Film in Berlin-Spandau
: Wo für Kino, Netflix und Sky gedreht wird – Blick in CCC Filmstudios

Berühmte Serien und Filme entstehen in den CCC Filmstudios in Berlin-Spandau. Das neueste Werk erscheint im Oktober 2024 und verspricht große Emotionen.
Von
Jessica Neumayer
Spandau
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CCC-Filmstudios in Spandau, Ortsteil Haselhors, Dreh zum Kinofilm "Münter und Kandinsky"

In den CCC-Filmstudios in Berlin-Spandau entstehen internationale Blockbuster fürs Kino und beliebte Serien für Streamingdienste wie Netflix, Sky und Co.

CCC-Filmstudios / Alice Brauner
  • CCC-Studios in Berlin-Spandau produzieren internationale Filme und Serien für Netflix und Sky.
  • Aktuell wird an einem Film über Münter und Kandinsky mit Produktionskosten im hohen siebenstelligen Bereich gearbeitet.
  • Seit 2015 modernisiert Alice Brauner die Studios; traditioneller Charme bleibt erhalten.
  • Studios bieten keine Führungen an, sind aber wegen niedriger Kosten bei deutschen Produktionen beliebt.
  • Verlosung: 3x2 Kinotickets für den Film "Münter und Kandinsky" am 18. Oktober 2024.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Serien für Netflix, Sky und ZDF sowie internationale Kinofilme werden in Hollywood gedreht. So der erste Gedanke. Dabei entsteht die Filmmagie vieler Blockbuster, Klassiker und Serien im Spandauer Ortsteil Haselhorst. Die neueste Eigenproduktion aus den CCC-Filmstudios erscheint im Oktober 2024 in den Kinos. Die MOZ durfte einen Blick hinter die Fassade werfen.

Uwe Ochsenknecht, Anya Taylor-Joy, Emilia Schüle oder Heino Ferch – alle waren sie schon in Spandau. „Ku’damm 56“ und „Das Damengambit“ sind nur zwei der vielen Produktionen, die in den Spandauer Studios gedreht wurden. Für die Sky-Serie „Helgoland 531“ wurde sogar über mehrere Tage ein künstliches Meer auf dem Gelände gegenüber der Insel Eiswerder aufgebaut.

Filmmagie auf historischem Gelände

Ein einladender Torbogen in rotbraun mit der Aufschrift „CCC Filmstudios“ begrüßt Besucher des Filmareals. Einige Schritte weiter wirkt der Anblick schon etwas ernüchternd. Riesige Gebäude in Kastenform stehen neben einem verwaisten Bauprojekt und dem als Wasserspeicher getarnten, denkmalgeschützten Turm einer ehemaligen Pulverfabrik.

CCC-Filmstudios in Spandau, Ortsteil Haselhors, Blick hinter die Kulissen

Neben den großen Hallen, in denen internationale Blockbuster produziert werden, steht zwei denkmalgeschützte Gebäude einer ehemaligen Pulverfabrik. Diese Gebäude waren die ersten Häuser, die Artur Brauner 1947 für das Filmatelier gekauft hat.

Jessica Neumayer

Für Besucher bleiben die großen, grauen Metalltüren geschlossen. „Wir sind gut ausgebucht. Deswegen können wir keine Führungen anbieten“, betont Alice Brauner, Geschäftsführerin und Mitinhaberin der CCC-Filmstudios.

Im Schnitt finden in den Studios zwei Großproduktionen pro Jahr statt, plus weitere kleinere Projekte. „Es ist immer ein großes Jonglieren“, sagt Brauner über den straff organisierten Produktionsplan in den vier Ateliers.

Vorteile der Filmstudios in Berlin-Spandau

Seit 75 Jahren gehen die Stars in Spandau ein und aus – und kaum einer merkt es. Das sei ein Vorteil der CCC-Filmstudios, sagt Brauner. „Das Gelände ist so übersichtlich, dass wir es leicht schützen können.“ Zudem seien die Drehteams immer sehr dankbar, dass sie das ganze Gelände nutzen können „Da nicht viele Produktionen nebeneinander stattfinden, entsteht viel Unruhe.“

CCC-Filmstudios in Spandau, Ortsteil Haselhorst, Greenbox, Werbedreh, Atelier

Die CCC-Filmstudios in Spandau haben ein breites Angebot. Neben Studioproduktionen gibt es auch eine Halle mit einer sogenannten Greenbox, die häufig für den Dreh von Werbeclips und Musikvideos genutzt wird.

Jessica Neumayer

Alice Brauner hat 2019, nach dem Tod ihres Vaters Artur Brauner, die Leitung der Studios übernommen. Operativ habe sie das Familienunternahmen schon seit 15 Jahren geführt. Eigentlich sei sie mit Leib und Seele Journalistin gewesen. Doch auch das Filmgeschäft habe sie mit der Muttermilch aufgesogen.

