Störung am Flughafen BER: Flüge in Schönefeld eingestellt – Betrieb wird wieder aufgenommen

Störung am Flughafen BER: Derzeit werden in Schönefeld keine Flüge abgefertigt. Wie geht es den Reisenden vor Ort?
Mathias HausdingAm Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld starten und landen derzeit keine Maschinen.
„Aufgrund einer technischen Störung kommt es zu Verzögerungen in der Abfertigung. Der Flugbetrieb ist bis 10 Uhr eingestellt“, sagte eine Flughafensprecherin.
Liveblog von der Störung am Flughafen BER
Wir beenden damit vorerst unseren Liveblog.
+++ 17:02 Uhr: Betrieb am Flughafen BER noch bis in die Nacht eingeschränkt: Nach der IT-Störung am Hauptstadtflughafen BER laufen die Systeme zwar wieder - der Flugbetrieb in Schönefeld wird bis in die Nacht hinein beeinträchtigt sein. Zahlreiche Passagiere müssen deshalb weiter am Flughafen ausharren. Viele Gesellschaften versuchten derzeit, ihre Fluggäste in umliegenden Hotels unterzubringen. „Bei dieser Größenordnung ist das nicht ganz leicht.“ Mit einer vollständigen Normalisierung des Betriebs rechnen die Flughafenbetreiber frühestens für Samstagmorgen.
Die weltweit aufgetretene technische Störung hatte in Schönefeld ersten Erkenntnissen zufolge die Flugleitstelle getroffen.
Allein bis zum frühen Nachmittag seien insgesamt 113 der rund 550 geplanten Flüge am BER gestrichen worden, sagte der Flughafensprecher - 51 Ankünfte und 62 Abflüge. Es sei davon auszugehen, dass sich diese Zahl im Tagesverlauf weiter erhöhen werde.
+++ 16:30 Uhr: Eurowings-Flüge weiterhin gestrichen: Die Fluggesellschaft Eurowings streicht aufgrund anhaltender technischer Störungen auch nach 15 Uhr weitere Flüge. „Wir streichen immer noch schwerpunktmäßig innerdeutschen Flüge auch über 15 Uhr hinaus“, sagte eine Unternehmenssprecherin der Deutsche Presse-Agentur. Damit solle das betroffene IT-System weiterhin entlastet werden.
Wann der Flugverkehr wieder ohne Einschränkungen laufen kann, war am Nachmittag offen. „Wir setzen alles dran, dass sich die Lage bis morgen normalisiert hat, aber bestätigen kann ich das noch nicht“, so die Sprecherin.
+++ 15:10 Uhr: Was war alles betroffen? Am sichtbarsten waren die Probleme im Luftverkehr. So musste der Flughafen in Berlin ausgerechnet zu Beginn der Ferienzeit den Betrieb aussetzen. Die Fluggesellschaft Eurowings strich alle innerdeutschen Flüge sowie die von und nach Großbritannien mit Abflugzeit bis 15.00 Uhr.
In den USA stoppte die Luftfahrtaufsicht FAA zeitweise Flüge von Airlines wie United, American und Delta. In Norddeutschland sagten mehreren Kliniken geplante Operationen ab. In Großbritannien war ein System zur Buchung von Arztterminen im Gesundheitsdienst NHS lahmgelegt. Aber auch der britische Fernsehsender Sky News und die Londoner Börse London Stock Exchange kämpften mit Problemen.
+++ 14:31 Uhr: Entwarnung gibt es beim Energiekonzern Leag in der Lausitz: Das Unternehmen betreib immerhin vier Großkraftwerke in Brandenburg und Sachsen. Dabei gilt die Energieinfrastruktur als ein besonders neuralgischer Bereich. „Die Anlagen der Leag waren zu keinem Zeitpunkt und sind aktuell nicht betroffen von den IT-Störungen“, sagte eine Leag-Sprecherin. Gleichzeitig bestätigte sie, das die Kraftwerksbereich auf besondere Weise abgesichert seien und beispielsweise nicht direkt ans World-Wide-Web angeschlossen seien.
+++ 13:48 Uhr: Eurowings streicht Flüge: Die Fluggesellschaft Eurowings streicht aufgrund anhaltender technischer Störungen alle innerdeutschen Flüge sowie Flüge von und nach Großbritannien mit Abflugzeit bis 15.00 Uhr. Damit solle das betroffene IT-System entlastet werden, sagte eine Unternehmenssprecherin.
Laut der Unternehmenswebsite sind über 50 Flüge von den Annullierungen betroffen. Von einer innerdeutschen Flugstreichung betroffene Fluggäste seien gebeten, eigenständig ein Bahnticket zu buchen und dieses zur Erstattung einzureichen, teilte Eurowings mit. Sobald die Störung behoben sei, würden Passagiere umgehend auf alternative Flüge umgebucht.
