Die Energiekrise, die hohe Inflation und die angespannte Materialsituation sorgen bei den brandenburgischen Handwerksbetrieben nach Branchenangaben für vergleichsweise schlechte Stimmung. 81,7 Prozent schätzten ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend ein - so wenig wie in den vergangenen zehn Jahren nicht, wie der Handwerkskammertag am Dienstag unter Berufung auf die Konjunkturberichte der drei Handelskammern im Land mitteilte.
Die Betriebe blicken auch deutlich pessimistischer in die Zukunft als noch vor einem Jahr: 68 Prozent der befragten Betriebe erwarteten für die kommenden Monate eine gleichbleibende oder bessere Geschäftslage. 32 Prozent rechneten mit einer Verschlechterung. Zum Vergleich: Im Herbst 2021 waren noch 89,4 Prozent der Handwerksbetriebe im Land von einer gleichbleibenden oder besseren Geschäftslage ausgegangen.

Gaspreisbremse ist gefordert

Robert Wüst, Präsident des Handwerkskammertages des Landes, forderte eine Gaspreisbremse schon ab Januar. „Die Energiepreissteigerungen belasten das brandenburgische Handwerk erheblich. Es gibt faktisch kein Gewerk mehr, das nicht betroffen ist. Wir fordern eine Gleichbehandlung mit der Industrie“, wird Wüst in einer Mitteilung zitiert. Gehe das nicht, müssten die monatlichen Abschläge für Gas auch im Januar und Februar übernommen werden.
Der Handwerkskammertag Brandenburg ist ein Zusammenschluss der Handwerkskammern Cottbus, Frankfurt (Oder) - Region Ostbrandenburg und Potsdam. Er vertritt eigenen Angaben zufolge die Interessen von rund 39 000 Handwerksbetrieben und rund 157 000 Beschäftigten, die jährlich einen Umsatz von knapp 14 Milliarden Euro erwirtschaften.