Kein Strom in Brandenburg
: Offene Rechnungen – Tausende Haushalte auch in Berlin vom Netz

Wenn die Wohnung dunkel bleibt: Haushalten in Berlin und Brandenburg wurde 2023 tausendfach der Strom abgestellt. Die Gesamtzahl ging aber deutlich zurück. Das sind die Zahlen.
Von
dpa
Berlin
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Stromzähler: ARCHIV - 06.09.2022, Hamburg: Ein Stromzähler zeigt in einem Mietshaus die verbrauchten Kilowattstunden an. Bei drohenden Stromsperren wegen nicht bezahlter Rechnungen steht in Hamburg ein Härtefallfonds zur Verfügung. (zu dpa: «Netzbetreiber stellen in Hamburg seltener Strom ab») Foto: Sina Schuldt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In Berlin und Brandenburg mussten tausende Haushalte ohne Strom auskommen. Die Netzbetreiber hatten diesen abgestellt, da Rechnungen nicht beglichen worden sind. Wie sind die Zahlen genau?

Sina Schuldt/dpa
  • 2023 wurde Tausenden Haushalten in Berlin und Brandenburg wegen unbezahlter Rechnungen der Strom abgestellt.
  • In Berlin betraf es 5.506 Haushalte, in Brandenburg 4.716.
  • Die Linke fordert ein Verbot von Strom- und Gassperren.
  • NRW und Baden-Württemberg verzeichneten hingegen mehr Stromsperren.
  • Strom und Gas dürfen bei Zahlungsrückstand abgestellt werden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Netzbetreiber haben im vergangenen Jahr Tausenden Haushalten in Berlin und Brandenburg wegen offener Rechnungen den Strom abgestellt. Die Gesamtzahl ging im Vergleich zum Vorjahr jedoch deutlich zurück, wie aus der Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linken hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Zahl der sogenannten Stromsperren in Berlin lag 2023 demnach bei 5.506. Das waren knapp 2.700 weniger als im Vorjahr. In Brandenburg ist die Zahl um 2.288 auf 4.716 gesunken. Deutschlandweit sank die Zahl den Angaben zufolge um etwa 4.000 auf 204.441.

Strom und Gas dürfen bei Zahlungsrückstand abgestellt werden

Die einzigen Länder, in denen zuletzt häufiger Stromsperren verhängt worden sind, sind Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. In NRW stieg die Zahl um rund 11.500 auf 78.961, in Baden-Württemberg um gut 5.000 auf 20.051.

Die hohen Strom- und Gaspreise seien für viele eine enorme Belastung, sagte die Linken-Bundestagsabgeordnete Caren Lay. „Immer mehr Menschen müssen sich zwischen einer warmen Wohnung und einem vollen Bauch entscheiden. Dies ist in einem der reichsten Länder der Welt nicht weniger als ein Skandal.“ Die Linke forderte ein Verbot von Strom- und Gassperren. „Kein Mensch sollte im Dunkeln oder in einer kalten Wohnung sitzen müssen.“

Nach Angaben der Verbraucherzentrale dürfen Anbieter Strom oder Gas abstellen, wenn die Kunden zwei Abschlagszahlungen - mindestens aber 100 Euro - im Zahlungsrückstand sind. Hinzu kommen weitere Anforderungen wie eine frühzeitige Androhung der Sperre.