Mehr als vier Monate nach der Gewalttat mit vier Toten in einem Potsdamer Wohnheim für Behinderte hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die 52-jährige Tatverdächtige erhoben. Der Pflegekraft wird Mord in vier Fällen sowie versuchter Mord in drei Fällen und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. „Die Angeschuldigte ist hinreichend verdächtig, am 28. April 2021 fünf schutzlose Bewohner der Einrichtung in Tötungsabsicht angegriffen zu haben“, teilte die Behörde in Potsdam am Dienstag mit.
Der vorläufigen Einschätzung der Sachverständigen, die Pflegekraft habe die Taten im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit begangen, sei die Staatsanwaltschaft gefolgt, hieß es weiter.
Ende April waren in dem Wohnheim der diakonischen Einrichtung Oberlinhaus vier Menschen getötet und eine Bewohnerin schwer verletzt worden. Die weiteren angeklagten Mordversuche sollen sich laut der Behörde bereits früher gegen dieselben Menschen gerichtet haben. Tatverdächtig ist die Pflegekraft, die viele Jahre dort arbeitete. Sie ist in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Die Tat hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt.