Flüchtlinge in Berlin-Spandau
: Weg vom Container – so sehen die neuen Wohnungen aus

128 Wohnungen für Flüchtlinge in Berlin-Spandau sind fertig und bieten künftig Platz für 580 Personen. Wie die Wohnungen aussehen und wer einziehen darf.
Von
Jessica Neumayer
Spandau
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MUF Askanierring

In Berlin-Spandau ist die erste „Modulare Unterkunft für Flüchtlinge“ (MUF) fertiggestellt. Ab August können die ersten Bewohnerinnen und Bewohner einziehen.

Jessica Neumayer

Die Unterbringung von Flüchtlingen in Berlin ist im Wandel. Die provisorisch wirkenden Containerunterkünfte sollen zunehmend von modularen Unterkünften, die mehr als nur ein temporäres Dach über dem Kopf bieten, ersetzt werden.

Für 2024 sind laut Angaben des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten fünf „Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge“ (MUF) in Berlin geplant. Eine dieser neuen Wohnsiedlungen befindet sich in Spandau und kann bald bezogen werden. Dieses Nachrichtenportal durfte vorab einen Blick in die Wohnungen werfen.

Behagliche Wohnungen statt Container in Berlin-Spandau

Ab Anfang August 2024 bieten 128 Wohnungen am Askanierring ein neues Zuhause für rund 580 geflüchtete Personen. Beim Betreten der frisch errichteten Gebäude wird deutlich: Diese Unterkünfte sind ganz anders, als die bisher provisorischen Containerlösungen.

Anstelle der kargen Metallkisten, die an Baustellenbüros erinnern, werden den Schutzsuchenden Wohnungen geboten, die Stabilität und Behaglichkeit ausstrahlen. Geplant und umgesetzt wurde das Projekt von der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft WBM. Nach knapp zwei Jahren Bauzeit können die neuen Bewohner nun einziehen.

  • MUF Askanierring

    Einblicke in eine Wohnung der Modularen Unterkunft für Flüchtlinge (MUF) in Berlin-Spandau.

    Jessica Neumayer
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    Einblicke in eine Wohnung der Modularen Unterkunft für Flüchtlinge (MUF) in Berlin-Spandau.

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    Einblicke in eine Wohnung der Modularen Unterkunft für Flüchtlinge (MUF) in Berlin-Spandau.

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    Einblicke in eine Wohnung der Modularen Unterkunft für Flüchtlinge (MUF) in Berlin-Spandau.

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    Einblicke in eine Wohnung der Modularen Unterkunft für Flüchtlinge (MUF) in Berlin-Spandau.

    Jessica Neumayer
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Die Wohnungen sind zwischen 35 und 100 Quadratmeter groß und umfassen ein bis vier Zimmer.  Laut Planung ist eine Einzimmerwohnung für zwei Personen vorgesehen, eine Wohnung mit zwei Räumen für drei bis vier Menschen und eine Vierraumwohnung für bis zu sieben Personen.

Die Unterkünfte sind minimal ausgestattet. Eine Wohnung mit vier Zimmern beispielsweise ist planmäßig neben der Einbauküche noch mit vier Holzbetten inklusive Matratzen, vier Schränken, zwei kleinen Tischen, sechs Stühlen und einem Regal eingerichtet.

MUF Askanierring

100 Personen passen in den Multifunktionsraum der neuen modularen Unterkunft für geflüchtete Menschen. Hier können Kurse angeboten werden, aber auch Zusammenkünfte für die Nachbarschaft stattfinden.

Jessica Neumayer

„Vorgesehen sind die Wohnungen in dieser Gemeinschaftsunterkunft für Menschen, die wenig Betreuung benötigen“, sagt Martin Peters, Leiter der Stabsstelle Integration. Die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner werden von der Belegungssteuerung danach ausgesucht, wie gut sie schon angebunden seien. Dies bedeutet unter anderem, dass ihre Sprachfähigkeiten evaluiert werden und sie sich selbst verpflegen sowie ihren Lebensalltag stemmen können sollten.

Dabei sei es schon sinnvoll, dass Menschen, die bisher im nahegelegenen Erstauffanglager auf dem Gelände der Alexander-Barracks leben, beizeiten in die Wohnungen umziehen können. „Für die Integration ist es immer hilfreich, Fixpunkte wie Schule oder ähnliches schon im Bezirk zu haben“, sagt Peters.

Das wird Flüchtlingen in Berlin-Spandau geboten

Ein Betreuungskonzept wird es dennoch geben. 790 Quadratmeter des gesamten Areals sind als Sondernutzfläche ausgewiesen, die beispielsweise zusammen mit der Volkshochschule für Kurse zur Sprachintegration, aber auch für Beratungen genutzt werden kann.

Ein Multifunktionsraum im Erdgeschoss mit einer einladenden runden Fensterfront soll ebenfalls als Ort für Begegnungen dienen. Bis zu 100 Personen finden darin Platz.

MUF Askanierring Frühe Bildung vor Ort

In zwei separate Räumen wird zukünftig das Projekt „Frühe Bildung vor Ort“ der CeFi – Bildung und Verständigung gGmbH umgesetzt. 48 Kleinkinder können hier bald zusätzlich gefördert werden. Eine kleine Garderobe sowie einen Waschraum gibt es ebenfalls.

Jessica Neumayer

Gleich neben dem Gemeinschaftsbereich sind zwei Räume, die vorerst für die Betreuung von Kleinkindern vorgesehen sind. Das Projekt „Frühe Bildung vor Ort“ von der CeFi – Bildung und Verständigung gGmbH ist das erste Angebot, das in den Räumlichkeiten gemacht werden kann.

Dabei soll das Projekt keine Kitaplätze ersetzen. Es ist als zusätzliche Unterstützung zur Integration für 48 Kinder gedacht. „Wir sind froh über jeden Platz, den wir anbieten können“, sagt Celal Findik, Gründer und Geschäftsführer von CeFI.

Integration und Vielfalt in neuer Unterkunft in Berlin-Spandau

Vorgesehen ist das Wohnviertel mit dem begrünten Innenhof samt Klettergerüst und Fahrradabstellplätzen vorrangig für Familien. Jedoch nicht nur, sagt Peters mit Verweis auf die Einzimmerwohnungen im Wohnblock.

MUF Askanierring

Ein begrünter Innenhof mit einem Klettergerüst und Spielmöglichkeiten bietet viel Platz, damit Kinder sich austoben und Erwachsene und unter freiem Himmel zusammenkommen können.

Jessica Neumayer

Geplant sei eine Durchmischung der Nationalitäten. Die sei jedoch keine Entscheidungsgrundlage. „Es werden nicht nur Menschen einer einzelnen Nationalität einziehen“, bestätigt Peters, betont jedoch auch, dass die Unterbringung bedarfsabhängig sei und daher zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine expliziten Aussagen getroffen werden können.

Bürgermeister Frank Bewig (CDU) findet für die neue Unterkunft nur lobende Worte: „Das ist eine ordentliche, adäquate Unterbringung.“ Die autarken Wohnungen ohne Gemeinschaftsküche oder Gemeinschaftsbad wurden so geplant, dass sie nach der Nutzung als Unterkunft als normale Wohnungen dem Mietmarkt zur Verfügung stehen können.