Coronavirus
: Kaum Verstöße gegen Corona-Auflagen auf Brandenburgs Spielplätzen

Kaum Verstöße gegen Corona-Auflagen auf Brandenburgs Spielplätzen
Von
dpa
Potsdam
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Mitarbeiter der Firma Formsache aus Wolfenbüttel verpassen dem Buckelwal auf dem noch gesperrten Wasserspielplatz im Park am Schloss in Oranienburg einen neuen Anstrich. Nach fünf Wochen Corona-bedingter Schließzeit öffnete der etwa 30 Hektar große Garten der Stadt wieder seine Tore für Besucher. Gesperrt bleiben die Spiellandschaft und die gastronomischen Einrichtungen.

Soeren Stache/dpa

Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab, haben die Kommunen in Zeiten der Sperrungen nur wenige Verstöße gegen die Corona-Auflagen ahnden müssen. „Die Spielplätze sind mit Flatterband abgesperrt worden. Verstöße waren sehr selten, es wurde bisher kein Bußgeld verhängt“, sagt zum Beispiel Christine Homann, Sprecherin der Stadt Potsdam. In Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) hat der Außendienst der Stadt bisher täglich die Spielplätze kontrolliert. „Bis auf ein paar mündliche Verwarnungen und abgerissene Flatterbänder wurden keine nennenswerten Verstöße festgestellt“, berichtet Stadtsprecher Reik Anton.

In Oranienburg (Oberhavel), wo bisher 34 öffentliche Spielplätze gesperrt waren, hat es laut Stadtsprecherin Eike-Kristin Fehlauer bisher nur einen Fall gegeben, bei dem eine Anzeige an das zuständige Gesundheitsamt gefertigt werden musste. Anders sah die Situation in Cottbus aus. "Wir hatten im April insgesamt 105 Verstöße gegen das Verbot der Spiel- und Sportplatznutzung“, berichtet Stadtsprecher Jan Gloßmann. Ermahnungen und freundliche Gespräche hätten in den besagten Fällen aber ausgereicht.

Aufgrund der positiven Erfahrungen während der Spielplatzsperrungen, geht Homann auch in der Zeit der Wiedereröffnung unter besonderen Schutzauflagen davon aus, dass sich die meisten Potsdamer an die Regeln halten werden. Die Stadtverwaltung werde versuchen, die durch die Landesregierung angekündigten Auflagen und Schutzmaßnahmen sowie regelmäßige Kontrollen so schnell wie möglich umzusetzen.

Zudem hatte die Landeshauptstadt die Zwangspause genutzt, um Reparaturen und Erneuerungen an den Spielplätzen vorzunehmen. „Der Wasserspielplatz im Volkspark konnte in dieser Zeit komplett erneuert werden“, sagt Homann. Nahezu abgeschlossen sei auch der Neubau des Nutheparks, der Spiel- und Bewegungsangebote sowie neu gestaltete Aufenthaltsbereiche bereithalte. „Ansonsten finden Kontrollen und Reparaturen turnusmäßig statt“, so die Stadtsprecherin. Für die Unterhaltung und Instandsetzung der Spielplätze betrage das geplante Budget in diesem Jahr knapp 300 000 Euro. Für grundhafte Sanierungen und Neubauten seien fast 400 000 Euro eingeplant.

Unabhängig von der Corona-Krise nehmen Kontrollen und Reparaturen an Spielplätzen auch in Cottbus, König Wusterhausen und Oranienburg ihren gewohnten Lauf. „Die wöchentlichen Kontrollen aller öffentlichen Spielplätze haben auch in der Zeit der Sperrungen stattgefunden. Alle Spielplätze sind in einem guten Zustand“, sagt Fehlauer. In den nächsten Jahren sei der Neubau einiger weiterer Spielplätze in Oranienburg geplant. Positive Wirkung hatten die Sperrungen der Sprecherin zufolge auch gehabt. „Dadurch gab es natürlich deutlich weniger Vandalismus an den Spielgeräten und auch das Müllaufkommen hat sich halbiert“, informiert sie.

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