+++ 13:09 Uhr: Eindrücke vom Flughafen BER:
+++ 12:57 Uhr: Problem erkannt und behoben: Die IT-Sicherheitsfirma Crowdstrike hat den Fehler behoben, der mutmaßlich zu weltweiten Computerstörungen geführt hat. Kunden würden nun auf ein Download-Portal für ein neues Update verwiesen, schrieb Firmenchef George Kurtz bei der Online-Plattform X.
Der Fehler habe in einer Aktualisierung der Crowdstrike-Software für Windows-Computer gesteckt, schrieb Kurtz. Das Problem sei erkannt und behoben worden. Es seien keine Cyberattacke und auch kein Sicherheitsvorfall gewesen.
+++ 12:24 Uhr: Lage am CTK in Cottbus entspannt: Während viele große Krankenhäuser in Deutschland ihre Operationen für Freitag (19. Juli) abgesagt haben, sieht die Lage in der Medizinischen Universität Lausitz - Carl Thiem (ehemals CTK) in Cottbus, dem größten Krankenhaus in Südbrandenburg, entspannt aus.
Die IT-Systeme sind nicht betroffen. „Wir setzen keine Produkte der Sicherheitssoftware von CrowdStrike ein. In unserem Haus verwenden wir Sicherheitslösungen anderer Hersteller“, teilt Informationssicherheitsbeauftragter Frank Engelking mit. Nach aktuellen Erkenntnissen beziehe sich die Störung ausschließlich auf die Softwarelösung von CrowdStrike zur Absicherung von Windows-Computern. Die Patientenversorgung der Patientinnen und die Notfallversorgung in Cottbus seien gesichert, heißt es weiter.
Entspannt ist auch die Lage in Forst. Laut eigenen Aussagen sind weder die Forster Kreisverwaltung noch die Lausitz Klinik von der weltweiten IT-Störung betroffen
Betrieb am Flughafen BER wird langsam wieder aufgenommen
+++ 12:11 Uhr: Auch wenn der Flugbetrieb in Schönefeld am BER langsam wieder aufgenommen wird: Für viele Reisende ist klar, dass sie ihr Urlaubsziel heute nicht erreichen werden. Viele Passagiere wurden umgebucht.
Ein Paar aus Berlin auf dem Weg nach Toronto soll nun mit ICE heute Abend nach Frankfurt am Main fahren und von dort morgen früh das Flugzeug nach Kanada nehmen. „Die Informationen über die Hotline waren gut. Ich bin jetzt eigentlich ganz entspannt“, sagt der Lehrer, der mit seiner Frau unterwegs ist. „Wenn es ein Softwarefehler bei Microsoft war, dann können der Flughafen und die Airlines nichts dafür. Das ist dann quasi höhere Gewalt.“
Er habe nun per Mail einen Link erhalten, mit dem er kostenlos einen ICE buchen kann. „Hoffentlich bekommen wir auch Sitzplätze!“
+++ 12:04 Uhr: Erste Flüge wieder möglich? Laut Flightradar und der BER App landen in Schönefeld wieder vereinzelt Flugzeuge. Mal eine verspätete Maschine aus Budapest, mal eine aus Hamburg oder Kopenhagen. Starts ab Schönefeld sind offenbar auch wieder möglich. Für 12 Uhr ist laut BER App ein verspäteter Abflug nach Antalya vorgesehen. Auch Maschinen nach New York und Warschau sind bereits abgefertigt. Laut App steigen die Passagiere gerade ein.
IT-Störung betrifft auch Krankenhäuser
+++ 11:57 Uhr: Störung trifft auch Krankenhäuser: Von den weltweiten IT-Ausfällen in zahlreichen Branchen seien auch Unternehmen in Deutschland betroffen, darunter Betreiber kritischer Infrastruktur. Zur kritischen Infrastruktur zählen unter anderem Energieversorger, Transport und Verkehr, die öffentliche Verwaltung, Krankenhäuser, Trinkwasser, Abwasser und Telekommunikation.
Ursache für die Störungen sei offenbar ein fehlerhaftes Update einer IT-Security-Lösung (Falcon) des Herstellers Crowdstrike, sagte der Sprecher des Innenministeriums. Diese werde von zahlreichen weiteren IT-Diensten genutzt, die in der Folge ausfallen.
Man gehe davon aus, dass die Probleme keine Folge eines Cyberangriffs sind. „Nach aktuellem Erkenntnisstand aus den Äußerungen der betroffenen Unternehmen gibt es keine Hinweise auf einen Cyberangriff“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums.
+++ 11:50 Uhr: TUI und Lufthansa sind von den Störungen nur gering betroffen: Die Störung wirkt sich auch auf Tui und die Flugtochter Tuifly aus. Bisher gebe es aber keine Flugausfälle. Zu konkreten Auswirkungen lasse sich noch nichts sagen.
