Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz hat die Zahl der neuen Ansteckungen binnen einer Woche einen Rekordwert erreicht. Die Sieben-Tage-Inzidenz - der Wert der neuen Infektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche - habe einen Wert von 450,8 erreicht, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Am Vortag war den Angaben zufolge ein Wert von 351,1 ermittelt worden. Der Landkreis Kreis Spree-Neiße lag mit einem Inzidenzwert von 285,8 an zweiter Stelle, am Montag waren 255,9 gemeldet worden. Im Landesdurchschnitt stieg der Wert von 149 binnen eines Tages auf 155,9.

581 Personen werden im Krankenhaus behandelt

Von Montag auf Dienstag seien 634 neue Infektionsfälle gemeldet worden, teilte das Ministerium mit. Von Sonntag auf Montag seien es 340 gewesen, am Dienstag vor einer Woche 427. Insgesamt gibt es nach den Angaben derzeit 24698 laborbestätigte Covid-19-Fälle. 581 Patienten werden im Krankenhaus behandelt, 131 davon intensivmedizinisch betreut. Aktuell erkrankt sind im Land 7846 Menschen (+188). 16 371 Menschen gelten den Angaben zufolge als genesen - 428 mehr als einen Tag zuvor.
Wie aus dem Intensivregister hervorgeht, sind in Brandenburger Krankenhäusern knapp ein Fünftel der 755 Intensivbetten frei.

SPD will schärfere Maßnahmen in Hotspots

Brandenburgs SPD-Landtagsfraktionschef Erik Stohn dringt auf schärfere Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus in Regionen mit hohen Ansteckungszahlen. Er sagte am Dienstag in Potsdam, er sei dafür, dass die jetzigen Regeln fortgeführt werden und sich alle mit Blick auf die Entwicklung der Infektionszahlen daran halten. „Und da, wo sie wirklich hochschnellen über bestimmte Inzidenzgrenzen, müssen wir nochmal verschärfte Maßnahmen ergreifen.“ Stohn nannte ein Beispiel: „Da kann es halt nicht sein, dass da noch Glühweinstände in Cottbus offen sind. Da müssen wir auch eine Zeit lang auf geliebte Wochenmärkte erstmal verzichten.“
Ab einem Wert von 200 gilt eine Region als Hotspot - in Brandenburg sind das nach Angaben des Gesundheitsministeriums derzeit die Kreise Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße, Elbe-Elster, Oder-Spree, und die Stadt Cottbus. Bei Werten über 200 können die Kommunen schärfere Maßnahmen anordnen wie bereits in den Kreisen Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße geschehen.

Einschränkungen für Demonstrationen möglich

Der SPD-Fraktionschef schlug dem Kabinett vor, Einschränkungen für Demonstrationen bei einem hohen Sieben-Tage-Wert zu ermöglichen - wenn vorher absehbar sei, dass sich Demonstranten nicht an Vorgaben wie Maske und Abstand halten werden. Damit bekräftigte Stohn seine Kritik an Demos der Gegner von Corona-Maßnahmen, bei denen zum Teil viele Teilnehmer keine Maske tragen oder zu wenig Mindestabstand zum Nächsten halten.
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