Interview
: Radfreundlicher Arbeitgeber

Im Projekt „Fahrradfreundliche Arbeitgeber sind mehr als 70 Firmen gelistet.
Von
Nina Jeglinski
Berlin
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Ruth Schulze leitet bei Bosch das betriebliche Mobilitätsmanagement.

Bosch

Frau Schulze, was stellt Bosch seinen Arbeitnehmern, die mit dem Rad zur Arbeit kommen, zur Verfügung?

Die Räder können an allen deutschen Bosch–Standorten sicher abgestellt werden, so gut wie immer überdacht oder in einer Tiefgarage, vor Diebstahl und Witterung geschützt. Es gibt Umkleideräume für die Mitarbeiter, häufig sogar mit speziellen Spinden für Radfahrer, sowie Waschräume mit Duschen. Wir haben in Deutschland mehr als 100 größere Standorte mit insgesamt rund 140 000 Mitarbeitern.

Ist die Infrastruktur einheitlich?

Wir haben an allen Standorten eine Infrastruktur für Fahrradfahrer. Der Umfang der Angebote ist je nach Standort unterschiedlich. Bei Neubauten fragen wir die Bedürfnisse unserer Mitarbeiter ab und berücksichtigen diese beim Aufbau der Radinfrastruktur.

Ist das Angebot freiwillig?

Ja natürlich! Aber Radfahren ist gesund und hat sehr positive Auswirkungen auf den Menschen, es macht bessere Laune, fördert eine positive Grundeinstellung und stärkt die Widerstandskräfte.

Was machen Sie im Hinblick auf den Ausbau von Verkehrsinfrastruktur?

Wir haben ein Projekt namens „Vision Near Zero Immission“ ins Leben gerufen.  Damit soll die Luftbelastung durch den Verkehr gegen Null gehen. Das Projekt umfasst drei Säulen: Bosch entwickelt schadstoffarme Antriebstechniken, führt mit Kommunen Projekte zur Verkehrsverstetigung durch und setzt an eigenen Standorten ein betriebliches Mobilitätsmanagement um. Die Maßnahmen reichen von Shuttle–Bussen über das Angebot zum mobilen Arbeiten bis hin zum Leasing von Fahrrädern. Bosch baut auch Bushaltestellen in der Nähe seiner Niederlassungen.

Bosch hat seinen Sitz in Stuttgart; wie sieht es an den ostdeutschen Standorten aus?

In Dresden errichten wir gerade eine neue Halbleiterfabrik. Ein modernes Mobilitätskonzept mit vielen Fahrradstellplätzen und einem großen Dusch– und Umkleidezentrum ist Teil der Planungen. Im sächsischen Sebnitz haben wir eine sehr aktive Fahrradgruppe der Mitarbeiter. Am Standort gibt es Spinde für jeden Mitarbeiter, und auch in Eisenach erweitern wir das Angebot kontinuierlich.