1000 liegt der Wert weit höher als in allen anderen Altersgruppen. Die Sieben-Tage-Inzidenz, der Wert neuer Corona-Fälle je 100 000 Einwohner in sieben Tagen, stieg bei den 10- bis 14-Jährigen von 744 auf 1318 in der vergangenen Woche, wie das Gesundheitsministerium am Montag per Twitter mitteilte. Bei den Fünf- bis Neunjährigen nahm er im gleichen Zeitraum von 663 auf 1133 zu. Am niedrigsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz bei den 70- bis 74-Jährigen mit 104.
Zum besseren Schutz von Schülerinnen und Schülern trat am Montag die Maskenpflicht wieder in Grundschulen in Kraft. Sie gilt ab der ersten Klasse. Damit ist der Mund-Nasen-Schutz wieder in allen Schulen Pflicht. Pro Woche sind nun drei statt zwei Corona-Tests Pflicht. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Brandenburg bekräftigte die Forderung nach einem täglichen Test. GEW-Landeschef Günther Fuchs forderte auch eine Auffrischungsimpfung für alle Beschäftigten in Kitas und Schulen.

2G in Brandenburg: Nur noch Geimpfte und Genesene dürfen in Clubs

Brandenburg verschärft die Corona-Vorgaben und führt die 2G-Regel für viele Bereiche des öffentlichen Lebens ein. Das Kabinett verabredete, dass nur Geimpfte und Genesene Zutritt zu Diskotheken, Clubs und Festivals. Gleiches gilt für Gaststätten und Hotels.

FFP2- oder OP-Maske? Folgende Regeln gelten ab Montag, 15.11.

  • Maskenpflicht in Grundschulen
  • Drei Schnelltests in Schulen pro Woche (vorher: zwei)
  • Im Krankenhaus oder Pflegeheim dürfen Patienten pro Tag höchstens zwei Besucher empfangen
  • Neben Clubs und Diskotheken gilt 2G auch in der Innengastronomie und Hotels (Camping, Kantinen, Mensen und Autobahnraststätten sind ausgenommen)
  • 2G gilt auch für touristische Reisen
  • Ebenso für sämtliche kulturelle Veranstaltungen
  • 2G in Schwimmbad, Therme, Sauna
  • Das Gleiche gilt Sport mit Kontakt in geschlossenen Räumen
  • 2G optional: Veranstaltungen ohne Unterhaltungen, Innenveranstaltungen, Kulturveranstaltungen und Weihnachtsmärkte
  • Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren gilt 2G-Regel nicht immer - Ausnahmen gibt es für unter 18-Jährige mit negativem Test
  • Diejenigen Erwachsenen, die sich nicht impfen lassen können, müssen eine FFP2-Maske tragen, wenn 2G gilt.
  • Für alle anderen genügt weiterhin grundsätzlich eine OP-Maske
  • 3G in Sporteinrichtungen und bei körpernahen Dienstleistungen wie z.B. Friseur
  • Testpflicht auch für nicht geimpftes und nicht genesenes medizinisches Personal, mindestens drei Tests pro Woche

Aktuelle Regeln in Brandenburg laut der Corona-Ampel

In Brandenburg gilt schon seit September eine Corona-Ampel, die über Maßnahmen im Land entscheidet. Folgende Indikatoren sind für die Corona-Ampel wichtig:
  • Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz: Anzahl der stationär behandelten Corona-Patientinnen und ‑Patienten innerhalb der letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern
  • Sieben-Tage-Inzidenz
  • Auslastung der Intensivbetten (ITS)
Ob die Ampel auf grün, gelb oder rot springt, entscheidet sich nach diesen Vorgaben:
Bei der Sieben-Tage-Hospita-lisierungsinzidenz:
  • grün: wenn der Wert kleiner 7
  • Warnwert gelb: 7 bis 12
  • Alarmwert rot: größer 12
Für die Sieben-Tage-Inzidenz:
  • grün: kleiner 100
  • Warnwert gelb: 100 bis 200
  • Alarmwert rot: größer 200
Für den Wert „Verfügbare ITS“ gilt:
  • grün: bis 10 Prozent der ITS-Betten sind mit COVID-19-Patienten belegt
  • Warnwert gelb: 10 bis 20 Prozent der ITS-Betten sind mit COVID-19-Patienten belegt
  • Alarmwert rot: mehr als 20 Prozent der ITS-Betten sind mit Covid-19-Patienten belegt.
In Brandenburg sind aktuell (Stand 15. November) die Ampeln auf:
  • Hospitalisierungsinzidenz bei 4,03 - Grün
  • 7-Tage-Inzidenz bei 376,1 - Rot
  • ITS-Auslastung bei 10,95 Prozent - Gelb

Quarantäne in Brandenburg: Wer muss wann in häusliche Isolation?

Die Quarantäne-Regeln haben sich in Brandenburg so häufig geändert, dass man schnell den Überblick verliert. Generell wurden die Bestimmungen aber mit der Zeit gelockert. Aktuell gilt Folgendes:
  • Wer mindestens zehn Minuten ohne adäquaten Schutz mit einer nachweislich infizierten Person Kontakt hatte, sollte vorsorglich in Quarantäne. Adäquater Schutz bedeutet: Mit Abstand von 1,5 Meter und mit Maske
  • Wer in durch das Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt wird, muss sich entweder zehn Tage isolieren oder kann sich nach fünf Tagen durch einen PCR-Test freitesten lassen
  • Nach sieben Tagen Quarantäne reicht auch ein Schnelltest zum Freitesten
  • Geimpfte und Genesene müssen nicht in Quarantäne

Booster-Impfung Brandenburg: Wo gibt es die 3. Corona-Impfung?

