Der Impfstopp für Astrazeneca ist aufgehoben. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Impfungen mit dem Vakzin gegen das Coronavirus am Donnerstag wieder erlaubt. Bereits an diesem Freitag können die Impfungen auch in Brandenburg weitergehen.
Alle bereits gebuchten Termine mit dem Impfstoff von AstraZeneca für diesen Samstag, 20. März 2021, bleiben bestehen und finden statt, hieß es am Freitag aus Potsdam. Nach Angaben von Gabriel Hesse, Sprecher des brandenburgischen Gesundheitsministeriums sind für diesen Sonnabend noch 2300 Impfungen mit Astrazeneca weiter gebucht und nicht mit den übrigen Impfungen dieses Präparats zunächst abgesetzt worden. Auch die bereits vergebenen Termine für die nächste Woche bleiben bestehen.

Am Freitag werden wieder freie Impftermine online eingestellt

Im Laufe des Freitags werde wieder freie Impftermine auf dem Online-Buchungs-Portal eingestellt. Wichtig: Abgesagte Termine müssen selbstständig neu gebucht werden.
Bereits im Zuge der zwischenzeitlichen Aussetzung der Impfung mit Astrazeneca, war darüber informiert worden, dass alle Personen, die schon eine Erstimpfung mit Astrazeneca hatten, ihren Termin für ihre Zweitimpfung behalten, diese Termine also bestehen bleiben.
Noch ist nicht entschieden, ob noch mehr Hausärzte als bislang in Brandenburg nun selbst den Impfstoff verabreichen dürfen. Vorerst geschieht das nur in einer begrenzten Zahl von Praxen im Rahmen eines Modellprojekts. In Märkisch-Oderland impfen zudem elf niedergelassene Ärzte im Auftrag des Landkreises.

Erste Zweitimpfungen mit Astrazeneca ab Mitte April

Der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung beträgt bei Astrazeneca zwischen neun und zwölf Wochen. Die ersten Impfungen mit Astrazeneca fanden in Brandenburg am 17. Februar 2021 statt. Das bedeutet, dass die ersten Zweitimpfungen Mitte April folgen.
Die Europäische Arzneimittelbehörde hatte das Präparat von Astrazeneca noch einmal überprüft. Auslöser waren Fälle von Thrombosen, also Blutgerinnseln, in Hirnvenen nach einer Impfung. Hinweise darauf, dass die Impfungen die Vorfälle verursacht hätten, hat die EMA aber nicht gefunden. Ausgeschlossen sei dies zwar auch nicht. Aber EMA-Chefin Emer Cooke ist davon überzeugt, dass der Impfstoff folgende Voraussetzungen erfüllt: Er sei sicher. Er sei wirksam gegen Covid-19. Und deshalb überwögen die Vorteile bei Weitem die Risiken.

Impfstoff ist immer noch knapp

Der Impfstoff soll mit einer Warnung versehen werden. Demnach soll er in möglichen seltenen Fällen Thrombosen an Hirnvenen bei Frauen unter 55 Jahren verursachen können. Unterm Strich sehen EMA und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Deutschland aber keine unvertretbar höheren Gesundheitsgefahren.
Noch ist der Impfstoff knapp. Daher können noch nicht alle Brandenburgerinnen und Brandenburger, die das wünschen, sofort geimpft werden. Vorrang haben zunächst besonders gefährdete Menschen.
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