Als ihr Vater krank wurde, sagte er ihr, sie dürfte sein Lebenswerk nicht untergehen lassen. „Er wusste, dass ich schon immer kreativ war.“ Mit der Produktion von „Der letzte Zug“ wurde sie dann ins kalte Wasser geworfen. „Da habe ich gemerkt, wie viel Leidenschaft für den Film in mir steckt.“

Sanierung der CCC-Filmstudios – Tradition trifft Moderne

Seit 2015 hat sie auch den Hut für die Sanierung der Studios auf. Alles wird moderner, aber: „Der traditionelle Charakter soll nicht verloren gehen.“ So sind sowohl neue Büromöbel, als auch die Couch aus den 60er Jahren in den Studios zu finden.

CCC-Filmstudios in Spandau, Ortsteil Haselhors, Blick hinter die Kulissen

Seit 2015 werden die CCC-Filmstudios von innen und außen Stück für Stück saniert. Die Räume sollen modern und praktisch eingerichtet sein, aber nichts von ihrem traditionellen Charme verlieren.

Jessica Neumayer

„Finanziert wird die Sanierung aus den laufenden Einnahmen.“  Ihr Vater habe ihr das gute Wirtschaften beigebracht. So zum Beispiel, die Fixkosten immer gering zu halten. „Deutsche Produktionen kommen auch sehr oft zu uns, weil wir definitiv günstiger sind als andere Studios.“

Ihr Geschäftsmodell für die CCC-Filmgruppe stützt sich auf drei Säulen. „Es gibt nur wenige Unternehmen wie uns, die Filme produzieren und Lizenzgeschäfte – also den Verkauf unserer Klassiker wie ‚Dr. Mabuse‘ oder ‚Der Tiger von Eschnapur‘ – sowie Studiodienstleistungen anbieten“, sagt die Businessfrau.

Produzent Artur Brauner – Pionier der deutschen Filmindustrie

Über 260 Filme hat Artur Brauner in den Studios seit 1947 gedreht. Nachdem er von den Nationalsozialisten verfolgt wurde und in die Sowjetunion geflüchtet ist, kam er nach dem Krieg zurück nach West-Berlin und baute die Central Cinema Company-Film GmbH in Haselhorst auf.

CCC-Filmstudios in Spandau, Ortsteil Haselhors, Dreh zum Kinofilm "Münter und Kandinsky"

Eine ganze Stadt in einem Atelier – Die große Halle mit 1200 Quadratmeter sowie auch die kleineren Halle mit 650 Quadratmetern bieten genug Platz für die vielen Kulissen, die bei einem Dreh benötigt werden.

CCC-Filmstudios / Alice Brauner

Durch Filmproduktionen wie „Die Ratten“ nach Gerhard Hauptmann, „Die Nibelungen“, verschiedene Karl-May-Verfilmungen wie „Old Shatterhand“ und „Der Schatz der Azteken“ zählten die Studios schnell zu den bekanntesten Filmfirmen Deutschlands. Noch heute zieren viele Filmplakate einstiger Blockbuster die Wände des Studios.

Neue internationale Produktion in den CCC-Filmstudios

Aktuell findet eine internationale Produktion in den Ateliers statt, über die noch nichts verraten werden darf. Über die aktuellste Kinoveröffentlichung aus der Spandauer Filmfabrik spricht Brauner hingegen gerne. „Münter und Kandinsky“ heißt der frisch produzierte Kinostreifen der 58-jährigen Berlinerin.

Verlosung: 3x2 Freikarten zu gewinnen

Frage: Wie heißt die Künstlerbewegung, die Gabriele Münter mitbegründet hat?

Die Antwort geht an: gewinnspiel@moz.de, Kennwort: Münter

Einsendeschluss: 15. Oktober 2024

Zu gewinnen gibt es dreimal zwei Kinotickets für die Premiere des Film „Münter und Kandinsky“ von Alice Brauner am 18. Oktober 2024, Beginn um19 Uhr im Zoopalast in Berlin, Hardenbergstraße 29A

Ihr Drehbuchdebüt handelt von der Berliner Malerin Gabriele Münter und ihrer einzigartigen Beziehung mit dem Russen Wassily Kandinsky, dem künstlerischen Aufbruch in die Moderne und der Künstlerbewegung „Der Blaue Reiter“.

Während der Corona-Pandemie sei Brauner auf Bilder von Münter gestoßen. Von da an sei sie fasziniert von der außergewöhnlichen Malerin gewesen. „Ich habe um die 80 Bücher über sie gelesen.“

Mit Produktionskosten im hohen siebenstelligen Bereich sei es der teuerste Film, den sie je gemacht habe, sagt die Filmemacherin. Es sei auch ihr erster Film, der kein jüdisches Thema habe. Das Leben der damals verkannten Künstlerin hat die studierte Historikerin nicht mehr los gelassen. „Beim Schreiben des Drehbuchs habe ich sogar geweint.“