Grenzkontrollen in Polen: Regierung fürchtet Staus an deutsch-polnischer Grenze

Polen erwägt die Einführung von Kontrollen an der Grenze zu Deutschland noch in diesem Sommer. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CDU) hatte kurz nach dem Antritt der neuen Bunderegierung intensivere Grenzkontrollen verfügt. (Symbolbild)
Patrick Pleul/dpa- Polen plant ab 7. Juli eigene Grenzkontrollen als Reaktion auf deutsche Maßnahmen.
- Deutschland kontrolliert seit Oktober 2023 stichprobenartig, um irreguläre Migration einzudämmen.
- 1300 Zurückweisungen an der deutsch-polnischen Grenze seit 8. Mai 2025 gemeldet.
- Polens Opposition kritisiert Regierung wegen Umgangs mit Zurückweisungen und Migration.
- Regierung betont Kontrolle der Lage, Bürgerwehren patrouillieren eigenmächtig an der Grenze.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Polens Regierung rechnet mit negativen Auswirkungen der am Montag beginnenden Kontrollen an der Grenze zu Deutschland für den Verkehr in der Region. „Wir sind uns bewusst, dass es zu gewissen Verzögerungen an der Grenze kommen wird“, sagte Regierungssprecher Adam Szlapka dem Portal Onet.pl. Die Arbeit der Grenzschutzbeamten werde jedoch so organisiert, dass die Unannehmlichkeiten so gering wie möglich ausfallen werden.
Polen will ab dem 7. Juli als Reaktion auf deutsche Grenzkontrollen vorübergehend eigene Kontrollen an der deutsch-polnischen Grenze einführen. Deutschland kontrolliert bereits seit Oktober 2023 stichprobenhaft an der Grenze zu Polen, um irreguläre Migration zu stoppen.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte kurz nach dem Antritt der neuen Bundesregierung im Mai 2025 intensivere Grenzkontrollen verfügt. Gleichzeitig ordnete er an, dass künftig auch Asylsuchende an der Grenze zurückgewiesen werden können.
Zurückweisungen erhitzen die Gemüter
Diese Zurückweisungen aus Deutschland sind in Polen zum Reizthema geworden. Vertreter der rechtskonservativen Oppositionspartei PiS werfen der proeuropäischen Regierung von Donald Tusk vor, sie akzeptiere von Deutschland eine große Zahl von Migranten. Rechtsradikale von der „Bewegung zur Verteidigung der Grenzen“ haben eigenmächtig Bürgerwehren organisiert, die an der Grenze patrouillieren. Die PiS und auch der von ihr gestützte künftige Präsident Karol Nawrocki loben diese Aktionen.
Regierungssprecher Szlapka widersprach der Darstellung von PiS-Politikern, wonach „Horden von Migranten“ über die Grenze kommen. Die Situation sei unter Kontrolle. Seit dem 8. Mai hat die Bundespolizei laut Innenministerium rund 1300 Zurückweisungen an der deutsch-polnischen Landgrenze vorgenommen. In jedem zehnten Fall wurde demnach ein Asylgesuch geäußert.
