Festnahme in Brandenburg
: Mutmaßliche rechte Terrorzelle – junge Männer festgenommen

Rechte Terrorzelle – Polizei nimmt Verdächtige in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hessen fest. Sie sollen Anschläge geplant haben.
Von
dpa
Berlin
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In mehreren Bundesländern, darunter Brandenburg, sind junge Rechtsextremisten festgenommen worden. (Archivfoto)

Christoph Reichwein/dpa
  • Fünf Rechtsextremisten in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen festgenommen.
  • Sie planten Anschläge auf Geflüchtete und politisch Andersdenkende.
  • Die Festnahmen erfolgten durch eine Polizei-Aktion am frühen Mittwochmorgen.
  • Ermittlungen werden vom Generalbundesanwalt geführt.
  • Hintergrund: zunehmende Bedrohung durch rechtsextreme Gewalt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Generalbundesanwalt geht gegen junge Männer vor, die einer mutmaßlichen rechtsextremen Terrorzelle angehören sollen. Bei einer Polizei-Aktion gegen eine Vereinigung, die sich selbst „Letzte Verteidigungswelle“ nennt, werden am frühen Mittwochmorgen (21. Mai)  in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen fünf Verdächtige festgenommen.

Es handelt sich um Benjamin H., Ben-Maxim H., Jerome M., Lenny M. und Jason R., teilt der Generalbundesanwalt mit. „Die Festnahmen erfolgten in Mecklenburg-Vorpommern (im Landkreis Rostock und in Wismar), Brandenburg (im Landkreis Oberspreewald-Lausitz) und Hessen (Lahn-Dill-Kreis)“, heißt es in der Mitteilung.

Bei den beiden Verdächtigen aus Brandenburg handelt es sich nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa um zwei 15-Jährige aus Altdöbern und Großräschen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz, von denen einer bereits in Untersuchungshaft sitzt. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit einem Brand in einem Kulturhaus in Altdöbern im Oktober 2024 und einem mutmaßlich geplanten Anschlag auf eine Asylunterkunft in Senftenberg im Februar dieses Jahres.

Verteidigung der „Deutschen Nation“

Die teils noch sehr jungen mutmaßlichen Mitglieder der Gruppe sollen Anschläge auf Geflüchtete und politisch Andersdenkende geplant haben. Wie die Karlsruher Behörde weiter mitteilte, begannen Einsatzkräfte zudem in Sachsen und Thüringen mit Durchsuchungen in insgesamt 13 Objekten. Diese Maßnahmen richteten sich gegen drei weitere deutsche Staatsangehörige, die bereits in Untersuchungshaft sind.

Die „Letzte Verteidigungswelle“ soll spätestens im April 2024 gegründet worden sein, wie die Bundesanwaltschaft erklärte. „Die Mitglieder dieser Vereinigung verstehen sich als letzte Instanz zur Verteidigung der „Deutschen Nation"“, so die Karlsruher Behörde. „Ihr Ziel ist es, durch Gewalttaten vornehmlich gegen Migranten und politische Gegner einen Zusammenbruch des demokratischen Systems in der Bundesrepublik Deutschland herbeizuführen.“

Die oberste deutsche Strafverfolgungsbehörde wirft vier der Festgenommenen die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor, einem die Unterstützung einer solchen Vereinigung. Drei sollen sogenannte Rädelsführer der Gruppe gewesen sein. Unter den Vorwürfen nennt die Bundesanwaltschaft auch versuchten Mord, Brandstiftung und Sachbeschädigung.

Anschlag auf Asylunterkunft geplant?

Im Februar hatten sächsische Ermittler einen mutmaßlich geplanten Anschlag auf eine Asylunterkunft im brandenburgischen Senftenberg dank der Hinweise einer Journalistin verhindert.

Am 12. Februar waren im sächsischen Meißen eine Wohnung und eine weitere Immobilie durchsucht worden. Dabei wurde nach Auskunft der Generalstaatsanwaltschaft Dresden Sprengstoff in Form von zwei Kugelbomben gefunden, außerdem Schlagringe, Einhandmesser, Munition, Schreckschuss- und Softairwaffen. Ein 21-jähriger Deutscher, der am Tag der Durchsuchung festgenommen wurde, soll sich damit für einen Anschlag auf eine Asylunterkunft in Senftenberg ausgestattet haben.

Bei den Kugelbomben handelte es sich laut Staatsanwaltschaft um industriell hergestellte Pyrotechnik. Als hilfreich erwiesen sich die Recherchen des Reporterteams auch bei der Aufklärung eines Brandanschlags auf ein Kulturhaus in Altdöbern im Oktober. Zwei der nun festgenommenen jungen Männer stehen im Verdacht, an der Attacke am 23. Oktober 2024 beteiligt gewesen zu sein.

„Besonders erschütternd ist: Alle heute Festgenommenen sollen bei Gründung der Terrorgruppe noch minderjährig gewesen sein“, sagte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD). Es sei auch Aufgabe der Politik, der Radikalisierung gerade auch von Jugendlichen entgegenzuwirken.