Landesverwaltung
: Dominanz der Westmänner

Wer hat in der Landesverwaltung das Sagen? Laut Auskunft der Landesregierung zu wenig Frauen und Ostdeutsche.
Von
Ulrich Thiessen
Potsdam
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Frauen und Ostdeutsche sind an der Spitze der Ministerien unterrepräsentiert.

Ralf Hirschberger/dpa

An der Spitze der brandenburgischen Landesverwaltung sind „Personen mit ostdeutscher Sozialisation“ unterrepräsentiert. Das geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der SPD–Abgeordneten Ulrike Liedtke hervor. Während immerhin neun von zwölf Staatssekretärs–Posten mit Ostdeutschen besetzt sind, sieht es auf den beiden nächsten Führungsebenen ganz anders aus.

Abteilungsleiter mit Herkunft zwischen Ostsee und Thüringer Wald gibt es in der Staatskanzlei, im Bildungsministerium, im Kulturministerium und im Wirtschaftsministerium gar nicht. In den anderen Häusern liegt der Anteil maximal bei 33 Prozent.

Bei den Referatsleitern ragt allenfalls das Bildungsministerium heraus, in dem 70 Prozent aus Ostdeutschland stammen. In allen anderen Häusern liegt der Anteil weit unter 50 Prozent. Ganz am Ende der Tabelle rangiert das Wirtschaftsressort mit gerade mal 27 Prozent. Das Innenministerium und das Verkehrsministerium kommen auf 29 Prozent.

Eine weitere Antwort der Landesregierung auf eine Frage von Klara Geywitz (SPD) belegt, dass auch Frauen an der Verwaltungsspitze unterrepräsentiert sind. Lediglich im Finanzministerium und im Sozialministerium stellen sie knapp die Mehrheit des Führungspersonals. Im Innenressort sind gerade einmal 14 Prozent der Leitungsstellen mit Frauen besetzt, im Wirtschaftsministerium jede vierte und im Verkehrsministerium jede dritte.

Das heißt nicht, dass generell zu wenig Frauen in den Ministerien eingestellt werden. Sie sind zu finden und stellen in der Statistik auch Mehrheiten, allerdings nur in den am niedrigsten bezahlten Gehaltsgruppen. Im Sozialministerium und im Finanzministerium sind mehr als 90 Prozent der Beschäftigten in der niedrigsten Tarifgruppe Frauen.