• Die Käufer von Heizöl in Brandenburg müssen weiter tief in die Tasche greifen, obwohl der Rohölpreis zuletzt gesunken ist.
  • Während auch der als Produkt sehr ähnliche Treibstoff Diesel seit Wochen billiger wird, bewegen sich die Heizölpreise in Brandenburg kaum, wie aus Zahlen des Portals HeizOel24 hervorgeht.
  • Für den Donnerstag (18. August) meldete es beim Kauf von 3000 Litern einen durchschnnittlichen Literpreis von 156,84 Euro pro 100 Liter in Deutschland.
  • Seit etwa einem Monat schwanken die Preise um 150 Euro pro 100 Liter. Geht man zwei Monate zurück, ergibt sich sogar ein Anstieg um einige Cent pro Liter.
  • Ganz anders bei Diesel: Laut ADAC-Daten sank der Preis für Diesel seit Mitte Juni um rund 14 bis 15 Cent pro Liter.
  • Wer zum Tanken nach Polen fahren möchte, findet hier die aktuellen Entwicklungen.
Worauf müssen sich Käufer von Heizöl aktuell einstellen? Laut Portal HeizOel24 ist die Kaufaktivität im Land Brandenburg sehr hoch. Auch bei den Lieferfristen für Heizöl ist in Brandenburg Geduld gefragt: Sie liegen demnach bei aktuell bis zu 35 Arbeitstage (Stand 17. August). Es werden zum Teil Liefertermine für Ende Oktober 2022 genannt.
Die Preise für Heizöl in Brandenburg schwanken zugleich regional innerhalb des Landes zum Teil deutlich. Fünf Beispiele für eine Bestellung von jeweils 3000 Litern Heizöl (Stand 18. August):
  • In Brandenburg an der Havel liegt der günstigste Preis bei 152,74 pro 100 Liter (4582,09 Euro für 3000 Liter).
  • In Frankfurt (Oder) beginnen die aktuellen Angebote dagegen erst bei 164,70 Euro pro 100 Liter Heizöl (4940,88 Euro).
  • Für Cottbus werden 151,99 Euro pro 100 Liter (4559,60 Euro) als Preis ausgeworfen.
  • Ganz im Süden von Brandenburg, in Elsterwerda, werden als günstigstes Angebot 148,35 Euro (4450,36 Euro) angegeben.
  • In Pritzwalk, im Nordwesten von Brandenburg, liegt der günstigste Preis bei 154,57 Euro pro 100 Liter Heizöl (4637,07 Euro).
Alle beispielhaft ausgewählten Preise liegen über den Angeboten vom Vortag, 17. August. Das Portal HeizOel24 gibt den Durchschnittspreis in Deutschland am 18. August mit 156,84 Euro pro 100 Liter an.

So kann das Heizöl beim Lieferanten bezahlt werden

Auch bei den Möglichkeiten der Bezahlung gibt es große Unterschiede. Zum Teil wird nur Barzahlung akzeptiert - oft bei den günstigen Angeboten. Bei anderen Lieferanten ist Zahlung per EC-Karte möglich. Mindestens einer erlaubt auch Lieferung auf Rechnung - dann allerdings zu einem Preis von 182,19 Euro je 100 Liter (5465,67) - und damit deutlich über dem Durchschnittspreis.

Woher die Schere zwischen Öl- und Heizöl-Preisen kommt

Doch woher kommt die Schere zwischen Öl- und Heizölpreisen? „Die rückläufige konjunkturelle Entwicklung in China als Folge der Lockdown-Einschränkungen belastet die Ölpreise. Der Preis für Brent geht auch heute deutlich herunter, nimmt die Heizölpreise allerdings nicht mit“, wird auf dem Portal aktuell mit Datum vom 16. August erläutert. Die Preise für Heizöl zeigten sich fester, gestützt von einem schwächeren Euro und einem Preisanstieg bei Gasöl, dem Vorprodukt von Heizöl und Diesel. Vor allem im Süden Deutschlands kämen die Aufschläge des logistischen Mehraufwands und die knappe Warenverfügbarkeit noch on top, die durch die niedrigen Flusspegel einhergehen.
Eine weitere Erklärung wäre eine steigende Nachfrage: Nach Angaben des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie stellen zahlreiche Betriebe aus Angst vor ausbleibenden Gaslieferungen derzeit auf Heizöl um.
Auch die Internationale Energieagentur (IEA) sieht eine Verschiebung von Gas zu Öl. Die im Zuge des Ukraine-Kriegs verursachte Gaskrise mit einem starken Preisanstieg für Erdgas habe dazu geführt, dass Industrieunternehmen und Kraftwerke ihre Anlagen verstärkt mit Öl betreiben, heißt es in ihrem Monatsbericht.

IEA: Nachfrage nach Rohöl wird weiter steigen

Die IEA hat daher ihre Prognose für das Wachstum der weltweiten Nachfrage nach Rohöl angehoben. Die Agentur erwartet für das laufende Jahr nun eine Nachfrage von 99,7 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag. Das sind 380 000 Barrel mehr als in der vorangegangenen Prognose. Für das kommende Jahr erwartet sie dann eine Nachfrage von täglich 101,8 Millionen Barrel. Die höhere Nachfrage nach Rohöl sei vor allem in den Regionen Europa und Naher Osten zu erwarten, heißt es in dem Monatsbericht.
Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) nannte am Donnerstag für dieses Jahr nahezu dieselbe Prognosezahl: Sie rechnet mit einer durchschnittlichen täglichen Nachfrage nach Rohöl von 100 Millionen Barrel. Bislang war sie allerdings von minimal mehr ausgegangen.

Nachfrage nach Heizöl in Deutschland konstant hoch

In Deutschland ist die Nachfrage nach Heizöl in den ersten Monaten nach Kriegsbeginn trotz sehr hoher Heizölpreise nicht drastisch eingebrochen. Die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gemeldeten Zahlen zur Inlandsablieferung liegen für die Monate März bis Mai 2022 im Vergleich zu den Vorjahren zwar eher niedrig, 2021 waren sie allerdings noch niedriger. Werte für Juni und Juli liegen noch nicht vor.