Gewalt in Berlin
: Anschlag auf Büro des SPD-Abgeordneten Düsterhöft

UPDATE 18.43 Uhr: Auf das Bürgerbüro des Berliner SPD-Abgeordneten Lars Düsterhöft ist ein Anschlag verübt worden. Das ist bislang bekannt.
Von
Vera Hutzelmann
Berlin
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Schüsse auf Bürgerbür von Lars Düsterhöft in Berlin

Vier Einschusslöcher: Auf das Bürgerbüro des SPD-Abgeordneten Lars Düsterhöft ist ein Anschlag verübt worden.

Screenshot Facebook Lars Düsterhöft

Unbekannte haben auf das Bürgerbüro des Berliner SPD-Abgeordneten einen Anschlag verübt. Dies hat der Politiker auf seiner Facebookseite bekannt gegeben. Die Täter hatten Parolen auf die Hauswand geschmiert und mehrere vermeintliche Schüsse auf das Konterfei des Abgeordneten abgegeben.

Düsterhöft zeigte sich zutiefst erschüttert und stellt die Frage: „Was ist die nächste Steigerung, dass jemand mit der Pistole vor mir steht und abdrückt?“

Anschlag auf SPD-Büro in Berlin – laut Polizei keine Schüsse

Der Anschlag scheint mit dem Nahost-Konflikt im Zusammenhang zu stehen. Die Parolen beziehen sich, laut Düsterhöft, auf den Gaza-Krieg. „We Condemn Germany 4 Genocide“, prangt in großen roten Lettern auf der Hauswand, deren Bild Düsterhöft postete.

Der Abgeordnete ruft zudem auf: „Berlin muss in diesem Konflikt ein Ort sein, wo das Miteinander, der Zusammenhalt und der Austausch im Mittelpunkt stehen. Berlin ist kein Nebenkriegsschauplatz.“ Zugleich strecke er aber seine Hand aus und lade zu einem Gespräch und einem Austausch auf Augenhöhe ein.

Düsterhöft ist seit 2016 für Schöneweide, Oberspree und Johannisthal Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und fungiert dort als SPD-Fraktionssprecher für Soziales, Pflege und Menschen mit Behinderungen.

Wie die Polizei am späten Nachmittag mitteilte, soll es sich bei den vermeintlichen Einschusslöchern um Beschädigungen handeln, die „vermutlich mit einem spitzen Gegenstand“ zugefügt wurden. Der Politiker hatte zunächst selbst von vier Schüssen auf das Wahlkreisbüro gesprochen.

Die Polizei teilte weiter mit, dass die Fassade des Hauses in der Siemensstraße mit roter Farbe beschmiert worden sei. Auch darüber hatte Düsterhöft berichtet. Der Politiker veröffentlichte bei Facebook Fotos von den Beschädigungen an der Scheibe des Büros und einem Schriftzug an der Hausfassade. Der Angriff auf das Wahlkreisbüro löste Empörung aus, zahlreiche Politiker äußerten sich solidarisch.