„Mitten in der Krise macht die Industrie in Brandenburg wieder Geschäfte“, sagte Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammern (IHK) Berlin-Brandenburg. In der jüngsten Konjunkturumfrage der IHK bewerteten immerhin 86 Prozent der Industrie ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend.
Wie auch in Berlin ist die wirtschaftliche Situation im Bundesland bei den einzelnen Branchen sehr unterschiedlich. „Alle anderen Branchen gaben an, in den nächsten Monaten Stellen zu streichen“, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Ostbrandenburg, Gundolf Schülke. Laut eine Umfrage der IHK Potsdam sähen sich rund 10 Prozent der Unternehmen von Insolvenz bedroht. In einzelnen Branchen seien es auch 15 bis 18 Prozent. „Wir brauchen eine Perspektive der Öffnung - Stück für Stück und unter Berücksichtigung aller Bereiche des Gesundheitsschutzes“, sagte Eder.

Baugewerbe kommt besser durch Coronakrise

Überraschend schwach bewertete das Baugewerbe die eigenen Geschäftsaussichten. Das Gewerbe kam bislang deutlich besser als andere durch die Krise. Nun gaben in Brandenburg rund 37 Prozent der dort befragten Unternehmen an, dass sie für den Sommer eine schlechtere Geschäftslage erwarteten. Im Herbst lag der Anteil noch bei lediglich 23 Prozent.
Über alle Branchen hinweg habe sich die Lage vor allem für kleinere Unternehmen verschärft, während sich Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern im Schnitt besser schlagen. Das ist schlimm, weil kleinere Betriebe das Rückgrat der Berliner und Brandenburger Wirtschaft sind“, sagte Eder.

Tesla in Grünheide nicht in Auswertung eingeflossen

Das neue Tesla-Werk in Grünheide und dessen voraussichtliche Auswirkungen auf die Beschäftigungslage in Brandenburg sei in die Auswertung indes nicht eingeflossen, hieß es.
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