Letzte Generation: Weltzeituhr auf Alexanderplatz in Berlin mit Farbe besprüht

Die Weltzeituhr auf dem Berliner Alexanderplatz ist von der Klimaschutzgruppe Letzte Generation mit oranger Farbe besprüht worden.
Letzte GenerationDie bekannte Weltzeituhr auf dem Berliner Alexanderplatz ist von der Klimaschutzgruppe Letzte Generation mit oranger Farbe besprüht worden. Mehrere Mitglieder der Gruppe versprühten die Farbe am Dienstagmorgen gegen 9.00 Uhr aus Feuerlöschern, wie ein dpa–Fotograf berichtete. Zudem kletterten zwei Demonstranten auf die Uhr und postierten sich dort mit einem Transparent.
„Die Weltzeituhr ist nun ein Mahnmal für den weltweiten Wettlauf gegen die Zeit, den wir als Menschheit zu verlieren drohen. Doch Hoffnung gibt uns der Erfolg von Protesten in den Niederlanden“, erklärt Irene von Drigalski (66), Sprecherin der Letzten Generation, in einer Pressemeldung.
„Uns läuft die Zeit davon“, heißt es in einem Tweet der Klimaschutzgruppe auf Kurznachrichtendienst X.
Die Bundesregierung verschwende „kostbare Zeit mit fadenscheinigen Klimaschutzmaßnahmen“.
Die Weltzeituhr, ein Werk des DDR–Formgestalters Erich John, steht nahe dem Bahnhof Alexanderplatz und wurde 1969 der Öffentlichkeit übergeben. Sie zeigt die Zeitzonen der Erde und darin liegende Städte. Oberhalb der Uhr in Form einer dicken Scheibe zeigt ein Modell das Sonnensystem. Die Uhr steht unter Denkmalschutz und ist seit Jahrzehnten ein beliebter Treffpunkt bei Verabredungen auf dem großen Alexanderplatz.
Einige Täter festgenommen
Die Aktivisten der Letzten Generation hatten am Montag zum Semesterbeginn Gebäude der Technischen Universität (TU) und der Freien Universität (FU) ebenfalls großflächig mit oranger Farbe besprüht. Einige Täter wurden von der Polizei festgenommen. In der vergangenen Woche gab es bereits mehrere Farbaktionen der Gruppe an anderen deutschen Universitäten. Wie teuer die jeweiligen Reinigungen werden, stand noch nicht fest.
Mitte September hatte die Gruppe das Brandenburger Tor besprüht. Die Polizei nahm damals 14 Klimaaktivisten fest. Die aufwendige und komplizierte Reinigung des Denkmals aus Sandstein soll nach Angaben des Senats mehr als 100 000 Euro kosten. Berlin will sich das Geld von der Gruppe zurückholen.
Für den 28. Oktober kündigte die Gruppe eine „Massenbesetzung“ der Straße des 17. Juni in Berlin an. Seit Anfang 2022 blockierte sie vor allem Straßen, um Staus zu erzeugen und so auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam zu machen. Inzwischen laufen Hunderte Strafverfahren in der Justiz und es gab bereits zahlreiche Verurteilungen. Außerdem wurden die Glasscheiben vor Kunstwerken in Museen mit Essen beworfen.
Die Letzte Generation erklärte immer wieder, dass sie vor allem Aktionsformen nutzt, die eine besonders hohe Aufmerksamkeit in den Medien und der Öffentlichkeit erzeugen.


