Diebstahl in Berlin-Spandau
: Angst ums Fahrrad – diese Straßen sind gefährlich

Fahrraddiebe sind überall in Berlin ein Problem. Auch in Spandau bleiben die Räder nicht verschont. Wo das Fahrrad nicht abgestellt werden sollte.
Von
Britta Meyer
Berlin-Spandau
Jetzt in der App anhören
Fahrraddiebstähle nehmen in Berlin zu, auch in einigen Ecken Spandaus sind Räder nicht sicher

Fahrraddiebstähle nehmen in Berlin zu, auch in einigen Ecken Spandaus sind Räder nicht sicher

Carsten Rehder / dpa

Kaum etwas kann einem so nachhaltig den Tag vermiesen, doch viele haben es schon erlebt: Dort, wo das eigene Fahrrad angeschlossen wurde, herrscht plötzlich gähnende Leere. Die Zahl der Fahrraddiebstähle in Berlin-Spandau nimmt zu. Welche Straßen besonders betroffen sind und was helfen kann.

Obwohl Spandau im Vergleich zu anderen Bezirken von Berlin von der schlimmsten Fahrradräuberei verschont bleibt, haben die Diebstähle in den zurückliegenden Jahren deutlich zugenommen.

Diebstahl von Fahrrädern – Zahlen aus Berlin-Spandau

Laut Informationen des Landeskriminalamts wurden im Jahr 2023 in Spandau 776 Fahrraddiebstähle zur Anzeige gebracht.

Laut Angaben aus dem Abgeordnetenhaus geht für das erste Halbjahr 2024 aus der polizeilichen Eingangsstatistik hervor, dass in Berlin-Spandau 262 gestohlene Fahrräder gemeldet wurden.

Manche Gegenden sollten als Abstellort schlicht gemieden werden. Wie jeder Bezirk hat auch Spandau seine typischen Ecken, an denen Räder lieber nicht abgestellt werden sollen. Das zeigt eine Antwort des Abgeordnetenhauses vom 23. Juli 2024 auf eine Anfrage von Kristian Ronneburg, Niklas Schenker und Niklas Schrader (Die Linke).

Demnach konnten die drei am stärksten belasteten Orte für Fahrraddiebstähle im Bezirk identifiziert werden.

  • Die Carl-Schurz-Straße ist mit 91 angezeigten Diebstählen am häufigsten vertreten.
  • Direkt darauf folgen die Borkumer Straße mit 70 und die Gartenfelder Straße mit 34 gemeldeten Fällen.

Tipps von der Polizei – so kann Diebstahl verhindert werden

Wie können Fahrradfahrer den Verlust des teuren Gefährts verhindern? Die Sachbereiche Prävention der jeweiligen Polizeiinspektionen sind direkter Ansprechpartner für die Bürger bei Fragen zum Thema Fahrradsicherung und Fahrradcodierung und beraten die Bürger bei Bedarf.

Oft bleibt dem Besitzer nur noch das verwaiste Schloss übrig

Oft bleibt dem Besitzer nur noch das verwaiste Schloss übrig

Sebastian Gollnow/dpa

Folgende Tipps gibt die Polizei für eine effektive Diebstahlsicherung von Fahrrädern:

  • Hochwertige Fahrradschlösser (Kette, Stahlbügel, Stahl–Faltschlössern) sind eine sinnvolle Investition. Der Schutzgrad beziehungsweise die Widerstandsklasse ist in der Regel auf der Verpackung ersichtlich. Die Fahrradbranche gibt einen Richtwert für die Kosten an: Ein Schloss sollte zirka zehn Prozent des Fahrradwertes kosten.
  • Wenn möglich, sollen Vorder– oder Hinterrad mit dem Fahrradrahmen zusammen an einen fixen Gegenstand geschlossen werden. So würden das Wegtragen sowie der Abbau von Teilen erschwert werden.
  • Die angeschlossenen Fahrräder sollten an möglichst öffentlichen, beleuchteten und stark frequentierten Orten abgestellt werden. „Täter agieren möglichst an abgelegenen, nicht einsehbaren Örtlichkeiten.“
  • Die Ausstattung des Fahrrades mit einem GPS-Tracker biete sich ebenfalls an, um es bei Verlust wiederfinden zu können.
  • Wer sich ein neues Fahrrad zulegt, investiert am besten auch in eine Diebstahlversicherung.
  • Für den Fall eines Diebstahls sollten im Vorfeld die Rahmennummer, der Kaufbeleg (Rechnung) und die allgemeinen Fahrraddaten (Farbe, Reifengröße, Ausstattung, Schaltung, Marke) idealerweise in einem Fahrradpass notiert werden. Hilfereich sind auch Fotos von den Fahrrädern mit den Individualmerkmalen. Das erleichtert die Arbeit der Versicherungen und der Polizei.
  • Eine weitere Möglichkeit, sein Fahrrad gegen Diebstahl zu sichern ist die, Fahrradcodierung. Zur Prävention bietet die Polizei an, das Fahrrad mit einem individuell nummerierten Aufkleber kostenlos kennzeichnen zu lassen. Der Aufkleber ist nicht einfach abzulösen und die erfassten Daten des Rades werden zusammen mit den Angaben zum Halter gespeichert. Sollte das Rad abhandenkommen und wieder auftauchen, kann es dem Besitzer so schnell zurückgebracht werden.