„Wir fühlen uns von der Landesregierung, von Bildungsministerin Britta Ernst und Ministerpräsident Dietmar Woidke (beide SPD) im Stich gelassen“, betonte Frank Wolf, Landesbezirksleiter Verdi Berlin-Brandenburg, am Dienstag in einer Online-Pressekonferenz. Die Landesregierung lasse die Erzieherinnen die Krise ausbaden.
Verlangt werden landesweit einheitliche Regelungen in den Kitas. „Weg vom Regelbetrieb hin zu einer ernsthaften Notbetreuung“, sagte Wolf. In Brandenburg sollen laut Ministerium Kitas nur in Regionen mit besonders hohen Infektionszahlen geschlossen bleiben.

Petition fordert Versorgung mit Schutzmasken und Corona-Schnelltests für Erzieherinnen

In einer Petition an die Landesregierung wird die ausreichende und regelmäßige Versorgung mit geeigneten Schutzmasken und wöchentliche Corona-Schnelltests für die Erzieherinnen verlangt. „Wir können uns von den Kindern nicht fernhalten. Da die keine Symptome entwickeln, ist schlecht zu erkennen, ob sie erkrankt sind“, sagte Diana Walluks, Erzieherin in Kremmen (Landkreis Oberhavel) und Vorsitzende der Verdi-Landesfachgruppe Sozial-, Kinder- und Jugendhilfe.
Entgegen des Beschluss der Bund-Länder-Konferenz sind die Kitas in Brandenburg grundsätzlich geöffnet. Allerdings sind die Eltern gebeten, ihre Kinder möglichst zu Hause zu betreuen. Die Auslastungsquote liegt nach Verdi-Angaben bei 70 bis 90 Prozent - genauso hoch wie im Januar vergangenen Jahres vor Corona.
In der Petition werden auch konsequente Festlegungen auf systemrelevante Berufsgruppen mit einem Anspruch auf Kinderbetreuung gefordert. Da die Kitas im Land nahezu im Normalbetrieb liefen, gingen die Erzieher jeden Tag das hohe Risiko ein, an Covid-19 zu erkranken, heißt es zur Begründung.
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