Brandenburgs AfD-Fraktionschef Christoph Berndt hat die Vorfälle auf der Geburtstagsfeier einer Cottbuser AfD-Kommunalpolitikerin scharf kritisiert. „Insbesondere lehnen wir jede Gewalt gegen Polizisten ab“, teilte Berndt auf Anfrage mit. Bei einem Polizeieinsatz wegen des Zündens von Feuerwerk auf der Feier hatte ein Mann nach Angaben der Beamten einen Polizisten angegriffen und gewürgt, außerdem soll sich die Wohnungsinhaberin gegenüber der Polizei aggressiv verhalten haben. Auf der Feier in der Wohnung der Cottbuser AfD-Kommunalpolitikerin in der Nacht zum Sonntag wurde auch gegen Corona-Kontaktregeln verstoßen.

Harte Kritik von AfD-Mitgliedern

Der AfD-Landtagsabgeordnete Daniel Freiherr von Lützow war nach eigenen Angaben an der Tür der Wohnung der Frau, um ihr zu gratulieren. Er bekam nach eigener Darstellung von dem Vorfall mit dem Polizisten nichts mit.
Die Vorgänge auf der Feier lösten in der Partei scharfe Kritik aus. Der Landtagsabgeordnete und Kreischef der AfD Spree-Neiße, Steffen Kubitzki, forderte, dass sich Landtagsfraktion und Landesvorstand damit befassen. Die AfD Cottbus missbilligte das Verhalten und die Taten der Anwesenden und stellte parteiinterne Ordnungsmaßnahmen in Aussicht. Auf Antrag der Linksfraktion wird sich der Landtags-Innenausschuss damit befassen.

Neuen Menschen waren bei der Feier

Der Brandenburger AfD-Fraktionschef kündigte an, dass die Feier in einer Fraktionssitzung zum Thema gemacht werden soll. „Der Vorfall wird in der Fraktion diskutiert werden und dort wird auch Daniel Freiherr von Lützow die Möglichkeit haben, seine Sicht der Dinge dazulegen“, sagte Berndt. Er kritisierte die Linksfraktion: „Aber da der genaue Ablauf der Ereignisse noch nicht geklärt wurde und - soweit wir wissen - unser Fraktionskollege an keiner Straftat beteiligt war, ist die jetzige Thematisierung im Innenausschuss billige Effekthascherei der Linken.“
Die AfD-Kommunalpolitikerin äußerte sich bisher auf Anfrage nicht. Bei der Feier waren nach Polizeiangaben neun Menschen anwesend. Erlaubt waren wegen der Corona-Regeln aber nur bis zu fünf Menschen aus zwei Haushalten. Die AfD zweifelt die von der Landesregierung beschriebene Gefährlichkeit des Coronavirus an und fordert ein Ende der Beschränkungen.