Immobilien in Berlin-Spandau: Warum gegenüber der Arcaden noch immer nicht gebaut wird

Das neue Quartier in Berlin-Spandau lässt auf sich warten. Das Spandauer Ufer sollte längst fertig sein, nun wird ein neuer Zeitraum für den Baubeginn genannt.
FAY Projects GmbHSeit Jahren ist das Grundstück zwischen den Spandau Arcaden und dem Ufer der Havel nur eine Baubrache. Nachdem 2017 das Postgebäude, welches dort seit den 80 Jahren stand, abgerissen wurde, hat sich auf der Fläche nicht viel getan. Warum das so ist und wann sich das ändert.
Eigentlich sollte die Silhouette Spandaus längst verwandelt sein. Mehrere, bis zu 20 Stockwerke hohe Gebäude, sollten bereits seit 2021 auf dem rund 14.000 Quadratmeter großen Grundstück in bester Lage entstehen. Neben Hotels, Flächen für Geschäfte, Büros und Gaststätten, sind auch Wohnungen geplant. Die geplante Fertigstellung: 2023. Warum verzögert sich die Umsetzung?
Stagnation in Berlin-Spandau: Steigende Zinsen und Baukosten
Auf Nachfrage beim mitbeteiligten Projektpartner Fay Project GmbH wurden als Grund die derzeit herrschenden „Rahmenbedingungen auf dem Finanzierungs- und Transaktionsmarkt“ genannt. Diese würden die Realisierung des Projektes nicht zulassen.
Ein Grund dafür ist auch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Im Kampf gegen die Inflation hatte die EZB den Leitzins angehoben. Gleichzeitig stiegen in den vergangenen Jahren die Baukosten aufgrund des Ukraine-Krieges und der Energie- und Rohstoffknappheit.
Trotz der schwierigen Lage sei jedoch ein Baubeginn im Laufe des Jahres 2025 geplant. Zudem teilt die Pressesprecherin von Fay Project mit, dass derzeit Gespräche mit möglichen Bauunternehmen geführt werden. Die Verhandlungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen und es könnten keine Angaben darüber gemacht werden, welches Bauunternehmen in Betracht kommt.
Immobilien in Berlin-Spandau: Schmutzwasser als Wärmequelle
Zu den Gesamtkosten wollte sich Fay Projekt ebenfalls nicht äußern. Am Umfang und den Entwürfen des Bau-Projektes halte das Unternehmen jedoch weiter fest ‒ und somit auch an der ökologischen Ausrichtung des Komplexes. „Durch den Einbau von Wärmetauschern kann die vorhandene Wärme des Schmutzwassers als saubere Wärmeenergie für das Quartier genutzt werden", teilt Fay Projects öffentlich mit. Es könne damit rund 50 Prozent des gesamten Wärmebedarfs abgedeckt werden.
Während ursprünglich der Baubeginn für das Jahr 2021 vorgesehen war, erfolgte die Baugenehmigung für das umfangreiche Projekt erst im Jahre 2023. Der ursprüngliche Zeitplan war demnach ohnehin nicht einzuhalten. Die erteilte Baugenehmigung ist sechs Jahre gültig.
Zwischen Altstadt, Arcaden und Havel
Den Missmut darüber, dass das Bauprojekt nicht schon begonnen wurde, kann Thorsten Schatz, Stadtrat und Leiter der Abteilung Bauen, nachvollziehen. Das Grundstück sei „ohne Zweifel ein Sahnefiletstück im Herzen unseres Bezirks". Daher stünde er persönlich, wie auch das Amt für Stadtentwicklung, im engen Kontakt mit dem Investor.

