Kurpromenade in Spandau
: Regen überflutet Straße und Grundstücke – Bauarbeiten gestartet

Nach hitzigen Debatten in den letzten sieben Jahren findet das umstrittene Regenwasserkonzept für die Kurpromenade und umliegende Straßen in Spandau nun einen Kompromiss. Die Bauarbeiten beginnen Anfang März.
Von
Jessica Neumayer
Spandau
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Regelmäßig überfluten bei Regen die provisorischen Straßen in der ehemaligen Siedlung Wochenend West rund um die Kurpromenade in Kladow. Nach Protesten gegen das erste Regenwasserkonzept ist nun ein Kompromiss gefunden und die Bauarbeiten können beginnen. (Symbolbild)

Georg-Stefan Russew/dpa

Die Straßen in der ehemaligen Siedlung Wochenend West rund um die Kurpromenade im Spandauer Ortsteil Kladow sind in einem schlechten Zustand. Bei starkem Regen werden Abschnitte der provisorischen Straßen regelmäßig überflutet. Ein Passieren ist so gut wie unmöglich. Jetzt gibt es eine Lösung für das Problem.

Wenn es aktuell zu starkem Regen kommt, fließt das Wasser unkontrolliert auf die Grundstücke und in den Groß-Glienicker See. Dies führt auch zur Verschmutzung des Sees, da Reifenabrieb und andere Schadstoffe der Straße ungefiltert in das Wasser gelangen.

Umbauarbeiten in Spandau ab dem 4. März

Nach mehrjähriger Vorbereitung wird nun ein Regenwasserkonzept umgesetzt, das sowohl für das Bezirksamt als auch für die Anwohnenden akzeptabel ist. Nachdem das zentrale Regenwassersammelbecken und der zuführende Regenwasserkanal im Verbindungsweg bis Seekorso fertiggestellt ist (1. Bauphase), beginnen ab dem 4. März 2024 die Umbauarbeiten an der Kurpromenade, teilt das Bezirksamt Spandau in einer Mitteilung vom 1. März 2024 mit.

Die aktuellen Aufbrucharbeiten finden auf dem 700 Meter langen Stück zwischen Ritterfelddamm bis zum Parkplatz Seekorso statt. Im Juni 2024 sollen die Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen sein. Geplant ist es zuerst, die alte Straße zurückzubauen. Anschließend prüfen die Berliner Wasserbetriebe ihre Netze und setzen sie gegebenenfalls instand. In der weiteren Bauplanung sollen die neuen Fahrbahnen mit Regenwasserkanälen gebaut werden. Im Rahmen der Sanierung werde auch der Parkplatz Seekorso neu befestigt.

Proteste von Anwohnenden gegen das erste Konzept

Ein kontrolliertes Ableiten von Regenwasser ist das Ziel des neuen Konzeptes – und dieses Mal nicht um jeden Preis. Als 2017 umfangreiche Arbeiten an der Kurpromenade angekündigt wurden, waren viele Anwohnende empört. Schnell hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die sich gegen das vorgeschlagene Sanierungskonzept aussprach. Es sei überzogen, zu steril, zu teuer.

Geplant waren Fällungen zahlreicher Bäume, damit unter anderem breite Gehwegen gebaut werden können. Die Darstellung der Straßen hatte Neubaucharakter mit viel versiegelter Fläche. Den Anwohnenden seien aber idyllischen Straßen mit hohen alten Bäumen wichtig oder gar gerade der Grund dort hingezogen zu sein.

Bürgerdialog in Spandau war erfolgreich

Im Rahmen eines Dialogverfahrens haben sich das Bezirksamt, das Grünflächenamt, die Bürgerinitiative, Naturschutzverbände und die Berliner Wasserbetriebe zusammengesetzt. 19 Beteiligte haben in elf Treffen zwischen 2017 und 2019 einen Kompromiss erarbeitet.

Auch bei diesem Konzept lassen sich Baumfällungen nicht vermeiden. Sie seien aber auf das Wesentliche reduziert und entsprechende Ersatzpflanzungen werden nicht, wie ursprünglich vorgeschlagen, irgendwo vorgenommen, sondern innerhalb der Siedlung geplant.

Auf dem zehn Meter breiten Straßenraum ist nun genug Platz eingeplant für das Passieren von Rettungsfahrzeugen, der Müllabfuhr oder Heizöllieferanten und dennoch soll es beidseitig einen Geh- und Radwege geben, ebenso wie Parkmöglichkeiten.