Illegaler Müll in Spandau: Sperrmüll und Gartenabfälle – das sind die Hotspots

Auf Grünflächen wird oft Müll illegal abgeladen. Betroffen ist auch der Berliner Bezirk Spandau. Wo die Hotspots sind.
Tanja Römischer- Spandau kämpft gegen illegale Müllentsorgung, besonders Sperrmüll und Gartenabfälle.
- Hotspots für Müll sind Grünflächen nahe der Landesgrenze zu Brandenburg.
- Müllablagerungen in Siemensstadt, Staaken und dem Spandauer Forst sind häufig.
- Müll wird meist von unseriösen Gewerbetreibenden entsorgt.
- Bürger können illegale Ablagerungen dem Ordnungsamt melden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Illegaler Müll ist in ganz Berlin ein Ärgernis. Zwar wird in Spandau im Vergleich zu anderen Bezirken noch recht wenig Müll illegal entsorgt. Dennoch gibt es Stellen, die trotz mehrfacher Reinigungsaktionen einfach nicht dauerhaft sauber zu bekommen sind. Wo diese sind.
Große Probleme bereiten nach Angaben des Bezirks illegal abgelagerter Sperrmüll, gewerblicher Müll, Bauschutt und Gartenabfälle. Die Hotspots änderten sich ständig, so Simone Engel, Sprecherin der Abteilung Jugend und Gesundheit, auf Nachfrage. Zu finden seien diese „beliebten Stellen“ vor allem an den Grün- und Freiflächen zur Landesgrenze nach Brandenburg.
Hotspots in Spandau – wo illegaler Müll liegt
Die Beobachtung wird aus Hakenfelde bestätigt. Ursula Heine vom dortigen Stadtteilladen sagt auf Nachfrage, dass es am Oberjägerweg und generell im Spandauer Forst häufiger zur Müllabladung komme. Dabei würden „Kühlschränke, Sofas etc. an für Pkw zugänglichen Stellen in den Wald gebracht“. Entlang der Straßen werde Grünschnitt abgeladen.
Auch ein Blick in das Online-Meldeportal des Ordnungsamtes, über das Spandauer Bürgerinnen und Bürger das Amt direkt informieren können, gibt wichtige Aufschlüsse über Ablageorte. Seit dem 1. Januar 2024 wurde demnach Müll unter anderem in Siemensstadt illegal entsorgt. Betroffen waren der Siemensdamm, die Nonnendammallee und der Saatwinkler Damm. Auch im Ortsteil Spandau landete immer wieder Müll auf der Straße. Die Berliner Stadtreinigung (BSR) rückte aus, um Sperrmüll, Müllablagerungen, Fahrräder und Elektroschrott abzuholen.
Vom Müllproblem betroffen ist auch der Ortsteil Staaken. Das Thema zeige sich vielseitig im Kiez, sagt Tom Liebelt, Leiter des Stadtteilzentrums „Staakentreff Obstallee“. Den Angaben zufolge wird Sperrmüll sowohl im Außenbereich als auch im Innern der Wohnhäuser abgeladen. Das unentwegte Zusammensammeln des Sperrmülls aus den Häusern und die vielen Zusatzentsorgungen der Wohnungsunternehmen schlügen sich auf die Betriebskostenabrechnungen der Mieterinnen und Mieter nieder, hieß es.
Illegale Müllentsorgung in Spandau oft durch Gewerbetreibende
Die Verursacher, insbesondere der Bauschutt- und Sperrmüllberge, sind schwer ausfindig zu machen. Die BSR geht davon aus, dass der Großteil der illegalen Ablagerungen nicht durch Privatpersonen verursacht wird, sondern durch „rechtswidrig handelnde Gewerbetreibende“, zum Beispiel unseriöse Entrümpelungs- und Baufirmen.
Laut BSR-Sprecher Dr. Thomas Klöckner können deshalb auch „unkontrollierte kostenlose Straßensperrmüllsammlungen“ oder „unentgeltliche Sperrmüllabholungen von zu Hause“ das Problem nicht lösen. Schon im Oktober 2023 spekulierte das Berliner Abgeordnetenhaus, dass Gewerbetreibende durch illegale Müllentsorgung Entsorgungskosten sparen wollen.
Die BSR spricht sich für konsequente ordnungs- und strafrechtliche Maßnahmen aus. Will heißen: Entsorgung und Bestrafung müssen Hand in Hand gehen. Doch wie sollen die Übeltäter ausfindig gemacht werden, wenn diese doch meist im Schutze der Dunkelheit agieren und so unerkannt bleiben?
Das Bezirksamt verweist auf sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamts – sogenannte „Waste Watcher“ (Abfallbeobachter) –, die in ganz Spandau unterwegs sind. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, den Müllsündern auf die Schliche zu kommen. Zugleich setzt der Bezirk auf das Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Wer etwas beobachtet oder einen Müllhaufen entdeckt hat, kann diesen über das Online-Portal des Ordnungsamts rund um die Uhr melden.