Die Lufthansa sieht sich von den weltweiten Computer-Problemen „zur Zeit gering“ betroffen. Es könne zu „Verspätungen und einzelnen Ausfällen kommen“, teilte die Fluggesellschaft in Frankfurt mit. Es gebe keine größeren Auswirkungen wegen der IT-Probleme,
Familie aus Meuro bei Senftenberg wollte nach Las Vegas
+++ 11:20 Uhr: Familie aus Meuro wollte eigentlich nach Las Vegas: Es gibt im immer volleren Terminal 1 nur die Standardansagen: „Alles verzögert sich.“ Die Infos über die gecancelten Flüge bekommen die Reisenden auf ihre Handys. Eine insgesamt sechsköpfige Familie aus Meuro bei Senftenberg zum Beispiel, wollte 12:40 Uhr mit British Airways erst nach London und von dort nach Las Vegas. Gecancelt!
Jetzt kam eine Information per Mail von British Airways: „Die buchen uns um. Aber ob, das schon passiert ist, kann ich nicht sehen. Kein Handyempfang am Flughafen“, erzählt die Mutter. Das Netz ist überlastet. „Was machen wir jetzt?“, fragt sich die Familie untereinander immer wieder. Der Vater bleibt entspannt: „Irgendwas wird schon gehen.“

Die insgesamt sechsköpfige Familie aus Meuro bei Senftenberg, wollte eigentlich nach Las Vegas fliegen. Auch sie hängen am Flughafen in Schönefeld fest.
Mathias Hausding+++ 11:13 Uhr: Bahn nicht betroffen: Von den weltweiten Computerproblemen ist die Deutsche Bahn aktuell nicht betroffen. Alle Systeme liefen reibungslos, der Zugverkehr sei in keiner Weise beeinträchtigt, sagte eine Bahnsprecherin auf Anfrage.
+++ 10:55 Uhr: So langsam wird es richtig voll im Terminal 1. Immer neue Passagiere treffen ein, um ihre Flüge anzutreten. Aber kein Flugzeug hebt ab. Alle warten und schauen auf ihre Handys. Die Stimmung ist ruhig, in den Gesprächen mancher Familien ist aber die Anspannung zu spüren.

Weiterhin gehen keine Flüge vom Flughafen BER. Viele Passagiere schauen auf ihre Handys.
Mathias Hausding+++ 10:45 Uhr: Gigafactory betroffen: Die Gigafactory von Tesla in Grünheide ist offenbar von den weltweiten IT-Problemen betroffen – mit Folgen für die Produktion.
+++ 10:30 Uhr: Australien beruft Krisensitzung ein: Wegen der weltweiten Computer-Probleme hat die australische Regierung eine Krisensitzung einberufen. „Die australische Regierung arbeitet bei diesen sich entwickelnden Ausfällen eng mit dem National Cyber Security Coordinator zusammen“, zitierte die Zeitung „Sydney Morning Herald“ einen Regierungssprecher.
Störung betrifft weltweit Comupertsysteme
+++ 10:20 Uhr: Probleme stören weltweit Computersysteme: Betroffen seien Fluggesellschaften, Medien- und Telekommunikationsunternehmen. Das berichten Medien wie die Finanzagentur Bloomberg.
+++ 10:10 Uhr: Es passiert nach wie vor nichts bei den Starts und Landungen. Und dann auch noch das: das Starbucks Restaurant im Terminal muss wegen eines herrenlosen Gepäckstücks gesperrt werden. Die Polizei ist mit einem Spürhund im Einsatz.
+++ 10:05 Uhr: Ein Paar aus Brandenburg wollte heute um 10:55 Uhr über Zürich nach Santorin fliegen. „Uns wurde gesagt, dass heute gar nichts mehr geht. Wir sollen morgen um 6:00 Uhr wiederkommen“, erzählt die Frau. „Aber wir bleiben erst mal hier sitzen. Vielleicht tut sich ja doch noch etwas. Wir sollen in 1 Stunde noch mal bei der Lufthansa anrufen.“
Störung am Flughafen BER: Familie weiß nicht mehr weiter
+++ Freitag, 19.07.2024, 9:55 Uhr: Die junge Familie aus dem Prenzlauer Berg in Berlin wollte am Freitag nach Toronto in Kanada. 9:30 Uhr am Flughafen BER das böse Erwachen: Nichts geht! Kein Flugzeug landet, kein Flugzeug startet. Das Ende der Probleme ist noch nicht absehbar. „Wir wollten mit Lufthansa zunächst nach Frankfurt am Main, von dort sollte es mit Condor nach Toronto weitergehen. Der Zeitplan ist nicht zu schaffen. Wir wissen nicht, was wir jetzt machen sollen“, sagt der Familienvater.

Lange Schlangen am Flughafen BER in Schönefeld.
Mathias HausdingVor dem Terminal eins sitzen wartende Passagiere auf ihren Koffern. Vor den Check-in-Schaltern bilden sich lange Schlangen. Besonders viel Andrang herrscht vor dem Schalter der Lufthansa im Terminal. Offenbar wollen viele Passagiere jetzt wissen, wie es um ihre Anschlussflüge von anderen Flughäfen steht.

