Es wird kälter, grauer und nasser. Die Menschen werden wieder krank, haben eine Erkältung oder auch wieder immer häufiger Corona. Die Maskenpflicht wird erneut debattiert.
Der Bundesminister für Gesundheit, Karl Lauterbach (SPD), stellte eine neue Impfkampagne vor. Doch wie genau sieht eigentlich aktuell die Lage in Brandenburg und den einzelnen Landkreisen aus?

Aktuelle Corona-Zahlen Brandenburg heute, 21.10.2022 (Stand 11.30 Uhr)

Wo liegt die 7-Tage-Inzidenz und wo lag sie gestern und vergangene Woche? Wie viele Menschen wurden in den vergangenen 24 Stunden als infiziert gemeldet und wie viele sind es nun insgesamt? Wie viele Todesfälle gab es in den vergangenen 24 Stunden und wie viele macht das im Ganzen? Wieviele Menschen sind wie häufig geimpft? Wo liegt die Hospitalisierungsrate und was sagt sie nochmal genau aus?
Die Corona-Zahlen für Brandenburg vom 21.10.2022 im Überblick (alle aufgeführten Zahlen stammen, soweit nicht anders vermerkt, vom RKI):
  • Sieben-Tage-Inzidenz: 692,9
  • Neuinfektionen heute: 3030
  • Infektionen gesamt: 1.010.609
  • Neue Todesfälle: 5
  • Todesfälle gesamt: 5993
  • Impfquote (Erstimpfung): 67,9  Prozent
  • Impfquote (vollständig): 68,1 Prozent
  • Impfquote Booster-Impfungen: 55,6 Prozent
  • Hospitalisierungsrate: 19,54. Die Rate gibt an, wie viele Menschen, umgerechnet auf 100.000, innerhalb von einer Woche wegen Corona ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Zum Vergleich: Die niedrigste Hospitalisierungsrate hat derzeit Bremen mit 5,03 und die höchste das Saarland mit 28,81. Der bundesweite Durchschnitt liegt also bei 13,24 und Brandenburg liegt darüber.
Statistik: Erkrankungs- und Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19) in Brandenburg seit März 2020 (Stand: 23. Februar 2022) | Statista
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Es müssen aktuell immer mehr Corona-Infizierte in Krankenhäusern aufgenommen werden. Am gestrigen Donnerstag, 20.10.2022, waren es 998 – der Alarmwert der Warnampel des Landes Brandenburg liegt bei 1000. Mehr Patienten bedeuten weniger Betten: Am Mittwoch lag der Anteil freier Betten in den Intensivstationen bei 13,7 Prozent, der Warnwert von 15 Prozent ist also schon unterschritten.

Aktuelle 7-Tage-Inzidenzen in den einzelnen Landkreisen heute, 21.10.2022 (Stand 11.30 Uhr)

  • Barnim – 523,7
  • Brandenburg an der Havel – 688,6
  • Cottbus – 856,0
  • Dahme-Spreewald – 780,3
  • Elbe-Elster – 844,3
  • Frankfurt (Oder) – 1146,8
  • Havelland – 510,5
  • Märkisch-Oderland – 536,5
  • Oberhavel – 701,1
  • Oberspreewald-Lausitz – 710,3
  • Oder-Spree – 734,2
  • Ostprignitz-Ruppin – 562,6
  • Potsdam – 690,1
  • Potsdam-Mittelmark – 734,3
  • Prignitz – 827,0
  • Spree-Neiße – 846,8
  • Teltow-Fläming – 635,8
  • Uckermark – 666,5
Die niedrigste 7-Tage-Inzidenz hat das Havelland (510,5) und die höchste hat Frankfurt an der Oder (1146,8). Damit liegt der brandenburgische Durchschnitt bei 692,9. Zum bundesweiten Vergleich: Bremen hat momentan die niedrigste Inzidenz mit 3835 und die höchste Inzidenz liegt aktuell in Nordrhein-Westfalen bei 116.789. Der bundesweite Durchschnitt beträgt damit 644,5. Brandenburgs Inzidenz liegt über diesem Wert.

7-Tage-Inzidenz und Neuinfektionen im Vergleich: heute, gestern und vor einer Woche

Die brandenburgische Inzidenz liegt bei 692,9. Gestern lag sie bei 718,3 und vor einer Woche, am Freitag, 14.10.2022, bei 748,4.
Heute wurden laut RKI 3.030 Neuinfektionen in Brandenburg binnen 24 Stunden vermeldet. Gestern, am Donnerstag, 20.10.2022 waren es laut dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg 4112 gewesen und vor einer Woche, am Freitag, 14.10.2022, 2960.

Was bedeutet das?

Diese Zahlen sind mit Vorsicht zu betrachten. Man kann von einer hohen Zahl nicht erfasster Fälle ausgehen. Viele Menschen lassen sich gar nicht testen oder schließen an einen positiven Schnelltest keinen PCR-Test an. In die Statistik des RKI können aber nur positive PCR-Tests aufgenommen werden. Hinzu kommt, dass es immer wieder zu Problemen bei der Datenübermittlung ans RKI kommt. Häufig werden Zahlen nachgemeldet, was die einzelnen Tageswerte verzerren kann. Ganz allgemein schwanken die dem RKI übermittelten Zahlen in Bezug auf die Infektionen und Todesfälle an unterschiedlichen Wochentagen stark.
Karl Lauterbach, Bundesminister für Gesundheit, stellte vergangenen Freitag eine neue Kampagne vor. Sie soll für Impfung, aber auch allgemein gegenseitige Rücksichtnahme werben und läuft unter dem Motto "Ich schütze mich".
Karl Lauterbach, Bundesminister für Gesundheit, stellte vergangenen Freitag eine neue Kampagne vor. Sie soll für Impfung, aber auch allgemein gegenseitige Rücksichtnahme werben und läuft unter dem Motto „Ich schütze mich“.
© Foto: Michael Kappeler
Allgemein lässt sich sagen, dass die vom RKI erfasste 7-Tage-Inzidenz deutschlandweit aktuell deutlich weniger schnell steigt als sie es noch vor ein oder zwei Wochen tat. In Brandenburg scheint es sogar, als würde sie sinken. Dennoch liegen sowohl die Inzidenz, als auch die Hospitalisierungsrate Brandenburgs über dem bundesweiten Durchschnitt. Des Weiteren liegt die Zahl der mit Corona Infizierten und in Krankenhäusern Behandelten nur knapp unter dem Alarmwert. Die verbleibende Zahl freier Betten in Intensivstationen ist schon jetzt unter dem entsprechenden Warnwert. Voraussichtlich soll kommenden Dienstag darüber beraten werden, ob und wenn ja, in welchem Maße die Corona-Regeln wieder verschärft werden sollen. Die Gesundheitsministerin Brandenburgs, Ursula Nonnemacher  (Grüne), möchte auch Corona-Viren im Abwasser analysieren lassen, um so das Kommen oder Gehen einer Corona-Welle besser voraussagen zu können. Ein solches Pilotprojekt besteht derzeit bereits, beispielsweise in Berlin.
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