Investition
: Neue Fuji-Fabrikhalle in Golßen wächst

Der Bau der neuen Fabrik von Fuji Oils in Golßen kommt gut voran. Die Außenhülle des neuen Millionen-Projektes steht bereits.
Von
Anja Brautschek
Golßen
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  • Emsland Aller Aqua-Geschäftsführer Martin Jahn (li.), Fuji Brandenburg-Geschäftsführer Akihiro Tagawa und dessen Assistentin

    Emsland Aller Aqua-Geschäftsführer Martin Jahn (li.), Fuji Brandenburg-Geschäftsführer Akihiro Tagawa und dessen Assistentin

    Anja Brautschek
  • Die Fuji Brandenburg GmbH errichtet die neue Fabrik auf dem Standort der Emsland Aller Aqua.

    Die Fuji Brandenburg GmbH errichtet die neue Fabrik auf dem Standort der Emsland Aller Aqua.

    Emsland Aller Aqua
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Kein Baustopp trotz Corona

„Wir konnten mit dem Bau trotz Corona fortfahren und mussten das Vorhaben nicht stoppen“, erklärt Akihiro Tagawa, Geschäftsführer der Fuji Brandenburg GmbH. Das Vorhaben verzeichnet aus diesem Grund kaum Verzögerungen. Die Verträge für die notwendige Technik sind auf den Weg gebracht. Am Plan, bereits im kommenden Jahr die Produktion zu beginnen, hält das Unternehmen weiterhin fest. „Es gibt vielleicht eine kleine Verzögerung von ein bis zwei Monaten“, so Akihiro Tagawa.

Größte Herausforderung bei der Realisierung des Vorhabens sei dabei die Kommunikation. Diese war laut des Geschäftsführers aufgrund des Corona-Shutdowns erschwert. Japanische Ingenieure des Unternehmens konnten nicht wie geplant zum Jahresanfang nach Deutschland einreisen, um die weiteren Planungen direkt vor Ort zu unterstützten. Auch Absprachen mit Ingenieurbüros waren nur schwer möglich. Wie auch in anderen Unternehmen, beschränkte sich der Austausch fast ausschließlich auf digitale Möglichkeiten wie E-Mails, Telefonate oder Videotelefonie.

Bei einem international tätigen Unternehmen wie Fuji Oils kein leichtes Unterfangen. „Im persönlichen Gespräch kann vieles schneller geklärt werden. Aber es wird besser und besser“, spricht der Geschäftsführer über die Erfahrungen der vergangenen Monate. Seit Jahresanfang koordiniert er von Golßen aus den Aufbau der Fabrik. In der zweiten Jahreshälfte soll er Unterstützung der japanischen Kollegen bekommen. Auch eine Assistentin aus der Region ist mittlerweile eingestellt.

Erste Testphase ab Juli 2021

In gut einem Jahr – etwa im Juli 2021 – soll nach derzeitigem Planungsstand die Testphase für die neue Fabrik anlaufen. Wenn alles klappt, beginnt die Produktion im Herbst des kommenden Jahres. Am neuen Standort der Fuji Brandenburg GmbH werden rund 20 Arbeitsplätze entstehen. Gesucht werden in erster Linie Industriemechaniker oder Elektriker, also Mitarbeiter mit einer technischen Ausbildung. „Es ist eine sehr anspruchsvolle Technik“, erklärt Martin Jahn, Geschäftsführer von Emsland Aller Aqua. Das in Golßen bereits ansässige Unternehmen arbeitet eng mit der japanischen Firma zusammen und unterstützt die Unternehmensansiedlung.  Fuji Brandenburg beabsichtigt, pflanzliche Fasern aus Erbsen herzustellen. Laut eigenen Aussagen ein Novum in der Branche. Bislang wurde dafür in erster Linie auf Soja zurückgegriffen. Doch bei Sojaprodukten werden immer wieder auch kritische Stimmen laut – es sei gesundheitlich bedenklich oder gentechnisch verändert. Die Erbse hingegen hat laut Martin Jahn ein besseres Image, die Produktion sei zudem umweltfreundlicher. Die Fasern, die Fuji Brandenburg daraus herstellen wird, sollen in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden. Sie verhindern beispielsweise das Absetzen der einzelnen Bestandteile in Getränken.

Synergie mit Emsland Aller Aqua

Am gemeinsamen Standort sollen künftig Synergien genutzt werden. Denn für die Herstellung nutzt das japanische Unternehmen ein Nebenprodukt, das aus der Verarbeitung von Erbsen bei Emsland Aller Aqua entsteht. Um dieses Nebenprodukt nutzen zu können, sind kurze Wege vonnöten, damit mikrobiologische Gär-Prozesse das Produkt nicht unbrauchbar machen. Nur vier Fabriken in ganz Europa  sind dafür infrage gekommen.

Emsland Aller Aqua hat sich für das Unternehmen dabei schnell als klarer Favorit entwickelt. Die ersten Gespräche zu einer möglichen Kooperation habe es bereits vor rund fünf Jahren gegeben.Die Lage, Infrastruktur, die Aussicht auf einen Investitionszuschuss sowie die enge und gute Zusammenarbeit mit dem Golßener Unternehmen machten die Stadt zum idealen Standort. „Es gibt hier insgesamt sehr viele Vorteile“, fasst Akihiro Tagawa zusammen. Er ist froh über die gute Zusammenarbeit mit Emsland Aller Aqua. Das Unternehmen wird rund 35 Millionen Euro in den neuen Standort investieren.