Kürbis in Berlin-Spandau
: Darum fällt die Ernte vom Hofladen so schlecht aus

Die Kürbis-Saison im Hofladen in Spandau ist eröffnet. Trotz kleinerer Ernte bleibt das Angebot vielfältig. Wie ein Landwirt aus Gatow sich Problemen stellt.
Von
Jessica Neumayer
Spandau
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Kürbisernte in Spandau, Kürbisse,  Ortsteil Gator, solidarische Landwirtschaft SpeiseGut, Inhaber Christian Heymann

Auch in Spandau hat die Kürbis-Saison begonnen. Ein Hofladen hat neben dem orangen Riesengewächs auch vielfältige Alternativen zu bieten, die im Supermarkt nicht zu finden sind.

Christian Heymann
  • Kürbis-Saison in Spandau trotz kleinerer Ernte eröffnet.
  • Landwirt Heymann aus Gatow bietet alternative Gemüsesorten.
  • Regen und Unkraut beeinträchtigten Kürbiswachstum.
  • Kunden bevorzugen kleinere Kürbisse, wie Hokkaido.
  • Vielfalt im Hofladen bleibt dank solidarischer Landwirtschaft erhalten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auch wenn derzeit die Temperaturen noch über die 20 Grad-Celsius-Marke klettern, hat der Herbst offiziell begonnen – also Zeit für Kuschelsocken und Kürbissuppe. Doch nicht alle Bauern hatten Glück mit der diesjährigen Ernte. Ein Landwirt aus Gatow musste sich einigen Herausforderungen stellen und bietet einen Geheimtipp als Alternative zur gelben Riesenfrucht.

Der Hofladen „Wild und Gemüse“ im Spandauer Ortsteil Gatow startet trotz kleinerer Ernte als geplant in die Saison. Auf würzigen Pumpkin-Latte, traditionelle Suppe oder Tarte aus der orangefarbenen Riesenbeere – ja, Kürbisse zählen zu den Beerenfrüchten – müssen Kürbisfans dennoch nicht verzichten.

Gemüse aus solidarischer Landwirtschaft in Spandau

Seit 13 Jahren versorgt Christian Heymann, Geschäftsführer des gemeinschaftlichen Landwirtschaftsbetriebs SpeiseGut, die Spandauer mit bekanntem und außergewöhnlichem Saisongemüse.

2024 fällt der Kürbis-Ertrag etwas kleiner aus als in den Vorjahren. „Im Mai und Juni gab es extrem viel Regen“, sagt Heymann. Dadurch konnte sich der Boden nicht gut erwärmen und die Sprösslinge nicht schnell genug wachsen, führt der Gemüseexperte aus. „Wenn der Samen dauerhaft feucht ist, besteht zudem die Gefahr der Schimmelbildung.“ Ebenso mussten sich die jungen Pflanzen gegen besonders viel Unkraut durchsetzen.

Kürbisernte in Spandau, Kürbisse,  Ortsteil Gator, solidarische Landwirtschaft SpeiseGut, Inhaber Christian Heymann

Trotz geringerer Ernte müssen die Spandauer nicht auf ihren Bio-Kürbis aus dem Hofladen „Wild und Gemüse“ verzichten. In der hauseigenen Biokiste befinden sich jedoch vermehrt Alternativen zu Hokkaido, Butternut und Co.

Christian Heymann

Das Klima habe sich in den letzten Jahren stark geändert, sagt der Landwirt. Oft gibt es im April schon 20 Grad Celsius und im Mai stürzen die Temperaturen nochmal ein. „Die Extreme zu händeln, ist eine echte Herausforderung.“ Gleiches gilt für die langen Trockenphasen im Sommer.

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in der Landwirtschaft

Als Gemüsebauer hat Heymann gelernt, flexibel zu bleiben und Ruhe zu bewahren. „Die Grundbodenfeuchte ist bei uns gut“, berichtet er über seine Anbauflächen in und um Spandau. „Wenn es aber zu viel Wasser im Frühjahr gibt, muss ich darauf reagieren“ und zum Beispiel wasserliebende Pflanzen wie Kohl oder Mais anbauen.

Auf seiner zehn Hektar großen Anbaufläche ist mehr als ein Zehntel für den Kürbis reserviert. „Die Sorten Hokkaido und Butternut sind bei uns am beliebtesten“, sagt Heymann. Die Ernte eines Viertelhektars gibt er an die Bio Company ab. „Das klingt nach viel, ist es aber eigentlich gar nicht“, sagt der Landwirt über die neun bis 20 Tonnen, die jährlich an den langjährigen Partner gehen.

Die restliche Ernte geht in die Direktvermarktung im Laden in der Straße Alt-Gatow 30. Auch wenn Kürbis immer noch zu der beliebten Saisonware gehört, merkt Heymann eine Veränderung im Kaufverhalten seiner Kundschaft.

„Kleinere Kürbisse sind gefragter.“ Während vor ein paar Jahren noch gerne Kürbisse gekauft wurden, die ein Kilo oder mehr wogen, favorisiere seine Kundschaft nun welche, die nur noch halb so schwer und groß sind. Der Hokkaido-Kürbis sei auch deswegen so beliebt, weil er sich gut nach der Größe selektieren lässt.

Biokiste im Hofladen Spandau bleibt nie leer

Mit dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft hebt sich der Geschäftsmann von der Konkurrenz des Supermarkts ab und erreicht Kundschaft, die bewusster konsumieren möchte. „Wenn ich Leute erreiche, dann sind es auch Leute, die mehr über Anbau und Ursprung wissen wollen.“

Auch bei Ernteausfall bleibt die Biokiste von ihm nie leer. „Wir bauen im Jahr fast 30 Kulturen an, mit einer Vielfalt von bis zu 100 Sorten.“ Sollte also mal ein Gemüse nicht ganz so gut kommen, so wie in diesem Jahr der Hokkaido, dann gibt es Alternativen.

Im gleichen Atemzug preist Heymann dann auch den „Superschmelz“ an – eine Kohlrabisorte, so groß wie ein Kinderkopf. „Die Sorte kann bis zu acht Kilogramm schwer werden und wird nicht holzig“, sagt Heymann. Damit könne der Superschmelz es gut mit einem Kürbis aufnehmen.