Die filmischen Kostbarkeiten seien bislang unter schwierigen und unzureichenden baulichen Bedingungen untergebracht, sagte Schüle. Der Neubau habe nun „endlich die versprochenen modernen Räumlichkeiten“. Demnach sind die Sammlungen derzeit noch beengt auf 3000 Quadratmetern in Potsdam-Bornstedt aufbewahrt. In dem geplanten Neubau soll die Nutzfläche auf 6300 Quadratmeter verdoppelt werden. Zudem befindet sich das Domizil direkt gegenüber der Filmuniversität mit ihrem Forschungs- und Lehrprofil Film.
Das Hauptaugenmerk der Sammlung liegt auf den Babelsberger Filmstudios seit 1912, der Film- und Kinokultur der DDR und der jüngsten Geschichte des Studios Babelsberg. Der Bestand an historischer Film- und Kinotechnik ist den Angaben zufolge einer der größten in Deutschland. Mit dem Archiv-Neubau erhalte das Filmmuseum nun dringend benötigte klimatisierte Magazine sowie Werkstätten und Bearbeitungsräume zur Konservierung, sagte die Direktorin des Filmmuseums, Christine Handke. Sie verwies auf die Kostümsammlung, in der ein „glamouröses“ Kleid der Schauspielerin Zarah Leander von 1940 aufbewahrt werde. Leander spielte darin die Maria Stewart in dem Film „Das Herz der Königin“.
Auch für Besucher sollen Bereiche öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein Schaudepot soll Einblick in das Archiv bieten. Gezeigt werden sollen Handke zufolge unter anderem Objekte zur Film- und Kinotechnik, darunter eine 70 Millimeter-Kamera, mit der unter der Regie von Konrad Wolf der Defa-Film „Goya“ (1971) gedreht wurde. Ausgestellt werden sollen auch ein UFA-Kamerawagen und ein Kamerakran aus dem Jahre 1949, der für den Film „Der Untertan“ (1951) nach dem gleichnamigen Roman von Heinrich Mann eingesetzt wurde. Aber auch zu Filmen aus der Gegenwart soll Material ausgestellt werden, etwa zum Film „Traumfabrik“ aus dem Jahr 2019, der in den Babelsberger Studios produziert wurde.
„Wir wollten nicht nur in die Vergangenheit schauen, sondern auch in die Gegenwart. Als Filmmuseum wollen wir uns zu einem modernen Medienmuseum entwickeln“, sagte Handke. Das Archiv im neuen Gebäude solle als Wissensstandort künftig Platz für Seminarräume und eine Bibliothek mit Lesesaal bieten. Der Bau soll in den kommenden zwei Jahren errichtet werden.