Corona Impfung
: Zu wenig Biontech - Brandenburg bestellt knapp 11.000 Impfstoff-Dosen Moderna

Weil der Bund die Lieferung des Biontech-Impfstoffs gedrosselt hat, sucht Brandenburg nun andere Wege. Hat mit der Moderna-Bestellung die angespannte Impfstoff-Situation ein Ende?
Von
dpa
Potsdam
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Eine Krankenschwester zieht den Impfstoff des Herstellers Moderna gegen das Coronavirus in einer gestellten Situation mit einer Spritze auf. Brandenburg hat 10.500 Impfstoff-Dosen bestellt, um die fehlende Lieferung von Biontech zu ersetzen.

Friso Gentsch/dpa

Brandenburg wird bei der Erhöhung des Impftempos wegen der Drosselung des Impfstoffs von Biontech durch den Bund ausgebremst und muss kurzfristig andere Lösungen suchen. So wird für kommenden Dienstag eine außerordentliche Lieferung von 10.500 Moderna-Impfstoff-Dosen direkt beim Bund geordert, wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte. Diese Anforderung werde derzeit beim Bundesministerium geprüft. Der Impfstoff reicht den Angaben zufolge für 112.000 Booster-Impfungen und 48.000 Erst- und Zweitimpfungen. Damit wäre ab Mitte nächster Woche eine Verbesserung der Situation zu erwarten, hieß es weiter.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte den Bundesländern mitgeteilt, dass bei sieben Millionen bestellten Impfdosen von Biontech in der laufenden Woche nur drei Millionen ausgeliefert werden können.

Beschäftigte im Gesundheitswesen verunsichert

Mediziner und Politik zeigten sich verärgert. Eine Information über die Höhe der konkreten Kürzung durch den Bund habe im Vorfeld nicht stattgefunden, Bestellungen von Moderna-Impfstoff konnten deshalb nicht kurzfristig entsprechend angepasst werden. Es bestehe eine große Unsicherheit vor Ort, kritisierten die Beteiligten der Gesundheitsbranche, darunter Kassenärzte und Landeskrankenhausgesellschaft. Sie forderten, dass das Bestellsystem, das derzeit vom Bund über Großhändler an die Apotheken liefert, dringend verlässlicher strukturiert werden müsse.

Zu einem Zeitpunkt, an dem die Impfkampagne im Land durch zusätzlich errichtete Impfstellen und andere Impfangebote deutlich an Fahrt gewinne, werden wegen des Impfstoffmangels möglicherweise Engpässe bei den Impfungen in den nächsten Tagen auftreten. Eine Verschiebung der Öffnung neuer Impfstellen oder Absagen von Impfterminen sei die Folge.
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