Angesichts rasant gestiegener Corona-Infektionszahlen haben Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) und die Kassenärztliche Vereinigung eindringlich an die Bürger appelliert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. „Die Lage ist ernst. Wir müssen beim Impfen Tempo machen“, sagte Nonnemacher am Samstag laut Mitteilung. „Wir müssen mehr Menschen aus der immer noch großen Gruppe der Ungeimpften erreichen und den nachlassenden Impfschutz besonders gefährdeter Personengruppen auffrischen.“
Die so genannten Booster-Impfungen hätten nun in Pflegeheimen und bei älteren Menschen Priorität, betonte Nonnemacher. Aber auch anderen Personen könnten nach ärztlicher Beurteilung Auffrischungsimpfungen angeboten werden, die diese nach Ablauf von sechs Monaten nach Abschluss der ersten Impfserie wünschten.

Risiko für Ungeimpfte „sehr hoch“

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, Peter Noack, erklärte, es sei ausreichend Impfstoff vorhanden und die Impfungen würden von den Haus- und vielen Fachärzten im Land angeboten. „Im Sommer haben die Praxen mit 100.000 Impfungen in einer Woche ihre Leistungsfähigkeit bewiesen“, sagte Noack. Dagegen gab es in der vergangenen Woche in Brandenburg nur 26.000 Impfungen, davon 24.000 in Arztpraxen.
Das Ministerium verwies in der Mitteilung darauf, dass das Robert Koch-Institut (RKI) die Gefährdung der nicht vollständig geimpften Bevölkerung in Deutschland als „sehr hoch“ einschätze. Für vollständig Geimpfte werde die Gefährdung dagegen als moderat eingeschätzt.
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