Gedenken in Oranienburg: Woidke: „Historische Verantwortung kennt keinen Schlussstrich“

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mit dem israelischen KZ-Überlebenden Richard Fagot. Beide warnten in Oranienburg vor dem Vergessen.
Joerg Carstensen/dpa- In Oranienburg erinnerten Überlebende und Politiker an die Befreiung des KZ Sachsenhausen vor 80 Jahren.
- Ministerpräsident Woidke warnte vor Geschichtsleugnung und betonte die Bedeutung der Erinnerung.
- Vier KZ-Überlebende aus Israel, Polen und Ukraine nahmen teil, es wurden Reden gehalten und Blumen niedergelegt.
- Woidke appellierte, den historischen Ort wachzuhalten und gegen Fremdenhass vorzugehen.
- 200.000 Menschen waren im KZ Sachsenhausen inhaftiert, mindestens 55.000 starben.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Viele Menschen haben in Oranienburg an die NS-Verbrechen und das Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert - darunter Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). „80 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen wollen manche Geschichtsleugner vom Holocaust nichts mehr wissen“, sagte Woidke bei einer Gedenkveranstaltung. „Doch weder Erinnerung noch historische Verantwortung kennen einen Schlussstrich.“
Vier KZ-Überlebende aus Israel, Polen und der Ukraine sowie Angehörige von Überlebenden nahmen an dem Gedenken in Sachsenhausen teil. Es wurden Reden gehalten, Lieder gesungen, Gebete gesprochen sowie Blumen und Kränze niedergelegt. Unter den Gästen waren auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU), die geschäftsführende Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) sowie weitere Politikerinnen und Politiker.
Dietmar Woidke: „Wir dürfen nicht weggucken bei Fremdenhass“
Woidke betonte die Bedeutung von Berichten der Überlebenden. „Es gibt immer weniger Zeitzeugen, die von den grausamen Bedingungen der Inhaftierung und Tötung tausender Menschen hinter den Mauern der Lager berichten können“, mahnte Woidke.
Er appellierte deshalb an die Menschen, die historischen Orte der NS-Verbrechen wachzuhalten. „Wir dürfen nicht weggucken bei Diskriminierung, Fremdenhass und schließlich auch nicht bei der Umdeutung des schlimmsten Kapitels deutscher Geschichte.“
Im KZ Sachsenhausen und den rund 100 Außenlagern waren zwischen 1936 und 1945 mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Mindestens 55.000 starben laut Stiftung an unmenschlichen Haftbedingungen oder wurden Mordopfer der SS.
Am 22. und 23. April 1945 erreichten sowjetische und polnische Soldaten das KZ, das vorher von den Nationalsozialisten geräumt worden war. Sie fanden im Lager nach Angaben der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten noch rund 3.000 kranke Häftlinge. Mehr als 30.000 Häftlinge waren auf einem Todesmarsch in der Gewalt der SS.
