Elche in Brandenburg: Berühmter Elch ist tot, woran ist Bert gestorben?
Mit dem markanten gelben Halsband war Bert leicht zu erkennen. Jetzt ist der Elch in Brandenburg gestorben. (Archivbild)
Frank-Uwe Michler/HNEE- In Brandenburg starb der Elch „Bert“ überraschend im Naturpark Nuthe-Nieplitz.
- Ein GPS-Sender meldete ein Mortalitätssignal, danach wurde sein Kadaver geborgen.
- Die Obduktion ergab schwere innere Verletzungen infolge eines stumpfen Traumas.
- Ein anderer Elchbulle war kurz zuvor in 100 Metern Nähe – Ursache bleibt offen.
- Bert trug fünf GPS-Halsbänder, seine Daten liefern detaillierte Bewegungsprofile.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Deutschlands wohl berühmtester Elch ist tot. Bekannt als „Bert“ lebte das Tier in Brandenburg und hat sich dort zu einer kleinen Berühmtheit gemausert. „Im Naturpark Nuthe-Nieplitz entwickelte er sich zu einem regelrechten Maskottchen“, heißt es in der Pressemitteilung der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE). Im Alter von zehn Jahren ist Bert nun plötzlich verstorben.
Ursprünglich stammt der Elch aus Polen. Dort ist er im Jahr 2016 auf die Welt gekommen. Zwei Jahre später taucht er das erste Mal im Süden Brandenburgs auf. Schließlich findet das große Tier 2019 im Naturpark Nuthe-Nieplitz eine neue Heimat. „Dort nutzte er jährlich ein Streifgebiet von durchschnittlich rund 10.000 Hektar“, heißt es von der HNEE. Damit war Bert nach Angaben der Hochschule der einzig bekannte Elch, der sich dauerhaft in einem festen Streifgebiet in Deutschland etablierte.
Seitdem begleiteten ihn Biologen und überwachten seine Aktivitäten in Brandenburg. Bis jetzt. Denn am vergangenen Samstag (19.9.) übertrug der GPS-Sender, der Berts Bewegungen übermittelte, ein sogenanntes Mortalitätssignal.
Woran ist der Elch in Brandenburg gestorben?
Wissenschaftler bargen daraufhin Berts Kadaver und brachten ihn nach Berlin, wo er am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung untersucht wurde. Die Todesursache sind laut HNEE „schwere innere Verletzungen infolge eines stumpfen Traumas“.
Wie sich Bert die schwerwiegenden Verletzungen zugefügt hat, lässt sich bislang nicht genau rekonstruieren. Eine Vermutung gibt es hingegen schon. So hielt sich nach Angaben des HNEE ein weiterer Elchbulle am Tag vor Berts Tod nur knapp 100 Meter entfernt von ihm auf. „Begegnungen zwischen Elchbullen können während der Brunft mit körperlichen Auseinandersetzungen verbunden sein“, erklärt Pressesprecher Ulrich Wessollek. Dazu könnten laut HNEE auch die festgestellten Verletzungen passen. „Welche Einwirkung letztlich das tödliche Trauma verursacht hat, bleibt jedoch offen.“
Doch Bert hinterlässt der Nachwelt wertvolle Daten. Sein Bewegungsprofil wurde in den vergangenen neun Jahren mit insgesamt fünf GPS-Halsbändern überwacht. „Damit zählt er zu den weltweit am längsten telemetrisch überwachten Elchen“, so Ulrich Wessollek. Die Daten ermöglichen „außergewöhnlich detaillierte Einblicke in das Raum- und Wanderverhalten eines Elches in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft“. So wird sich die Wissenschaft auch nach dem Ableben des Elches noch weiter mit dessen Leben beschäftigen.