Angesichts der weiter steigenden Corona-Inzidenz in Deutschland werden immer mehr Forderungen nach Auffrischungsimpfungen laut. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) forderte einen Bund-Länder-Gipfel zu dem Thema. Zugleich bekräftigte sein Ministerium nach Kritik aus der Ärzteschaft die Auffassung, dass grundsätzlich jeder Anspruch auf die Booster-Impfung hat. In den Gruppen ab 70 Jahren, für die auch die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Auffrischungsimpfung empfiehlt, fällt der Anstieg der Corona-Zahlen meist leichter aus. Größer ist er vor allem bei den Hochaltrigen über 90 Jahre – der Wert stieg in der vergangenen Woche. Im höheren Alter falle die Immunantwort nach Impfungen gegen Corona insgesamt geringer aus und Impfdurchbrüche könnten häufiger auch zu einem schweren Verlauf führen, hieß es kürzlich in der Stiko-Begründung zu den Booster-Impfungen.
Seit September werden bestimmten Personengruppen Covid-19-Auffrischungsimpfungen angeboten. Die Auffrischimpfungen erfolgen mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe Moderna oder Biontech; dabei ist es unerheblich, mit welchem Impfstoff die Personen vorher geimpft worden sind.
Die Auffrischungsimpfung können Brandenburger und Brandenburgerinnen in den Arztpraxen bekommen. Auch gibt es insbesondere für Bewohnerinnen und Bewohner von Heimen mobile Impfteams.

Corona-Tests ab 13. November wieder kostenlos für alle

Seit Samstag, 13.11., sind wieder kostenlose Corona-Schnelltests für alle möglich. Das legt eine Verordnung des geschäftsführenden Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) fest, die am Freitag verkündet wurde. Der Bund führt damit das vor rund einem Monat stark eingeschränkte Angebot der „Bürgertests“ wieder auf breiter Front ein. Damit haben alle mindestens einmal pro Woche Anspruch auf einen Schnelltest durch geschultes Personal - auch unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus. Bescheinigungen können auch als Nachweis bei Zugangsregeln dienen.

Berlin weitet 2G-Regel aus

In Berlin gibt es für Ungeimpfte von Montag an strengere Corona-Maßnahmen. Der Senat hat angesichts der gestiegenen Zahlen von Corona-Fällen und sich abzeichnenden Engpässen auf den Intensivstationen beschlossen, die sogenannte 2G-Regel erheblich auszuweiten. Nur noch Geimpfte und Genesene (2G) sollen Zutritt beispielsweise zu Restaurants, Kinos, Theatern, Museen, Galerien oder Konzerthäusern haben, nicht auch Getestete (3G).
Das betrifft auch Sporthallen und Schwimmbäder, Freizeiteinrichtungen wie Saunen und Thermen sowie Vergnügungsstätten wie Spielhallen. Auch in geschlossene Räume in Freizeitparks oder im Berliner Zoo genau wie im Tierpark und im Botanischen Garten haben Ungeimpfte keinen Zutritt mehr. Auch für Friseur- und Kosmetiksalons, Fitness- und Tanzstudios gilt die 2G-Regel.
Davon ausgenommen sind Personen, die das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Für sie reicht auch künftig ein nachgewiesener negativer Corona-Test. Das gilt auch für Personen, die nachgewiesenermaßen aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können.
Bisher galt in Berlin zum Beispiel für Restaurantbetreiber oder Veranstalter ein Optionsmodell. Sie konnten selbst entscheiden, ob sie den Zutritt zu ihren Innenräumen Geimpften, Genesenen und Getesteten erlauben oder nur Geimpften und Genesenen, für die dann keine Maskenpflicht galt. Für Clubs und andere Anbieter von Tanzveranstaltungen war 2G schon bisher vorgeschrieben.

2G in Brandenburg: Impfquote bleibt zu niedrig

In Brandenburg sind 61,3 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft - damit liegt das Bundesland gleichauf mit Thüringen (61,5) vor Schlusslicht Sachsen (57,5 Prozent) auf dem vorletzten Platz der Bundesländer. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus blieb am Wochenende auf hohem Niveau: Innerhalb eines Tages wurden von den Gesundheitsämtern am Sonntag 1245 neue Fälle gemeldet. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche stieg landesweit auf 359,3. Inzwischen sind in Brandenburg alle Landkreise sowie die kreisfreien Städte Cottbus und Frankfurt (Oder) über dem Warnwert von 200.

Corona-Regeln in Sachsen: Das ist die neue Verordnung

In Sachsen wurde eine neue Schutzverordnung beschlossen. Diese gilt seit dem 8. November und bedeutet massive Einschränkungen für Ungeimpfte im Land. Damit haben nur noch Genesene und Geimpfte Zutritt etwa zur Innengastronomie, Diskotheken oder Freizeit- und Kultureinrichtungen. Ausnahmen gibt es für Kinder, Jugendliche und Menschen, die sich nicht impfen lassen können. Sie brauchen aber einen Test. Auch Großveranstaltungen wie Fußball im Stadion sind betroffen. Für den Einzelhandel oder Gottesdienste gilt 2G nicht. Zudem hat Sachsen seit Freitag die Vorwarnstufe nach der sächsischen Verordnung ausgerufen, was weitere Einschränkungen nach sich zieht. Es gelten Kontaktbeschränkungen, nur bis zu zehn Personen dürfen sich zeitgleich treffen – ausgenommen Kinder unter 16 sowie Geimpfte und Genesene.
Die genauen Details der neuen sächsischen Corona-Verordnung könnt ihr hier auf dem Portal der Lausitzer Rundschau nachlesen.