Job in Brandenburg: Warum in Potsdam Unternehmen für ihre Ausbildung geehrt werden

Die Auszubildende Klara Ostwald und Ausbilder Enrico Dilk im Innenhof des brandenburgischen Landtages in Potsdam. Warum dort Azubis und Unternehmen geehrt wurden.
Johannes Leichsenring- Brandenburg ehrt Unternehmen und Azubis für internationale Ausbildungsprogramme im Landtag Potsdam.
- Klara Ostwald, Azubi bei „Schlüssel Szenen“, war mit Erasmus-Programm vier Wochen auf Kreta tätig.
- Rund 40 Unternehmen ermöglichten ihren Azubis Auslandserfahrungen, 56 Azubis wurden ausgezeichnet.
- EU fördert Erasmus auch für Azubi-Praktika: 26 Mrd. Euro von 2021–2027, steigende Teilnahmezahlen.
- Auslandserfahrung stärkt Karrieren, Sprachkenntnisse und internationale Vernetzung für Azubis.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das wollte sich Klara Ostwald nicht entgehen lassen: Als die 20-jährige Auszubildende in ihrem Oberstufenzentrum für Technik des Landkreises Potsdam-Mittelmark den Erasmus-Aushang für einen Aufenthalt im Ausland sah, wusste sie, dass sie an dem Programm teilnehmen will. Ein bisschen nervös habe es sie schon gemacht, als sie sich vornahm, in ihrem Betrieb nachzufragen, ob sie daran teilnehmen könne. Schließlich hatte das bisher noch niemand gemacht.
Bei dem Erasmus-Programm denken viele zuerst an Studenten, die ein Auslandssemester absolvieren. Dabei gibt es die Förderung auch für Praktika und für Auszubildende. Rund 26 Milliarden Euro hat die EU für den Zeitraum von 2021 bis 2027 für das Austauschprogramm zur Verfügung gestellt. In einer global vernetzten Welt können junge Menschen somit ihre Karrierechancen und Sprachkenntnisse verbessern, Auslandserfahrungen sammeln und internationale Verbindungen knüpfen. Doch wer in einem Betrieb als Azubi tätig ist, benötigt dafür auch grünes Licht vom Chef.
Rund 40 Unternehmen aus Brandenburg im Landtag geehrt
Klara Ostwald arbeitet für „SchlüsselSzene“, ein Dienstleister im Bereich Videoproduktion und Content-Strategie, der Bestandteil der Märkischen Mediengruppe ist, zu der auch MOZ.de, LR.de sowie Märkische Oderzeitung und Lausitzer Rundschau gehören. Für ihre Vorgesetzten Frank Lorenz und Enrico Dilk war das Einverständnis eine Selbstverständlichkeit. „Wir unterstützen unsere Auszubildenden auf ihrem Weg und ihrer Entwicklung“, sagt Enrico Dilk, Leiter des Videoteams und Ausbilder. Zudem schätzt er die neuen Ideen und Erfahrungen, die Ostwald nach ihrem Auslandsaufenthalt mit in den Betrieb hat einfließen lassen.
Dass Betriebe und Unternehmen ihre Auszubildenden ins Ausland schicken, ist keine Selbstverständlichkeit, da sie als Arbeitskraft für den Zeitraum ausfallen, als Angestellte aber weiter entlohnt werden. Deshalb fand im brandenburgischen Landtag in Potsdam eine besondere Ehrung statt.
Eingeladen waren dort 56 Auszubildende aus 40 Unternehmen. Geehrt wurden die Azubis für ihren Mut, einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland absolviert zu haben. Die IHK stellte ihnen für die Teilnahme ein Zertifikat aus, das ihnen im Rahmen der Veranstaltung ausgehändigt wurde. Unter dem Motto „Auslandspraktikum – wir machen’s möglich!“ wurden zudem die Betriebe dafür geehrt, dass sie ihren Azubis diese Möglichkeit eingeräumt haben. Neben dem Märkischen Medienhaus, waren Auto- und Flugzeugteilehersteller, Hotelketten und Informatikunternehmen dabei.
Karriere und Job in Brandenburg – Ausbildung wird internationaler
Für die Azubis ging es in unterschiedliche Länder. Besonders viele junge Leute hatten sich für Malta entschieden. Für die 20-jährige Klara Ostwald ging es jedoch für vier Wochen nach Heraklion auf der Insel Kreta. Dort arbeitete sie für das PR-Unternehmen Guru Advertisement. Mit ihren Fähigkeiten in Videoproduktion und Schnitt erstellte sie eine Reihe an Social Media Beiträgen. Kommuniziert wurde auf Englisch. Während der Ausbildung mit Erasmus-Programm ins Ausland zu gehen, würde sie zu 100 Prozent weiterempfehlen.
Deutschlandweit haben im vergangenen Jahr 36.720 Auszubildende einen Auslandsaufenthalt im Rahmen ihrer Ausbildung absolviert. Vor 30 Jahren belief sich die Zahl auf gerade einmal 2127 Azubis. Der Landtagsabgeordnete Johannes Funke (SPD) betonte in seiner Begrüßungsrede, dass das Land von dem Wissen und den Erfahrungen der Auszubildenden profitiert, welche sie im Ausland gesammelt haben und erinnert an die engen Beziehungen, die Brandenburg mit Polen pflegt.


