Die beiden größten Krankenhäuser in Potsdam haben um Unterstützung bei der Behandlung von Corona-Patienten gebeten.
Die Stadt Potsdam twitterte am Samstag, das Klinikum Ernst von Bergmann und das St. Josefs-Krankenhaus suchten Helferinnen und Helfer, Studierende der Medizin, ausgebildete Pflegekräfte, Notfallsanitäter und Rettungsassistenten, „die sich mit uns gegen das Coronavirus stellen“. „Jede helfende Hand wird gebraucht“, hieß es auf der Internetseite der Landeshauptstadt. Potsdam rief am Freitag einen Massenanfall von Erkrankten aus. Damit kann die Koordination besser gesteuert werden, es ist die letzte Stufe vor dem Katastrophenfall.
Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) rechnet noch mit einer Verschlimmerung. „Die aktuelle Situation in den Krankenhäusern ist nur der Blick in den Rückspiegel. Wir haben jetzt so viele aktuelle Neuinfektionen, dass es tatsächlich sehr eng wird“, sagte Schubert der „Märkischen Allgemeinen“ (Samstag). Er schlug vor, dass Sanitätskräfte der Bundeswehr, die in Berlin stationiert sind, auch in Brandenburg aushelfen könnten. „Damit wäre uns eher geholfen als mit Menschen ohne medizinische Vorbildung.“
Die Zahl neuer Corona-Ansteckungen in Brandenburg ist weiter rekordverdächtig hoch: Innerhalb eines Tages seien 1316 neue Fälle hinzugekommen, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit. Darin waren keine Fälle aus Potsdam enthalten, die Stadt gab die Zahl am Samstag mit 90 an. Wenn sie hinzugezählt würden, läge die Zahl landesweit über dem Höchstwert von 1328 vom Freitag.

Elbe-Elster ist Corona-Schwerpunkt

Schwerpunkt ist der Landkreis Elbe-Elster mit fast 517 neuen Ansteckungen je 100.000 Einwohner in einer Woche. Dahinter folgt der frühere Hotspot, der Kreis Oberspreewald-Lausitz, mit einem Wert von 458 - in ganz Brandenburg stieg das Niveau auf fast 267. Als aktuell erkrankt gelten 12 805 Menschen. Landesweit kamen 23 neue Todesfälle hinzu.
Die Lage in anderen Krankenhäusern ist ebenfalls angespannt. Zuvor waren 51 Patienten von Südbrandenburg in Berliner Krankenhäuser und zehn Patienten nach Sachsen-Anhalt verlegt worden. Im Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus werden derzeit 57 Patienten behandelt, die an Covid-19 erkrankt sind, davon 17 auf der Intensivstation, teilte die Stadt am Samstag mit. Die Zahlen seien trotz der Verlegung von Patienten weiter hoch.
Das Klinikum Niederlausitz in Senftenberg im Landkreis Oberspreewald-Lausitz sah am Freitag ebenfalls keine Entspannung. Seit einem Hilferuf vor zwei Wochen hätten sich 180 Helfer gemeldet, 29 seien eingestellt. Am 27. Dezember sollen die Impfungen in Brandenburg starten - zunächst mit einem mobilen Team in einem Heim in Oberspreewald-Lausitz.
Mehr zu Corona und den Folgen in Brandenburg und Berlin gibt es auf unserer Themenseite.