Der Start der Auszahlung von Überbrückungshilfen für von der Coronakrise betroffenen Unternehmen dauert in Brandenburg mindestens fünf bis sechs Wochen.
„Das liegt unter anderem daran, dass bei jedem neu aufgelegten Hilfsprogramm die Spielregeln geändert werden“, erklärte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss des Landtags. Dafür müsse jeweils eine neue Software angelegt werden. Zudem müssten die Anträge ausreichend geprüft werden, betonte der Minister. „Es geht um große Millionenbeträge, das sind alles Steuergelder“, sagte Steinbach. „Wir würden zum Teufel gejagt, wenn wir da Mitnahmeeffekte bedienen.“

Unternehmen warten auf Novemberhilfe

Die vom Lockdown betroffenen Unternehmen sollen mit der November- und Dezemberhilfe 75 Prozent ihres entsprechenden Umsatzes im Vorjahr für den Zeitraum der Schließung erstattet bekommen.
Etwa die Hälfte der Novemberhilfen sind in Brandenburg an Soloselbstständige und kleine Unternehmen ausgezahlt worden. Insgesamt 8466 Anträge haben unter anderem Hotels, Gaststätten, Kultureinrichungen oder Fitnessstudios gestellt, die ihren Betrieb im November aufgrund der Pandemie-Anordnungen des Bundes einstellen mussten. Rund 89,3 Millionen Euro sind beantragt und etwa 43 Millionen Euro ausgezahlt worden.

2000 Anträge auf Dezember-Hilfen bewilligt

Die sogenannte Dezemberhilfe wollen 5733 Betriebe und Selbstständige in Anspruch nehmen. Bewilligt worden sind bislang knapp 2000 dieser Anträge. Von rund 62,6 Millionen Euro beantragter Dezemberhilfen sind bislang 23,4 Millionen Euro bei den Unternehmen angekommen.
Rund 95 Prozent der Antragsteller hätten bereits Abschläge für die Dezemberhilfe bekommen, sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) am Mittwoch.
Wegen technischer Probleme konnten die Anträge erst vom 12. Januar an ausgezahlt werden.

70 Prozent der Hotels und Restaurants vor Existenz-Aus

Eine Umfrage des Hotel- und Gaststättenverbandes Brandenburg (Dehoga) hatte ergeben, dass sich 70 Prozent der Hotels und Restaurants in der Corona-Pandemie in ihrer Existenz gefährdet sehen.
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