Anschlag in Berlin geplant: Polizei nimmt mutmaßlichen IS-Anhänger in Bernau fest

Die Polizeiinspektion von Bernau. Die Bundesanwaltschaft hat einen mutmaßlichen Unterstützer der Terrororganisation «Islamischer Staat» (IS) festnehmen lassen, der einen Anschlag auf die israelische Botschaft in Berlin geplant haben soll.
Maximilian Specht/dpa- Festnahme in Bernau: Libyer plante Anschlag auf israelische Botschaft in Berlin.
- Verdächtiger soll am 20. Oktober einem BGH-Richter vorgeführt werden.
- Ermittlungen wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung.
- Durchsuchungen in Bernau und NRW; Hinweis kam von ausländischen Nachrichtendiensten.
- Israels Botschafter dankt deutschen Sicherheitsbehörden für ihren Einsatz.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der in Bernau bei Berlin festgenommene mutmaßliche IS-Unterstützer hat einen Anschlag mit Schusswaffen auf die israelische Botschaft in Berlin geplant. Dem 28-jährigen Libyer Omar A. werde vorgeworfen, Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu sein, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit.
Er habe spätestens seit Oktober 2024 beabsichtigt, „einen öffentlichkeitswirksamen Anschlag mit Schusswaffen auf die israelische Botschaft in Berlin“ zu verüben. „Zur Planung des Vorhabens tauschte sich der Beschuldigte in einem Messenger-Chat mit einem Mitglied des IS aus.“
Die Festnahme geschah am Samstagabend (19. Oktober) in der Unterkunft des abgelehnten Asylbewerbers in einem Asylbewerberheim. Der Beschuldigte werde noch am Sonntag (20. Oktober) dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der dann über eine Untersuchungshaft entscheiden werde. Der Libyer war am Samstagabend in Bernau festgenommen worden.
Anschlag in Berlin geplant: Durchsuchungen auch in NRW
Die Wohnung des Beschuldigten in Bernau wurde durchsucht, wie ein Sprecher der Bundesanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur sagte. Im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen hätten Einsatzkräfte zudem eine Wohnung einer nicht tatverdächtigen Person durchsucht. Der „Bild“ sagte der Sprecher, in Sankt Augustin bei Bonn seien nur Zeugen befragt und mögliche Beweise gesichert worden.
Es habe Hinweise gegeben, dass der Tatverdächtige nach dem Anschlag zu einem Verwandten nach Sankt Augustin flüchten und sich danach ins Ausland absetzen wollte. Dieser Verwandte gelte derzeit nicht als Beschuldigter, sondern als Zeuge.
Wie verschiedene Medien berichteten, soll Omar A. im November 2022 nach Deutschland eingereist sein. Im Januar 2023 habe er Asyl beantragt, das Gesuch sei im September 2023 abgelehnt worden sein.
Die stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Andrea Lindholz (CSU), sieht in der Festnahme „zunächst einmal einen Erfolg“, wie sie diesem Medium sagte. „Wir sehen aber auch, dass die Anschlagsgefahr durch den islamistischen Terror in unserem Land anhaltend hoch ist“, fügte sie hinzu.
Anschlag in Berlin geplant: Dank des israelischen Botschafters
Israels Botschafter Ron Prosor dankte den deutschen Sicherheitsbehörden, „dass sie die Sicherheit unserer Botschaft gewährleisten“. „Der muslimische Antisemitismus beschränkt sich nicht auf hasserfüllte Rhetorik, sondern fördert den weltweiten Terrorismus“, teilte Prosor der dpa mit. „Die Mitarbeiter der israelischen Botschaft sind besonders gefährdet, weil sie an vorderster Front der Diplomatie stehen.“
Der Staat Israel hatte das Grundstück samt einer Villa in der Auguste-Viktoria-Straße im Südwesten Berlins 1998 erworben. Die Botschaft und die Residenz des Botschafters wurden am 9. Mai 2001, dem 53. Unabhängigkeitstag des Staates Israel, in Anwesenheit des damaligen Außenministers und späteren Staatspräsidenten Schimon Peres eingeweiht.
Reul: „Wir sind euch auf der Spur!“
Nach dem Terrorangriff islamistischer Terroristen auf Israel am 7. Oktober 2023 war auch in Deutschland eine starke Zunahme antisemitischer Vorfälle registriert worden. „Die Hemmschwelle, zu Gewalt gegen Juden aufzurufen und auch auszuüben, sinkt“, sagte der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, der dpa Anfang Oktober.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte der „Bild“ am Samstagabend, die Sicherheit jüdischer Einrichtungen habe oberste Priorität. „Dieser Zugriff heute war ein Erfolg - aber gleichzeitig auch eine Warnung an die Personen, die jüdisches Leben in Deutschland bedrohen wollen: Wir sind euch auf der Spur!“
Die Bundesanwaltschaft ist unter anderem für Taten des islamistisch motivierten Terrorismus zuständig. Generalbundesanwalt Jens Rommel machte diesen bei der Jahresbilanz seiner Behörde als eine der Hauptgefahren für Deutschland aus. Von mehr als 700 im vergangenen Jahr eingeleiteten Ermittlungsverfahren aus dem Bereich Terrorismus und Staatsschutz betrafen Rommel zufolge knapp 500 den islamistischen Terrorismus.


