Kommentar: Ein Wandel ist bitter nötig

12. Februar 2019 Mitarbeiter-Porträt der MOZ - Mathias Hausding. Foto: Gerrit Freitag
Gerrit FreitagWenn in Brandenburg Kühe geklaut werden, kümmert sich eine Soko darum, dass das aufhört. Wenn jemand DHL mit zwei Briefbomben erpressen will, hält das die Polizei jahrelang in Atem. Und wenn Flüchtlinge Straftaten begehen, ist sowieso Alarm. Aber wenn deutsche Männer nach einer Trennung aus verletzter Ehre serienweise Frauen nachstellen, misshandeln oder töten, sehen Politik und Polizei offenbar keinen Anlass für besondere Maßnahmen.
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Damit senden die Verantwortlichen ein fatales Zeichen. Genauso wie die Justiz, der in Strafprozessen kaum etwas wichtiger ist als die Erforschung des Seelenlebens des Angeklagten vor, während und nach der Tat. So sieht es unser antiquiertes Strafrecht leider vor: Nicht die Tat selbst ist für das Strafmaß ausschlaggebend, sondern die Motivation des Täters. Ein verlassener Ehemann kann einen Strafrabatt bekommen, wenn er „in seelischer Not“ war, als er seine Frau angriff.
Diese Form von Verständnis für Peiniger ist unangebracht. Sie ist entwürdigend für die Opfer, und die Botschaft dahinter ist eine potenzielle Gefahr für alle Frauen. Nötig ist ein tiefgreifender Wandel: Der Bevölkerung muss eingeimpft werden, dass Gewalt gegen Frauen in keiner Weise akzeptabel ist.
